Roosters: Keine Erklärung für die Abfuhr von Augsburg
15.02.2010 | 17:33 Uhr 2010-02-15T17:33:00+0100
Iserlohn. Vor einer Woche, mit sechs Punkten aus dem Wochenendeinsatz im Gepäck, waren die Roosters auf Tuchfühlung zu Platz zehn gegangen und setzten zum Sprung an. Und jetzt? Katzenjammer, nachdem die Panther zugebissen und die zuletzt gelobte Defensive auseinandergenommen haben.
Nach einer 2:0-Führung in Augsburg sieben Gegentore in 26 Minuten - und das in einem Schlüsselspiel im Kampf um die Pre-Play-offs. „Erklären kann ich das nicht,” sagte Trainer Uli Liebsch. Er bescheinigte seiner Mannschaft, das „beste Auswärtsdrittel der gesamten Saison” gespielt zu haben, in dem die Marschroute voll aufging. Nur der Vorsprung war viel zu gering. „Wir hätten im ersten Drittel locker 4:0 oder 5:0 führen müssen,” resümierte Manager Karsten Mende, für den eine Kette individueller Fehler - von aus den Birken über Langwieder bis Veideman - sowie unnötige Strafen den fatalen Umschwung ermöglichten. Der Coach verwies ganz allgemein auf eine unter Druck sehr schwache Abwehrleistung und sprach von einem katastrophalen Drittel.
Ganz bewusst sah er von einem Torwartwechsel während der Gegentorflut ab. „In diesem eiskalten Stadion Stefaniszin für aus den Birken zu bringen, hätte nichts gebracht. Mir war es wichtig, dass Danny mit einem positiven Erlebnis das Spiel beenden konnte.” Was mit dem zu Null im Schlussabschnitt ja gelang.
Für Trainer und Manager ist es nach der Abfuhr im Curt-Frenzel-Stadion, mit dessen 18 Millionen Euro teuren Umbau in den nächsten Wochen begonnen wird, von elementarer Bedeutung, eine nüchterne Analyse vorzunehmen. Mende: „Man darf jetzt nicht alles schlecht reden. Gegen Krefeld ist die Mannschaft zurück gekommen und hat eine tolle Moral bewiesen. In Augsburg hätten wir gewinnen müssen und auch gewinnen können, aber deshalb ist die Saison nicht schon gegen uns gelaufen.” So sieht es auch Liebsch, der trotz der vielen Defizite vom Freitag und des miserablen zweiten Drittels in Augsburg nicht an den Qualitäten der Mannschaft zweifelt. Die will er bis zum nächsten Spiel, am 2. März gegen Ingolstadt, wieder zur Geltung bringen.
Bis einschließlich Donnerstag hat er den Spielern frei gegeben, dann folgen vier intensive Trainingstage und noch einmal eine dreitägige Pause, ehe die Einstimmung auf den Endspurt beginnt. Zwei Punkte sind aufzuholen, falls Köln an diesem Dienstag Wolfsburg glatt schlägt, sogar fünf. „Wichtig ist, dass der Akku wieder aufgeladen wird und Blessuren auskuriert werden,” betonte Liebsch. Jimmy Roy wird sich in diesen Tagen einer Leistenoperation unterziehen, und er soll Anfang März zur Aufholjagd wieder voll belastbar sein.
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