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Basketball: 2. Liga

ETB Baskets: Ball flach halten

04.04.2011 | 19:36 Uhr
ETB Baskets: Ball flach halten

Die ETB Wohnbau Baskets stehen dicht vor dem Klassenerhalt in der Zweiten Basketball-Bundesliga (Pro A). Nicht allein, weil das tabellarische Bild diese Interpretation durchaus zulässt – die Interpretation eigentlich fast schon schlüssig ist. Nein, auch die Art und Weise wie die Essener in den vergangenen Wochen ihre schwarz-weißen Kleckse eben in diesem Tabellenbild neu angeordnet hat, macht Mut. Knappe Spiele wurden gewonnen – seit Jahren eigentlich nicht die Stärke der Wohnbau Baskets.

Und nun auch noch dieser Paukenschlag beim USC Heidelberg. Der vierte Saison-Sieg in Folge, ausgerechnet gegen einen Gegner, der in den bisherigen Duellen immer das letzte Wort haben musste, war deutlich und spiegelte den Spielverlauf einigermaßen detailgetreu wieder. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, hatte sich Igor Krizanovic nach dem Sieg sehr vorsichtig geäußert und wer den Kroaten kennt, weiß, dass keine Änderung dieser Einschätzung festzustellen sein wird, ehe nicht alles in Theorie und Praxis gemeißelt ist. Ball flach halten, ist angesagt. Bis alles wasserdicht ist.

Gut verschnürt ist das Paket „Klassenerhalt“ jedenfalls schon mal: Drei Spiele stehen noch aus, vielleicht reicht schon ein Sieg um es abzudichten, auf jeden Fall zwei. Am Samstag geht es am „Hallo“ gegen Jena (19.30 Uhr). „Die Mannschaft spielt sehr gerne zusammen und das wollen wir noch zeigen“, versucht Krizanovic den Fokus etwas zu verschieben, den Druck abzubauen. Jetzt – so kurz vor dem Ziel, das im Winter so weit weg war.

Auf einmal hat der ETB Fahrt aufgenommen. Weil sich die ganze Mannschaft steigerte, ganz ohne Frage. Aber auch, weil diese Mannschaft sich seit Wochen vor allem auf zwei Jungs verlassen kann: Steven Esterkamp, im Winter für den suspendierten Morgan Lewis nach Essen gekommen, hat mit seiner Erfahrung für die erhoffte Stabilität gesorgt. Und Chris Alexander spielt überragend und punktet und punktet und punktet. 33 waren es in Heidelberg.

Ausgerechnet Chris Alexander, den der ETB schon abgeschoben hatte. Marcus Parker sollte kommen, für Alexander war kein Platz mehr. Parker scheiterte schon am Fitnesstest, die Baskets mussten Abbitte leisten. Das hat auch Krizanovic nicht vergessen. „Manchmal läuft es offensichtlich so im Leben. Irgendetwas geht schief, man ist auf der falschen Fährte und dann wird doch alles gut. Man muss Chris sehr dankbar sein.“

Vielleicht war es auch für den US-Amerikaner ein Weckruf. Eine zweite Chance. Die hat Alexander jedenfalls genutzt. Denn auch wenn der ETB damals in der Handhabe der Personalien Alexander/Parker schlecht ausgesehen hatte, so stellt doch Igor Krizanovic doch zurecht fest: „Der Chris Alexander von heute ist mit dem aus dem ersten Drittel der Saison nicht zu vergleichen.“

Der Chris Alexander von heute sollte Pro A-Spieler des Monats werden, findet Krizannovic. „Wer sonst?“ Man muss ja wirklich auch nicht jeden Ball flach halten.

Achim Faust



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