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Frauen-Wasserball

Zwei der Größten hören auf

26.06.2012 | 19:36 Uhr
Zwei der Größten hören auf
Coach Thilo Khil verliert zwei Führungsspielerinnen. Lina Rohe und Katrin Dierolf - hier rechts im Bild - sagen ihrem Sport nach vielen Jahren Adieu.

Der langjährige Meister Blau-Weiß Bochum muss in der Frauen-Wasserballbundesliga den Neuaufbau angehen. Mit Lina Rohe und Katrin Dierolf hören zwei tragende Säulen auf. Trainer Thilo Khil macht weiter – und sucht Spielerinnen.

„Wir hatten im Frauen-Wasserball einfach eine herausragende Generation“, sagt Werner Tubbesing. Und es sei auch klar, dass das nicht immer so weiter gehen kann, so der Wasserballwart vom SV Blau-Weiß. Der Fokus verlagert sich leicht. Nun ist das Männerteam nach dem geschafften Aufstieg immerhin zurück in der Zweiten Liga.

Bei den Frauen, wo der Klub aus dem Wiesental nach einem glatten Dutzend Meisterschaften (2000 - 2011) in diesem Jahr erstmals Bayer Uerdingen im Titelkampf und im Pokal den Vortritt lassen musste, wird es einen Schnitt geben müssen: Mit Lina Rohe (28) und Katrin Dierolf (33) hängen zwei der absoluten Leistungsträgerinnen die Wasserball-Kappe an den Nagel.

Lina Rohe, wie Dierolf auch vielfache Nationalspielerin, gehört zu Bochums ‘goldener Generation’, die die Liga über mehr als ein Jahrzehnt beherrschte. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool

Die Schwäbin Dierolf bleibt hier heimisch und will neben dem Job ein Abendstudium anfangen. „Ich mache anderen Sport, jogge etwa, war aber wirklich seit dem letzten DM-Endspiel nicht mehr im Wasser – und das geht sogar wunderbar“, äußert sich „Kädder“ Dierolf auf die Frage, ob sie ohne Wasserball überhaupt leben könne. Auch bei der aus der eigenen Jugend stammenden Rohe, bei allen Titeln und den zwölf Champions League-Teilnahmen dabei, gaben die beruflichen Gründe den Ausschlag.

Der Verbleib weiterer Spielerinnen ist fraglich

Daneben hat Micky Erickson das Team verlassen. Die Kanadierin befindet sich noch auf Europareise, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrt. Noch fraglich ist der Verbleib von Torhüterin Carla Camps. Sie plant, zumindest ein Semester ihres Studiums daheim in Barcelona zu absolvieren. Carolin Nischwitz möchte sich eher in Richtung zweite Mannschaft orientieren. Ungewiss auch, ob Kapitänin Ariane Rump – und damit die letzte im Kader verbliebene, langjährige DSV-Auswahlspielerin mit weit über 100 Länderspielen – eine Saison dranhängen wird.

So jubelte Katrin Dierolf nach einem Treffer beim letzten Meisterschaftsgewinn 2011. Zum Abschied wurde sie noch einmal Torschützenkönigin (87 Tore) und zur besten Spielerin der Saison gewählt. Foto: Olaf Ziegler.

„Das ist gerade eine ziemlich unerquickliche Schwebesituation“, sagt Trainer Thilo Khil. Sicher ist nur: Der Coach macht weiter. „Und wir brauchen einige Spielerinnen“, betont dieser.

Gespräche laufen nun – auch im näheren Ausland werde man sich umschauen. Der erste Zugang für die Spielzeit 2012/13 steht dabei schon etwas länger fest. Die Chinesin Chang Liu (Jhrg. 1991) bestand jüngst den Test für ihr Sportstudium an der Ruhr Uni und schließt sich dem Blau-Weiß-Team an. Nach den Sommerferien soll die neue Saisonvorbereitung starten.

Es wird sich also einiges ändern. Knappere Ergebnisse, auch mehr Niederlagen in der Bundesliga sind erst einmal zu erwarten. Mittelfristig hat Thilo Khil aber ein grobes Ziel ins Auge gefasst, was er so formuliert: „Wir werden uns neu aufstellen. Und in etwa drei Jahren wollen wir wieder weit vorne sein.“

Christian Meister



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