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Überraschende Abmeldung

07.07.2012 | 12:00 Uhr
Überraschende Abmeldung

Paukenschlag im Dortmunder Frauen-Fußball: Die SG Lütgendortmund zieht ihre Mannschaft aus der Westfalenliga zurück. In den letzten Tagen ging es in der Kaderplanung drunter und drüber. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass vorherige Zusagen letztlich doch revidiert wurden. Dass wir die Mannschaft nicht freiwillig zurückziehen, steht natürlich außer Frage. Aber wenn man nur zwei, drei Spielerinnen beim Training hat, macht das alles keinen Sinn mehr“, sagt Geschäftsführer Rolf Heinbach.

Zuletzt wurde reichlich spekuliert, wie es in Lütgendortmund weitergeht. Am Montag hatten sich alle Spielerinnen der ersten Mannschaft vom Verein abgemeldet, zuvor hatte bereits Trainer Andreas Krznar seinen Vertrag gekündigt und beim Zweitligisten 1. FFC Recklinghausen angeheuert.

Und dennoch verlief der Rückzug insgesamt ziemlich überraschend. Ein neuer Coach hatte am Crengeldanz bereits zwei Übungseinheiten mit neuem Personal geleitet. Eine konkurrenzfähige Mannschaft kam jedoch nicht zusammen. Abteilungsleiterin Susanne Becker: „Das Ende kommt für mich überraschend. Wir hatten bereits einen neuen Trainer und zwei Probetrainings. Genützt hat dies leider nichts“, hebt Becker die Bemühungen hervor, einen Verbleib der SGL in der Westfalenliga zu gewährleisten. „Alle Spielerinnen aus der abgelaufenen Saison haben sich am Montag endgültig abgemeldet. Ich kann nicht sagen, ob manche zurückkehren werden.“

Einige der Spielerinnen haben unterdessen einen neuen Verein gefunden: Nadine Schmidt und Charlotte Beine folgen Krznar nach Recklinghausen in die 2. Liga. Sportliche Tapetenwechsel, die wohl nicht von ungefähr kommen. Für andere hält das Personalkarussell derweil in der näheren Umgebung. So streifen sich Julia Gödecke und Claudia Bauch künftig das Trikot der SpVg Berghofen über.

Berghofens Übungsleiter Manfred Schulze bewertete den Rückzug der langjährigen Dortmunder Konkurrenz auf zwei Ebenen: „Sportlich ist das natürlich ein großer Vorteil für uns. Wir profitieren von wahrscheinlich insgesamt vier Spielerwechseln. Finanziell ist es jedoch ein harter Brocken für uns. Die Derbys waren immer sehr, sehr gut besucht und bildeten eine wichtige Einnahmequelle.“

Überrascht habe ihn der Rückzug indes nicht, so Schulze. „Schon während der abgelaufenen Saison stand ich in engem Kontakt mit Andreas Krznar. Die Probleme waren mir bekannt.“

„Es ist natürlich traurig, dass die müßige Arbeit der letzten 18 Monate bei der SGL so ein Ende nimmt. Nach meinem Kenntnisstand waren die Spielerinnen zunächst gewillt, weiterzumachen. Letztlich kollidierten wohl die Vorstellungen von Vorstand und Spieler derart. Schade“, lautete die erste Stellungnahme des ehemaligen Lütgendortmunder Trainer Andreas Krznar

Die Abmeldung der Mannschaft wird aber keinerlei Auswirkung auf die Regionalliga-Vertretung der U 17. Die aktuelle „Zweite“ wird dagegen in der Landesliga nun das Aushängeschild des Vereins sein.

Carsten Rose



Kommentare
09.07.2012
13:06
Niedergang der SGL Frauenmannschaft !
von Luemmel04 | #3

Traurig, traurig, aber wenn Laien bei der SGL in der Verantwortung stehen !?

08.07.2012
13:28
Überraschende Abmeldung
von DEWFan | #2

Was für eine Posse. Und der Dortmunder Frauenfußball fällt niveaumäßig auf ein Level noch unterhalb des Essener Männerfußballs: die haben "immerhin" 2 x 4. und einmal 5. Liga zu bieten. Traurig, dass die Dortmunder Vereine in diesem Bereich auf Dauer absolut nix auf die Kette kriegen. Vielleicht sollte der BVB ein Damenteam aufstellen. Denn wie soll sich bei diesen ganzen Bäumchen-wechsle-dich-Spielchen der Auf- und Abstiege diverser Vereine eine vernünftige Fanbasis entwickeln können? Ein RWE-Fan würde doch auch nicht zum FC Kray wechseln, oder?

07.07.2012
16:58
Überraschende Abmeldung
von RitterFirst | #1

Es ist eigentlich sehr schade.
Dann sind die" großen Zeiten" der SG endgültig vorbei.
Vor LüDo gab es Brackel. Die waren einige Jahre eine "Macht". Danach kam die SG.
Und jetzt übernimmt Berghofen eben das Zepter.
So ist es halt im Frauenfußball.

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