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Fußball-Bundesliga

Fortuna-Widerspruch gegen drohendes Geisterspiel

17.06.2012 | 22:40 Uhr
Fortuna-Widerspruch gegen drohendes Geisterspiel
Fortuna Düsseldorf erwägt einen Widerspruch gegen den Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses.Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Aller Voraussicht nach legt Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf am Montagvormittag vor dem DFB-Schiedsgericht Widerspruch gegen den Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses ein. Es drohen ein Geisterspiel und eine empfindliche Geldstrafe.

Fortuna gegen Hertha BSC – es läuft die x-te Nachspielzeit! Am Montagvormittag dürfte der Fußball-Bundesliga-Aufsteiger Widerspruch gegen den Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses einlegen. Und damit die Entscheidung über eine Strafe für das chaotische Ende des Fußball-Bundesliga-Entscheids vor das DFB-Schiedsgericht bringen.

Der ermittelnde Kontrollausschuss unter dem Vorsitz des ehemaligen Münchener 1860-Ex-Profis Anton Nachreiner hat bekanntlich für die dreimalige Spielunterbrechung durch Zuschauer auf dem Rasen und gezündete Feuerwerkskörper im Relegationsrückspiel am 15. Mai ein Fortuna-Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit nebst einer Geldstrafe von 100 000 Euro gefordert.

Schaden von 500 000 Euro

Der monetäre Schaden für Fortuna, sollte es bei diesem Urteil bleiben, beliefe sich auf rund 500 000 Euro. Rechnet man sämtliche Abgaben (beispielsweise für den Ordnungsdienst oder die Arena-Miete) im Rahmen eines (ausverkauften) Bundesliga-Heimspiels heraus, würden rund 400 000 Euro an durch ein Geisterspiel entgangener Einnahme übrig bleiben.

Es lässt sich derzeit nur spekulieren, inwieweit der Widerspruch auch dazu dienen könnte, eventuellen monetären Schaden auch vom Ordnungsdienst der Firma von Ex-DEG-Präsident Josef Klüh begleichen zu lassen. Fortuna wird an dieser Stelle sicherlich versuchen zu prüfen, ob ein verfrühter Platzsturm in der Nachspielzeit durch die Ordner hätte vereitelt werden können.

Nicht nur die Rekonstruktion der Sachlage an jenem Abend ist knifflig. Die Betreibergesellschaft, bei der die Fortuna die Arena für die Heimspiele anmietet, besitzt mit der Klüh-Gruppe einen Vertrag über den Ordnungsdienst bis 2015.

Widerspruch könnte zum Eigentor werden

Gleichwohl könnte der Widerspruch gegen die vorgeschlagene Strafe des Kontrollausschusses auch zum Eigentor werden. Sollte das Schiedsgericht nämlich die Strafe als noch zu milde ansehen. Dieser Fall gilt zwar als wenig wahrscheinlich, ist aber auch nicht ganz auszuschließen.

Übrigens: Nach Du-Ri Cha vom schottischen Meister Celtic Glasgow könnte noch ein zweiter Südkoreaner zur Fortuna wechseln. Offenbar scheint der 20-jährige Angreifer Hyun-Jun Suk vom niederländischen Ehrendivisionär FC Groningen für Fortuna interessant zu sein. Das zumindest behauptet die Groninger Tageszeitung „De Gezinsbode“.

Gegner zur Saisoneröffnung weiter offen

Die Weiß-Grünen wollen einen ihrer Angreifer loswerden. Suk wäre ein Kandidat, steht allerdings noch bis zum 30. Juni 2013 im niederländischen Norden unter Vertrag. Zuletzt hatte der Asiate 20 Liga-Einsätze, davon aber nur fünf Starts, schoss immerhin fünf Treffer, plagte sich ab Anfang November jedoch zweieinhalb Monate mit Knieproblemen herum. Eher fraglich, ob Suk tatsächlich im Visier von Sportvorstand Wolf Werner kreist.

Nochmal übrigens: Wer kommt zum Saisoneröffnungsmatch der Fortunen in die Arena? Premier-League-Aufsteiger West Ham United war offenbar ein heißer Kandidat. Doch die Londoner touren Ende Juli im Osten Deutschlands. Und testen gegen Drittligist Rot-Weiß Erfurt sowie bei den Zweitligisten Dynamo Dresden und Energie Cottbus. Noch steht auch Fortunas Eröffnungsspieltermin nicht fest. Weil Anfang August offenbar ein zweites Trainingslager plant.

Michael Ryberg



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