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Gerald Wagener will Giants mit einer halben Million Euro retten

11.06.2012 | 23:30 Uhr
Gerald Wagener will Giants mit einer halben Million Euro retten

Düsseldorf. Seit vergangener Woche stehen die Giants ohne eine Spiellizenz für eine der drei Profi-Basketball-Ligen in Deutschland da. Die Wildcard für die Bundesliga ging an Mitbewerber Gießen, von der Pro A wurde das Team von Trainer Murat Didin zum Zwangsabsteiger in die viertklassige Regionalliga erklärt. Doch nun könnte eine spektakuläre Wende folgen – durch eine zeitweise in Düsseldorf eher unerwünschte Person.

75 Prozent der Anteile

Wie Gerald Wagener, ehemaliger Chef der für die Giganten gewichenen Magics, gegenüber der NRZ bestätigte, unterbreitete der Geschäftsmann dem Verein um Gesellschafter Murat Didin ein Angebot zur Rettung des Profi-Basketballs in der Stadt.

In einer E-Mail bot der Krefelder Unternehmer den Giganten 500 000 Euro an, um der Liga die finanzielle Solidität nachweisen zu können – wenn diese dafür ihre Genehmigung erteilt. Dafür würde Wagener 75 Prozent der Anteile an der Spielbetriebs-GmbH der Giants einfordern, mit einer Rückkaufklausel für Didin bis spätestens 31. Dezember. An das Angebot sind weitere Bedingungen geknüpft. Der ART müsste als neuer sowie alleiniger Unterbau der Profi-Mannschaft integriert und alle Altschulden zuvor getilgt werden. Dabei ist mit Capone vor einem Jahr gerade erst ein Unterbau mit Nachwuchsteams als Giants e.V. installiert worden. Klaus Wischnitzki, 1. Vorsitzender des ART, betonte zudem im NRZ-Gespräch: „Mit mir wurde darüber nicht gesprochen.“

Auch Hansjörg Tamoj, AG-Vorstandsvorsitzender der 2. Basketball-Bundesliga, hat von diesem Einigungsangebot noch nichts vernommen. Dabei weist Wagener in seiner Mail auf Absprachen mit ihm hin. „Er hat mich nicht nach Lösungsansetzen gefragt, sondern wollte nur eine Einschätzung der Sachlage. Diese Mail nun so zu veröffentlichen, ist ein unmöglicher Vorgang“, betonte Tamoj auf NRZ-Nachfrage.

Dem Vernehmen nach soll Giants-Geschäftsführer Murat Didin ohnehin noch nicht auf die vielleicht rettende Offerte reagiert haben. Und auf weitere Nachfrage wollte Wagener zu seinem Angebot keinen Kommentar abgeben.

Doch ist eine Rückkehr des Multimillionärs in die Stadt wirklich denkbar? Zur Erinnerung: Wagener erwarb einst die Betreiber-Gesellschaft der Stockumer Arena und im Zuge dessen wurden Ungereimtheiten aufgedeckt. Daraus resultierte ein Streit mit dem verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin und dessen damals rechter Hand, Christina Begale. Wagener verkaufte die Gesellschaft mit Gewinn zurück an die Stadt – und avancierte zur Persona non grata der Düsseldorfer Sportpolitik. Daraufhin zog sich der Geschäftsmann auch offiziell bei den Magics zurück. Rettete seinen alten Klub in der letzten Saison jedoch aus finanziellen Nöten und sprang mit seiner damaligen Firma ein.

Dies veranlasste die Stadt dazu, die Magics ganz fallen zu lassen und das Nutzungsrecht für die Spielstätte zu kündigen. Die städtischen Sponsoren hätten zudem ihre Engagement bei einer weiteren Spielzeit nicht verlängert. So lotste der ehemalige OB stattdessen die Giants aus Leverkusen in die Region, woraufhin sich die Magics auflösten und die Lizenz nach München ging. Mit welcher der FC Bayern mittlerweile in der Bundesliga aktiv ist. Bis heute sitzt Wagener bei den Bajuwaren im Beirat.

Mareike Scheer



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