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Triathlon - Interview vor der Ironman-WM

„Ich hoffe auf drei weitere gute Jahre“

07.10.2011 | 15:59 Uhr
„Ich hoffe auf drei weitere gute Jahre“
Triathlon Triathlon-TEAM Witten: Faris Al-Sultan vor dem Ironman Hawaii.

Kailua Kona (USA). Das „Team Abu Dhabi“ ist mit seinen Betreuern Dr. Roman Leischik und Andreas Kreutz schon seit zehn Tagen vor Ort auf Hawaii. Der für den PV-Triathlon startende Hagener Hobby-Triathlet Roman Leischik befragte Faris Al-Sultan (Triathlon-TEAM TG Witten) vor der Ironman-WM am Samstag, an der sieben deutsche Profis teilnehmen werden, zum Thema Triathlon und zu weiteren Bereichen seines Lebens.

Zum 30. Mal schon findet die inoffizielle Weltmeisterschaft auf Hawaii statt. Die immer größer werdende Triathlon-Gemeinschaft wartet wie jedes Jahr auf den neuen König. Dieser regiert dann ein Jahr und reiht sich immer in den Mythos der Hawaiikönige. Faris Al-Sultan, in München geboren, durfte das im Jahr 2005 mit 27 Jahren erleben. Nun startet er zum 13. Mal auf Hawaii, beim härtesten Ironman-Wettbewerb der Welt, diesmal als amtierender Europameister.

Warum machen Sie Triathlon und spielen nicht Fußball?

Weil ich für Fußball gar kein Talent habe und es auch keine solche Herausforderung für mich ist wie Triathlon.

Wie lange machst Sie ihren Sport schon und wie lange wollen Sie ihn noch betreiben?

Ich habe mit 18 meinen ersten Triathlon gemacht und hoffe, noch drei weitere gute Jahre im Triathlon zu haben.

Nach dem Fall Stadler - gibt es gesundheitliche Risiken im Triathlon?

Ja, wobei wir weniger gefährdet sind als die Spezialisten, weil unsere Umfänge in den einzelnen Disziplinen niedriger sind, d. h. Überlastungen an einzelnen Gelenken oder Stürze, wie sie etwa bei den Radprofis häufig vorkommen, sind bei uns deutlich seltener. Um auf den Fall Normann Stadler einzugehen, Herzprobleme sind natürlich auch bei uns ein Thema, aber meist liegt eine Vorschädigung oder ein Infekt als Ausgangspunkt zugrunde. Das heißt wiederum, dass auch für uns eine laufende Kontrolle unseres Gesundheitszustandes wichtig ist.

Wie sehen Sie die Zukunft des Triathlon in Deutschland und weltweit?

Triathlon wird sicher weiter an Popularität zunehmen, da es ein sehr gesunder, abwechslungsreicher Sport ist, den fast jeder machen kann.

Sollte die Ironman-Distanz olympisch werden - und würden Sie gerne an den Olympischen Spielen teilnehmen?

Die Spiele sind für jeden Sportler ein Traum, so auch für mich. Aber ich denke nicht, dass die Langdistanz auf absehbare Zeit olympisch wird, nachdem man aus Gründen der Medienkompatibilität bei der ITU darüber nachdenkt, die Sprintdistanz in den Vordergrund zu rücken. Also einen Bewerb, der noch deutlich kürzer ist als der augenblicklich olympische.

Worin sehen Sie speziell den Sinn des Lebens?

Schwierige Frage; ein Sinn erfülltes glückliches Leben zu führen, wie auch immer das aussehen mag.

Was macht Sie persönlich glücklich?

Auch wieder schwierig, da das ja stets situationsbedingt ist. Aber die Freiheit, das zu tun, was ich möchte, ist sicherlich ein wichtiger Schritt zum Glück.

Was denken Sie über die Liebe?

Liebe ist etwas Schönes.

Und was denken Sie über Freundschaft?

Eine wichtige Sache, der Mensch ist ein soziales Tier, und ich freue mich, viele Menschen zu kennen, mit denen mich Freundschaft verbindet.

Was schwebt Ihnen für die Zeit nach dem aktiven Sport vor?

Sie wird unweigerlich kommen, und es wird mir nicht langweilig werden. Ich bin eigentlich froh, dass ich noch was ganz anders machen kann. Vor allem in einem Alter, wo viele schon lange im Berufsleben sind, aber auch noch einige Jahre vor sich haben.

Dr. Roman Leischik

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2011-10-07 15:59
Witten