Nächste Runde im Skandalspiel
12.03.2012 | 20:20 Uhr 2012-03-12T20:20:00+0100
Hünxe. Viel Gesprächsbedarf und möglicherweise auch noch Arbeit für weitere Instanzen hat die Fußball-Bezirksliga-Partie der TuS Drevenack gegen den RSV Praest hervorgerufen. Die Gastgeber spielten „nur“ 3:3 gegen den souveränen Spitzenreiter, weil Schiedsrichter Hermann Josef Weber das Elfmeter-Tor von Fatlum Ademi in der 89. Minute nicht anerkannte. Er hatte einen Drevenacker Spieler bei der Ausführung zu früh in den Strafraum laufen gesehen. Eine Wiederholung des Strafstoßes wäre die richtige Entscheidung gewesen.
Sekunden nach dem Abpfiff kochten die Emotionen gleichzeitig an mehreren Stellen auf dem Platz über, schnell mischten sich auch Zuschauer in die diversen Handgemenge. An der Mittellinie blieb der Praester Daniel Zwiekhorst mit einer blutenden Nase liegen. Die Gäste beschuldigten TuS-Stürmer Tajib Dema der Tätlichkeit.
„Ich habe die Aktion nicht gesehen. Ich werde aber mit allen Beteiligten das Gespräch suchen. Dann werden wir intern über mögliche Konsequenzen reden“, so der neue TuS-Trainer Frank Saborowski, der sich am Sonntag sofort um Zwiekhorst gekümmert hatte, um diesen und die Szenerie zu beruhigen.
In der Hoffnung auf den ersten Heimsieg hatten die Drevenacker die Elfmeterszene sogar auf Video festgehalten. Über die Möglichkeit, Einspruch gegen die Wertung des Spiels einzulegen, wollen sie im Laufe der Woche diskutieren. „Sicherlich wäre durch den Elfmeter mehr für uns drin gewesen“, so TuS-Obmann Ludger Bißlich, der im ersten Spiel nach der überraschenden Entlassung von Nikolay Glouhtchev am Sonntag als verantwortlich an der Linie zeichnete.
Bißlich und auch Saborowski haben aber so ihre Zweifel, ob die Drevenacker in einem Wiederholungsspiel erneut einen Punkt gegen Praest holen würden. Zudem erscheint es angesichts der Szenen nach dem Abpfiff, die sogar die Polizei auf den Plan riefen, nicht als gute Idee, dass sich diese beiden Mannschaften in den nächsten Wochen erneut begegnen.
„Auslöser war sicherlich der Elfmeter, trotzdem dürfen solche Sachen nicht passieren. Schade, dass unsere gute Leistung jetzt so in den Hintergrund gerät“, meint Bißlich. „Wer aber jetzt nur uns den Schwarzen Peter zuschieben möchte, der hat nicht mitbekommen, was da auf dem Platz und auch von den Zuschauern auf Seiten der Praester vorher gekommen ist.“ Saborowski ergänzt: „Die Mannschaft hat in der ersten Halbzeit hart gespielt und wurde dafür mit zahlreichen Gelben Karten bestraft. Aber in der zweiten Halbzeit hat auch der Gegner Karten gesammelt.“
In seinem Bericht hatte der Schiedsrichter, dem es durch zahlreiche Fouls, aber auch schauspielerische Einlagen wahrlich nicht einfach gemacht wurde, lediglich vermerkt, dass er nach dem Spiel zehn Minuten vor der verschlossenen Kabine habe warten müssen. Betreuer und Ordner hatten schließlich auf dem Platz ihre Mühe, die zahlreichen Streithähne zu trennen. Trotzdem könnten die Szenen nach dem Abpfiff ein Nachspiel für die Gastgeber und ihren beschuldigten Spieler haben.
„Der RSV Praest hat mir gegenüber angekündigt, einen Bericht bezüglich der Vorfälle zu verfassen“, so Gruppenleiter Holger Tripp. „Anschließend werde ich entscheiden, ob ein Verfahren eingeleitet werden muss, um alle Beteiligten anzuhören.“
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