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Zwanziger erzürnt über Hoeneß-Kritik

04.06.2012 | 16:05 Uhr

Der Konflikt zwischen Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger und Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß geht in die nächste Runde.

München (SID) - Der Konflikt zwischen Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger und Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß geht in die nächste Runde. "Ich empfinde seine Aussagen als primitiv und verletzend", sagte der 66-Jährige der Bild-Zeitung (Montag-Ausgabe) und reagierte damit auf abwertende Äußerungen von Hoeneß am vergangenen Freitag bei der Tagung der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche in Hamburg. Ob Zwanziger eine "lame duck" (lahme Ente), also ohne große Einflussnahme sei, verneinte Hoeneß zwar, ergänzte aber lakonisch: "Aber für ihn ist es ja schon ein Problem, lame duck zu übersetzen, weil er kein Englisch kann."

Zwanziger meldete sich aus dem Urlaub via Bild zu Wort: "Uli Hoeneß, den ich bisher sehr geschätzt habe, muss aufpassen, dass er sich mit seinen vielen Sprüchen nicht zu einem Clown entwickelt. Ich denke, dass meine Englisch-Kenntnisse ausreichen. Und bei der FIFA kommt es auf Sachkompetenz und ehrliche Arbeit an. Mit Sprüchen allein erreicht man nichts."

Hoeneß beurteilt die Rolle von FIFA-Exekutivmitglied Zwanziger kritisch. Dieser habe zwar "hehre Absichten, aber er hat nicht mehr den DFB hinter sich, deshalb fehlt ihm die Macht. Ich habe gehört, dass wir von ihm nicht allzu viel erwarten müssen". Zwanziger habe keine Chance, "die haben ihn umgarnt, und er lässt sich beschmusen".

Der einstige DFB-Boss widersprach energisch. "Unsinn! Mit seinem beschränkten Blick hat Uli Hoeneß die Veränderungen in der FIFA wohl nicht wahrgenommen, die wir in den letzten Monaten vorgenommen haben und bis zum nächsten Kongress zum Abschluss bringen werden." Unabhängige Persönlichkeiten übernähmen wichtige Aufgaben. Zwanziger: "Ich erwarte vom Präsidenten des FC Bayern, dass er zur Kenntnis nimmt, dass manches schon von dem geschieht, was er immer wieder fordert." Auf dem FIFA-Kongress vor Wochenfrist in Budapest hatte der Weltverband seinen Reformkurs fortgesetzt und Maßnahmen ergriffen, um Transparenz und Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.

Schon Anfang des Jahres hatte es verbale Scharmützel von Zwanziger und Hoeneß gegeben. "Im Grunde habe ich zu ihm kein schlechtes Verhältnis, Uli Hoeneß hat mir auch in wichtigen Fragen geholfen. Allerdings: Seine Attacken sind manchmal zu undifferenziert und deftig", hatte Zwanziger erklärt: "Das kann er sich als Präsident des FC Bayern erlauben, als DFB-Präsident könnte er das nicht. Deshalb hat Uli Hoeneß sicher gut daran getan, kein Amt im Verband zu übernehmen..."

Die Gemeinsamkeit, dass beide einer WM 2022 in Katar kritisch gegenüberstehen, kommentierte Zwanziger süffisant mit den Worten: "Aber ich habe im Gegensatz zum FC Bayern kein Trainingslager in Katar gemacht... Ich bleibe dabei: Eine WM in einem Land halb so groß wie Hessen zu veranstalten, ist kaum verantwortbar."

sid

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