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Lössel-Roden vor Match des Jahres

05.07.2012 | 17:10 Uhr
Lössel-Roden vor Match des Jahres
Beim TC Lössel Roden freut man sich auf das Topspiel.

Iserlohn. Es ist das Spiel der Spiele für den TC Lössel-Roden, wenn die Damen-40-Mannschaft des Klubs am Samstag um 13 Uhr auf eigener Anlage Eintracht Dortmund zum Entscheidungsspiel um den Regionalliga-Aufstieg erwartet. Nie zuvor hat eine Mannschaft des Vereins auf diesem Niveau gespielt.

Den Protagonistinnen einer bislang so erfolgreichen Saison ist der Rummel eher unangenehm. Die Mannschaft ist gewachsen, auf Verpflichtungen aus anderen Vereinen wurde stets verzichtet. Im Gespräch mit den Spielerinnen wird deutlich: Alles hat sich mehr oder weniger zufällig ergeben. Das Endprodukt ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die auch außerhalb des Platzes häufig gemeinsame Unternehmungen startet.

Unumstrittene Nummer eins ist seit Jahren Petra Berge. Sie stammt aus Tschechien und kam dort früh zum Tennissport. Im Leistungszentrum in Ostrau wurde bei ihr die Basis gelegt. Mit drei Trainingseinheiten pro Tag erarbeitete sie sich die Reife für die Junioren-Nationalmannschaft, in der sie an der Seite von Stars wie Jana Novotna agierte. Der Liebe wegen verzichtete sie jedoch auf eine Profikarriere und kam nach Deutschland, wo sie erfolgreich für die Damen von RW Hagen in Ober- und Regionalliga spielte. Danach war erst einmal Schluss mit Tennis. Als sie später nach Lössel gezogen war, entdeckte sie bei einem Spaziergang den Tennisplatz und knüpfte erste Kontakte zum TCLR.

Ganz ähnlich erging es 1993 auch Bettina Arens-Kardell. „Ich war völlig überrascht, dass es in Lössel einen Tennisplatz gibt“, sagt sie. Mit ihrem Mann wurde sie bald Mitglied. Beide hatten viel Spaß am weißen Sport und spielen heute in Mannschaften des Klubs. Sportlichen Erfolg hatte die Nummer zwei bis dahin in der Leichtathletik gehabt. Die Deutsche Vizemeisterschaft im Siebenkampf im Trikot des OSC Thier Dortmund war ihr größter Triumph. Nach einem Publizistik-Studium in Berlin schloss sich die Arbeit in der Sportredaktion des Sender Freies Berlin an, bevor schließlich die Rückkehr in die Heimat auf dem Plan stand.

Von ihrer ausgezeichneten Physis profitiert Arens-Kardell auch heute beim Tennis. Zehn Siege in zehn Spielen stehen in dieser Saison zu Buche - eine Bilanz, die ihr eine Einladung des Westfälischen Tennisverbandes einbrachte, den WTV bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften zu vertreten. Und damit schließt sich der Kreis, hatte sie als Jugendliche doch auch schon den Deutschen Leichtathletik-Verband bei einem Länderkampf repräsentiert.

Praktisch als Gegenentwurf gilt Kirsten Gödde. Die Nummer drei (ebenfalls ohne Niederlage) spielt Tennis, seit sie sieben Jahre alt ist und engagiert sich ähnlich wie ihr Vater, der Klubvorsitzende Bernd Volkmer, im Verein - erst als Jugendtrainerin und jetzt seit vielen Jahren auch als Mannschaftsführerin. Neben ihrem Beruf als IT-Kraft bei den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid gilt dem Tennis das Hauptaugenmerk. Und dass sie hier zu den besten heimischen Spielerinnen zählt, hat sie in den letzten Jahren auch bei den Stadtmeisterschaften gezeigt, wo sie bereits mehrfach die Damen-Konkurrenz gegen deutlich jüngere Spielerinnen gewonnen hat. Aktueller Erfolg war der dritte Platz bei den Westfälischen Titelkämpfen der Damen 40.

Eher eine Spätberufene im Tennis ist dagegen Stefanie Lange-Steinschulte, die Nummer vier der Mannschaft, zu der außerdem noch Corinna Gorges, Kim Balbo sowie Antje Isenberg und Monika Jaschik gehören. Erst mit 30 Jahren nahm Lange-Steinschulte den Schläger in die Hand. Zuvor hatte sie erfolgreich Volleyball u.a. beim TV Hörde gespielt. Über private Kontakte fand die Lehrerin (Schwerpunkt Sport) an einer Förderschule den Weg in die Mannschaft beim TCLR und weist ebenfalls eine weiße Weste in dieser Saison auf. Neben dem Tennis ist sie passionierte Seglerin. Nach Saisonende steht das Reiseziel bereits fest: Das eigene Boot auf dem Ijsselmeer.

Zuvor steht aber jedoch noch das Match des Jahres auf dem Programm, in das die TCLR-Damen sehr entspannt gehen. Und genau diese Lockerheit hat die Mannschaft bislang so erfolgreich gemacht.

Von Markus Wassmuth



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