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Schulden beim Verband: VTS Iserlohn drohte der Ausschluss

12.02.2010 | 16:15 Uhr

Iserlohn. Für den VTS Iserlohn, souveräner Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A, war es fünf vor zwölf. Am Mittwoch stand ein Ausschlussverfahren auf der Tagesordnung der Präsidiumsitzung des westfälischen Fußballverbandes.

Der Grund: Der türkische Verein steht mit knapp 6 000 Euro bei Kreis und Verband in der Kreide. Die Summe hatte sich über Jahre durch nicht beglichene Abgaben und Ordnungsgelder angehäuft. Der Kreiskassierer kam mit seinen limitierten Sanktionsmöglichkeiten nicht weit und gab den Fall an die zuständigen Stellen in Kaiserau weiter. Es folgten Mahnverfahren, die Einschaltung des Verbandsjustitiars, die Festsetzung immer neuer Fristen, aber die Verbindlichkeiten blieben. Somit kam es zur Ausschlussdrohung, und die ließ bei den Klubverantwortlichen des VTS die Alarmglocken schrillen.

Am letzten Sonntag rief der Vorsitzende Hayko Ertür die Mitglieder zusammen, um eine Sammelaktion zu initiieren. Bei der Veranstaltung war auch der Kreisvorsitzende Franz-Josef Bomnüter anwesend, der den VTS-Verantwortlichen klar machte, dass das Ende der Fahnenstange erreicht war. Und das wirkte. Es wurden dem Vernehmen nach rund 3 000 Euro gesammelt, die Bomnüter am Dienstag übernahm und überweis. Der Rest soll in Raten bis zum Jahresende abgetragen werden, und auf dieser Basis stoppte der Verband das Ausschlussverfahren. „Aber der Verein steht jetzt unter strenger Beobachtung. Werden die festgesetzten Fristen nicht eingehalten, wird das Verfahren sofort wieder eingeleitet,” mahnte Benno Ittermann, der FLVW-Vizepräsident.

Dass eine so hohe Summe überhaupt auflaufen konnte, wirft Fragen auf. Schlampige Arbeit des Vereins räumt auch Hayko Ertür ein, sieht die Verantwortung aber beim früheren Vorstand. „Da haben einige Leute die Mahnbescheide einfach ignoriert. Als der neue Vorstand Mitte 2008 ins Amt gekommen ist, wusste er nichts von diesen Schulden." Der Vorsitzende gibt an, seit dem Amtsantritt rund 5 000 Euro für laufende Abgaben und Rückstände gezahlt zu haben. Doch die Altlasten blieben offensichtlich.

Für die trägt nach Ansicht von Franz-Josef Bomnüter auch der Verband eine Mitschuld. „Wenn jahrelang keine Verbandsabgaben gezahlt werden, muss man früher einschreiten.” Als Fixkosten kommen auf einen Verein rund 600 Euro im Jahr zu, und wer sich viele Ordnungsstrafen und Spruchkammersitzung erlaubt, kann diesen Betrag locker verdoppeln.

Im Kreisvorstand ist man froh, dass der VTS-Ausschluss abgewendet wurde. „Sonst hätten wir von unserem Geld doch nichts mehr gesehen,” erläuterte der stellvertretende Kreisvorsitzende Andreas Joswig. Für ihn ist es jedoch ein Unding, dass der VTS bislang kein Konto eingerichtet hat, über das der Zahlungsverkehr abgewickelt werden kann. „Man müsste eigentlich eine Extragebühr für den zusätzlichen Verwaltungsaufwand erheben.” Der Normalfall ist, dass die Vereine Einzugsermächtigungen ausgestellt haben und somit die pünktliche Zahlung gewährleistet wird. So will es künftig auch der VTS handhaben - verspricht zumindest Hayko Ertür. „Ab März haben wir ein Konto, und dann gibt es bei uns keine Unregelmäßigkeiten mehr.”

Willy Schweer

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