Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Basketball

Gekämpft, geackert, gewonnen

13.03.2011 | 16:41 Uhr
Gekämpft, geackert, gewonnen
Sehr gefasst nach dem wichtigen Sieg gegen Cuxhaven: ETB-Shooting Guard Marco Buljevic.

ETB -
Cuxhaven 89:85 (33:47)

Es gibt unterschiedliche Formen mit Freude umzugehen. Introvertiert gab sich Marco Buljevic. Sehr gefasst, ob dieses enorm wichtigen 89:85-Erfolgs seiner ETB Wohnbau Baskets gegen Cuxhaven, mit dem die Essener weiter gute Karten im Kampf um den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga (Pro A) in Händen halten. Gekämpft, geackert, gewonnen. Endlich mal wieder – und endlich auch mal ein ganz enges Spiel. „Ich freue mich innerlich extrem“, musste Buljevic seine Gefühlslage schon umschreiben, anzusehen war sie ihm nicht. Die Begründung, unter Berücksichtigung der zukünftigen Aufgaben, leuchtete natürlich ein: „Wir haben schon öfter mal gedacht, dass der Knoten geplatzt ist. Wir sind nicht Weltmeister geworden.“

Womit er natürlich Recht hatte, zumal auch die Konkurrenz aus Rhöndorf (gegen Heidelberg), Osnabrück (in Kirchheim) und vor allem Freiburg (in Chemnitz) siegen konnte.

Trotzdem machte sich nicht schuldig, wer seine Glücksgefühle an diesem Abend offen zur Schau stellte. Kevin Kern jedenfalls bekam sein Grinsen nicht aus dem Gesicht. Von „Wahnsinn“ sprach er, und obwohl auch er das Bildnis vom geplatzten Knoten nicht benutzen wollte, so hoffte er doch auf einen „Schub“ für die anstehenden Aufgaben. „Die schwer sind“, so Kern. Aber diese Aussichten konnten ihm die Laune auch nicht verderben. Warum auch?

800 Zuschauer am Hallo sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten. Die Gäste von der Nordsee, mit der Empfehlung von vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen ins Ruhrgebiet angereist, spielten in den ersten 20 Minuten so, wie man das erwarten durfte. Mit der Leichtigkeit eines Teams, das einen Lauf hat. Dass der ETB dabei aber nur höflich Spalier stand, gerade auch die viel gelobte Defensive nicht wirklich zupacken konnte, wurmte Trainer Igor Krizanovic über alle Maßen. Laut sei es in der Kabine gewesen und Kevin Kern fasste sich bei dieser Aussage unbewusst ans Ohr. Sehr laut also. „Vielleicht hat uns die Bedeutung dieses Spiels gelähmt“, erklärte sich Krizanovic nach der Schlusssirene. „Aber wir haben bieder gespielt und es gab keinen Grund, Cuxhaven so zum Zuge kommen zu lassen. Das war enttäuschend.“

Worte, die offensichtlich gefruchtet hatten. Der ETB ging nun deutlich aggressiver zu Werke und pirschte sich nach einem 33:47-Pausenrückstand heran – Punkt für Punkt. Die letzte Sekunde des dritten Viertels war schon lange angebrochen, da stand es 56:59. Den Ball einfach „wegzuschmeißen“ war die einzige Möglichkeit. Erkannt – gemacht. An der Mittellinie katapultierte Chris Alexander die große rote Basketball-Kugel irgendwie Richtung Korb, der Ball segelte für deutlich mehr als diesen Bruchteil einer Sekunde durch die Hallenluft und senkte sich genau in den Ort seiner Bestimmung. 59:59 – Wahnsinn!

Und vielleicht auch noch mal der entscheidende Kick, auch im letzten Viertel dranzubleiben. Auch die 800 Fans am Hallo machten nun Krach, wie man es von 800 Leuten gar nicht erwarten würde. „Dieser Treffer hat sicher Emotionen freigesetzt“, meinte auch ETB-Coach Igor Krizanovic. Der nach der berechtigten Kritik an einer schwachen ersten Halbzeit dann auch mit Lob nicht geizen wollte. „Wie die Mannschaft zurückgekommen ist, dafür gebürt ihr allerhöchster Respekt.“

Aber auch Krizanovic freute sich an diesem Abend wieder einmal nach innen gekehrt: „Wie wir Niederlagen abhaken können, müssen wir diesen Sieg auch ganz schnell abhaken. Das wird schwer genug, aber es gibt noch nichts zu feiern.“

ETB: Alexander (23/davon 2 Dreier), Esterkamp (19/3), Chones (17), Schröter (16/1), Buljevic (7/1), Kern (3/1), Bartels, Fiorentino (je 2), Spettmann.

Achim Faust


Kommentare
Aus dem Ressort
Nach 3:1-Sieg bieten sich RWE-Trainer Fascher Alternativen
Analyse
Aufgabe gelöst, drei Punkte eingefahren, zwar ohne Glanz, aber unterm Strich verdient. Das reicht. Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen ist mit dem3:1-Sieg beim Abstiegskandidaten SV Lippstadtzufrieden. Und Trainer Fascher ist froh über weitere Alternativen.
SGS Essen: Pokal-Euphorie trifft Liga-Alltag
Frauenfußball
Köln - eine schöne Stadt? Lisa Weiß findet schon. Selbst als gebürtige Düsseldorferin. Allerdings ist es viel mehr der Anlass, der die Torfrau des Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen am 17. Mai gerne die Rheinseite wechseln lässt.
Gelungener Saisonstart der Essener Judo-Frauen
Judo Regionalliga
Der 1. Essener Judoclub startet mit einem Sieg und einer knappen Niederlage in die Saison der Damen-Regionalliga.
Tusem freut sich auf den Vergleich mit den Füchsen aus Berlin
Jugendhandball
Aufgabe erfüllt, Ziel erreicht. Mit dem 42:23 (23:12)-Sieg beim ASV Senden stehen die A-Jugend-Handballer des Tusem im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft.
RWE gibt sich keine Blöße und siegt 3:1 beim SV Lippstadt
Regionalliga West
RWE-Trainer Marc Fascher hatte das Liga-Spiel bei Aufsteiger SV Lippstadt zum „Charaktertest“ für seine Mannschaft gemacht. Die Rot-Weißen haben ihn bestanden: Der Fußball-Regionalligist feierte am Montagabend einen 3:1 (1:1)-Sieg beim Kellerkind aus Westfalen.
Umfrage 5./6.3.2014
Rot-Weiss Essen hat das Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg am 8. April um eine Stunde vorverlegt. Das wollten der TV-Sender Sport1 und die Polizei. Was halten sie davon?

Rot-Weiss Essen hat das Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg am 8. April um eine Stunde vorverlegt. Das wollten der TV-Sender Sport1 und die Polizei. Was halten sie davon?

So haben unsere Leser abgestimmt

Gut so, dann kann ich erst RWE-MSV, später Champions League gucken.
17%
Mir egal. Hauptsache, ich kann das Spiel live im Fernsehen sehen.
8%
Ich habe Verständnis dafür, dass die Klubs dem Sender und der Polizei entgegen kommen.
40%
Das ist rücksichtslos gegenüber den Stadion-Besuchern, die an dem Tag arbeiten müssen.
34%
686 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
Saisonstart für Cardinals
Bildgalerie
American Football
ETB verpasst das „Triple“
Bildgalerie
Fußball