Roosters-Start mit Licht und Schatten
06.09.2010 | 17:52 Uhr 2010-09-06T17:52:00+0200
Iserlohn.Bernd Haake, der Iserlohn Roosters-Co-Trainer, bilanzierte das Auftaktwochenende nach dem Sieg gegen Düsseldorf und der Niederlage in München mit einer Floskel: „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt!“
„Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt!“ - damit meinte er den starken Auftritt beim 5:2-Heimsieg über Düsseldorf und das 3:5 beim forschen Neuling München. Und es scheint, als wirke die Enttäuschung über die Niederlage mehr nach als der bemerkenswerte Erfolg.
Dass die Bayern keine Laufkundschaft sein würden, war allen klar. „Die werden auf jeden Fall in den ersten sechs, sieben Wochen sehr gut spielen“, hatte Kapitän Robert Hock prognostiziert. Dennoch war die Zuversicht groß, aus München nicht mit leeren Händen heimzukehren.
Doch die beiden Auftaktmatches haben gezeigt, wie schmal der Grat ist. Bernd Haake: „In München haben wir kein Roosters-Hockey gezeigt.“ Also Tugenden wie Einsatz, Zweikampfstärke und taktische Disziplin, die gegen starke Düsseldorfer zum Erfolg führten. Hinzu kamen zu viele defensive Fehler, anders noch als gegen die DEG. In München fiel dies besonders beim Abwehrpärchen Jon Insana, der leicht angeschlagen ist, und Mark Ardelan auf. Nicht minder wichtig: Ein Torwart sollte in engen Spielen auch (sogenannte) „Unhaltbare“ halten. Das gelang Danny aus den Birken am Freitag, am Sonntag jedoch weniger häufig.
Eine viel diskutierte Frage bezieht sich auf den Zeitpunkt der Anreise bei weiten Fahrten. Tags zuvor oder am Spieltag? Fakt ist: Lange Fahrten machen müde, Übernachtungen sind teuer. Der Klub hat sich für die Anreise am Spieltag entschieden. Das ist wohl richtig, weil gespart werden muss. Und: Bei vorzeitigen Anreisen ist die Erfolgsbilanz keinesfalls signifikant gestiegen. „Wir dürfen die Niederlage nicht auf die Busfahrt schieben“, lässt Haake eine derartige Ausrede nicht gelten: „Wir müssen von Beginn an Vollgas geben!“ Nicht auf der Autobahn, sondern auf dem Eis.
Dennoch zieht der „Co“ ein positives Fazit: „Wir wissen, was wir können.“ Und der Klub weiß, dass die Nachverpflichtungen wohl richtig waren. Stürmer Cam Paddock spielte gegen die DEG sehr stark und wurde mit einem Tor belohnt. Verteidiger Prestin Ryan präsentierte sich als ruhender Pol. Haake: „Er ist jetzt schon ein Leader.“
Der ist auch Michael Wolf, der gegen Düsseldorf zweimal traf, allerdings einen Penalty vergab. „Auch bei uns gilt, wie im Fußball, dass der Gefoulte nicht schießen soll“, erläutert Haake. Doch das ist nicht mehr möglich. Ab dieser Saison muss der Gefoulte antreten, sofern dieser nicht verletzt wurde - ein dehnbarer Begriff.
Stichwort Penaltyschießen: Dort gibt es noch eine Neuerung. Künftig darf beim Shoot-out der Torhüter nach jedem Schuss gewechselt werden.
0mitdiskutieren