Hartmann und die Olympianorm – die letzte Chance
05.07.2012 | 19:19 Uhr 2012-07-05T19:19:00+0200
Wenn man eine gute Startgelegenheit fast vor der Haustür geboten bekommt, muss man die Chance nutzen. Die Mittel- und Langstreckler der LG Olympia erhoffen sich daher einige Glanz-Leistungen bei der Internationalen Leichtathletik-Gala heute und morgen in Bottrop. „Ein Hauch von Olympia wird durch das Jahnstadion wehen“, verspricht der Veranstalter.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird voraussichtlich Caster Semenya (Südafrika) stehen, die bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin überraschend die Goldmedaille über 800m gewann. Anschließend geriet sie wegen ihres männlichen Körperbaus in die Diskussion, doch nach einem Geschlechtstest durfte die damals 18-Jährige ihre Goldmedaille behalten.
Jana Hartmann (LGO), die in Bottrop die allerletzte Möglichkeit hat, sich noch für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, braucht somit keine Angst zu haben, dass das Tempo zu langsam ist. Schließlich hat Semenya, die inzwischen 21-Jährige, über 800m eine persönliche Bestzeit von 1:55,45 Minuten. Hartmann steht vergleichsweise mit 2:00,71 Minuten (2009) zu Buche. Für das Olympia-Ticket muss die fünffache deutsche 800m-Meisterin 1:59,75 Minuten laufen. „Das wird unwahrscheinlich schwierig werden, aber ich werde auch meine Minimalchance nutzen“, zeigt sich Hartmann fest entschlossen, (Fast-) Unmögliches im letzten Augenblick doch noch möglich zu machen.
Ihre Teamkollegin Monika Merl hatte bereits nach ihrem Sturz bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid die Olympischen Spiele in London und die Europameisterschaft in Helsinki abgehakt. Trotzdem versucht sie, sich jetzt noch einmal zu motivieren, denn ihr umfangreiches Vorbereitungsprogramm soll nicht ganz umsonst gewesen sein.
Feil richtet Blick nach vorn
Merl hat sich daher für Bottrop auf der Zwei-Runden-Distanz eine Verbesserung ihrer persönlichen Jahresbestzeit von 2:04,20 Minuten vorgenommen. Allerdings konnte sich die frühere deutsche 800m-Meisterin nicht optimal auf die Gala vorbereiten, denn sie musste ihre Blessuren, die sie sich beim Sturz in Wattenscheid zugezogen hatte, einige Tage auskurieren.
Die Vergangenheit abhaken und den Blick nach vorne richten, möchte auch Friederike Feil (LGO), die nach ihrem Zehenbruch in Bottrop ihre Saison-Premiere über 3000m-Hindernis gibt.
Die letztjährige DM-Dritte über diese Distanz gibt sich optimistisch: „Im Training läuft es bei mir zurzeit recht gut, und ich bin in den letzten Wochen auch wieder in Spikes gelaufen. Da müsste es eigentlich wieder klappen.“ Ihr Trainer Pierre Ayadi traut ihr eine Zeit unter 10:20 Minuten zu.
Florian Wolter (LGO), der in der Halle so groß auftrumpfte, trat im Freien bisher kaum in Erscheinung. In Bottrop möchte der 20-jährige LGO-Mittelstreckler über 1500m in den Bereich seiner persönlichen Bestzeit von 3:49,37 Minuten kommen. Auch sein Teamkollege Christof Neuhaus sucht seine Chance über 1500m.
Philipp Hövelmann (LGO) gibt dagegen der 5000m-Distanz den Vorzug und hat sich dort mit dem Unterbieten der 15-Minuten-Marke ebenfalls ein hohes Ziel gesetzt.
Einen letzten Test vor den deutschen Jugendmeisterschaften vom 20. bis 22. Juli in Mönchengladbach unternehmen Yannik Giese und Vanessa Guting über 800m. Begleitet werde sie dabei von ihrer Teamkollegin Sarah Sager.
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