Die stabile Basis hat absolute Priorität
16.07.2012 | 19:27 Uhr 2012-07-16T19:27:00+0200
Von Hause aus ist Andreas Heiermann Fußballer, Dortmunder Fußballer. Entsprechend genießt er, kann auch gut einordnen, was die Double-Gewinner für Stadt und Verein bewirkt haben. Mit etwas Abstand ist es ihm dann aber doch ein Bedürfnis, auf seine Abteilung hinzuweisen: Der BVB-Handball zieht nach einem Jahr mit Trainer-Managerin Alice Vogler eine ausgesprochen positive Bilanz.
„Ich mache die Vorstandsarbeit im sechsten Jahr, aber jetzt sehe ich erstmals eine Entwicklung“, ist Heiermann inzwischen überzeugt, mit der Personalie Alice Vogler alles richtig gemacht zu haben. Nach Jahren mit wechselnden Erfolgen, immer anderen Protagonisten, internen Querelen, vernachlässigter Jugend- und Vereinsarbeit scheint es mit der Abteilungs-Managerin jetzt tatsächlich an fast allen Brennpunkten der Vergangenheit in geregelten Bahnen zu laufen.
Alice Vogler, das bekennende Nordlicht mit Segel-Hobby, würde vermutlich eher von ruhigem Fahrwasser sprechen, in dem sie bei allem Ehrgeiz zunächst auch bleiben will: Sie möchte ihr Team auch in der kommenden Zweitliga-Saison hinter den Favoriten Nellingen, Bietigheim oder Rosengarten positionieren. Wichtiger ist, und damit fährt sie absolut auf einem Kurs mit Andreas Heiermann, dass die Basis stabilisiert wird. Der Unterbau, die komplette Abteilung muss solide genug sein, um auch langfristig eine Erstliga-Mannschaft zu tragen.
„Entwicklung“ ist für Vogler entscheidend, und Entwicklung lässt sich auf allen Ebenen belegen:
1. Die Jugendabteilung
Vor zwei Jahren, als Alice Vogler als Oberliga-Trainerin zum BVB kam, gab es fünf Jugendmannschaften, jetzt sind es acht, und in jeder Altersklasse ist die höchste Liga besetzt.
2. Die Trainer
Neue qualifizierte Fachleute wurden hinzugezogen. Neben vielen Spielerinnen (Porvaznikova, Kowalska, Glathe u.a.) auch Frank Moormann, der die neu formierte B-Jugend locker durch die Bezirksliga-Qualifikation führte.
3. Externe Talente
Eine Vielzahl von Nachwuchsspielerinnen, die in Sichtungstrainings erfasst wurden, konnten zum BVB gelockt werden. Heiermann: „Der BVB muss für alle Talente die erste Adresse werden.“
4. Die zweite Mannschaft
Der überraschende Aufstieg des Oberliga-Teams in die 3. Liga war ein Abenteuer, das zunächst zu scheitern drohte. „Die Mannschaft hat sich entwickelt und am Ende den Klassenerhalt geschafft“, sagt Alice Vogler. Das soll Trainerin Sandra Rother jetzt – erneut mit ganz jungen Spielerinnen – wiederholen.
5. Der Wohlfühlfaktor
Es jedem recht zu machen ist nicht möglich, aber die gute Atmosphäre steht ganz oben in der Rangliste. Bestes Beispiel ist Neuzugang Sally Potocki. „Sie hätte auch in Blomberg bleiben können, in der 1. Liga“, sagt Alice Vogler, „bei uns hat sie einfach das gesamte Umfeld überzeugt.“
Dass der auf allen Ebenen positive Trend auch mit dem positiven Gesamtbild des BVB einher geht, wollen Heiermann und Vogler gar nicht verhehlen. Und es ist nicht nur das Image, die Marke BVB: „Auch finanziell lässt sich mit Hilfe des Hauptvereins jetzt eher mal was bewirken“, räumt der Handball-Vorstand Veränderungen ein.
Was am Grundkonzept aber nichts ändern wird. Auch in Zukunft sollen die fertigen Neuzugänge die Ausnahme bleiben. „Wir wollen ausbilden“, sagt Heiermann, „eher sollen andere Vereine die fertigen Spielerinnen bei uns suchen.“
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