„Der Handball lässt mich seit 1961 nicht los“
15.07.2012 | 16:00 Uhr 2012-07-15T16:00:00+0200
Attendorn. Für die große Überraschung auf dem Kreistag des Handballkreises Lenne-Sieg sorgte der wiedergewählte Vorsitzende Fritz Korte aus Eiserfeld. Er überreichte Erich König, der seit 25 Jahren Frauenwart ist, für seine großen Handball-Verdienste mit der goldenen Ehrennadel die höchste Auszeichnung des WHV (Westdeutscher Handballverband). Unsere Zeitung sprach mit dem Attendorner.
Frage: Was bedeutet Ihnen Handball?
Erich König: Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich mit dem Handball verbracht. 1961, „als Dotz“, hatte ich den ersten Ballkontakt und seitdem hat mich die kleine Lederkugel nicht mehr losgelassen - besser gesagt: sie mich nicht. 1966, mit 15 Jahren, arbeitete ich schon im damaligen DJK-Vorstand mit und war auch an der Fusion mit dem CVJM zum VfB Attendorn beteiligt. 1972 zog es mich dann zu den Sportfreunden Ennest, wo ich glaube, auch etwas bewegt zu haben.
Frage: Wie ist Ihr Resümee nach inzwischen 25 Jahren Tätigkeit im Kreisvorstand?
König: Ähnlich wie beim Fußball wurde zunächst auch der Frauenhandball belächelt. Doch es gibt immer wieder ein „Hoch“ und es werden große Ziele erreicht. Waren es in der Anfangsphase meiner Tätigkeit die Vereine AdH Weidenau und TSG Adler Dielfen sowie die Sportfreunde Ennest, sind momentan die Mädels des TuS 09 Drolshagen das Aushängeschild im Frauenhandball und ernten die Früchte der Nachwuchsarbeit.
Frage: Was hat sich geändert? König: Waren es in der Serie 87/88 noch 19 Mannschaften in der Kreisliga Frauen und Kreisklasse Frauen, gab es mit nur sieben Teams 2004/2005 ein absolutes Tief. Doch das Doppelspielrecht erlaubt den Vereinen mit Jugendarbeit, die Spielerinnen schneller an den Seniorenbereich heranzuführen bzw. auch eine Zweite oder Dritte Mannschaft zu stellen. Die Kommunikation mit SIS-Handballprogrammen, E-Mail oder Datenfernübertragung hat die Arbeit erheblich erleichtert.
Frage: Was ist schwieriger geworden? König: Die Hallenbelegungen im Winter. Hier finden Fußballturniere statt und die fehlenden Hallen bringen den Spielplan durcheinander. Meisterschaftsspiele an den Trainingsabenden in der Woche sind aus beruflichen Gründen oft schwierig zu terminieren.
Frage: Was waren die persönlichen Höhepunkte?
König: In den 80er und 90er Jahren die Organisation der über den Kreis hinaus bekannten „Ennester Handballtage“ mit über 80 Mannschaften. Der Empfang bei der Stadt Attendorn mit den Handballern von Dukla Prag im Januar 1982 oder der Trainer-Coup im Januar 1988 mit Hansi Schmidt. Nicht zu vergessen die Rückfahrt von einer 18:22 Spielniederlage und dem Freudentaumel auf einer kleinen Raststätte der Autobahn 45 bei Hagen, nachdem man telefonisch von der gleichzeitigen Niederlage des Konkurrenten gehört hatte und so trotzdem vorzeitig in die Oberliga aufstieg.
Frage: Viel erlebt...
König: Insgesamt habe ich in den Zeiten des Attendorner und Ennester Handballs 40 Jahre aktiv gespielt. Bin Schiedsrichter von 1981 bis 2008 gewesen und habe die Damenmannschaft der Sportfreunde Ennest bis zur Regionalliga begleitet und unterstützt. All diese Aufgaben waren nur mit der Hilfe und dem Verständnis meiner Frau und der Familie lösbar und machbar.Mit Erich König sprach Meinolf Wagner
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