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Das Kreuzfahrtschiff Holland America Line auf dem Prüfstand

09.06.2012 | 11:45 Uhr
Das Kreuzfahrtschiff Holland America Line auf dem Prüfstand
Von Rotterdam brachte die Kreuzfahrtlinie Holland America Line Auswanderer in die neue Welt. Heute ist sie vor allem Anlaufpunkt für amerikanische Kreuzfahrer.

Essen.   Kreuzfahrer wollen während ihrer Urlaubs viel entdecken und Neues erleben. Die Holland America Line bietet als altbekannte Reederei viel Komfort. Das für den amerikanischen Markt konzipierte Interieur ist geschmackvoll eingerichtet. Das Reise Journal wagt einen Blick in die 4-Sterne-Schiffe.

Erfahrene Kreuzfahrer haben es in sich: das Entdecker-Gen. Immer auf der Suche nach neuen Routen und neuen Erlebnissen. Dazu gehört auch ein neues Schiff oder eine neue Reederei. In diesem Zusammenhang ist Holland America Line in Deutschland unverdächtig, einen Platz auf der Liste der altbekannten Reedereien einzunehmen.

Das Reise Journal hat sich an Bord eines Holland America Liners umgeschaut und klärt die Frage, für wen das HAL-Kreuzfahrtkonzept eine attraktive Entdeckung darstellen könnte. Der Glanz vergangener Tage, das Gefühl von Sehnsucht und ein Hauch von Abenteuer. All das steckt noch immer im Namen der über 100-jährigen Reederei.

Von Rotterdam aus in die Neue Welt

Von Rotterdam brachte die Kreuzfahrtlinie einst die Auswanderer in die Neue Welt . Doch längst hat sich das Geschäft gewandelt. 1988 musste die einst niederländische Reederei ihre Unabhängigkeit aufgeben und gehört seitdem zum weltgrößten Kreuzfahrtkonzern Carnival. 15 Schiffe gehören aktuell zur modernen HAL-Flotte. Wie etwa die Eurodam, die 2008 in Dienst gestellt wurde und in diesem Sommer in Europa eingesetzt wird.

Baulich auf der Höhe der Zeit ist das Schiff der „Signature“-Klasse mit allen üblichen Ausstattungsmerkmalen gesegnet. Besonders gelungen wirkt der Bereich rund um den Lidopool, der sich dank modernster Technik binnen zwei Minuten durch ein fahrbares Glasdach vor Wind und Wetter schützen lässt.

Eleganz und wenig Kitsch

Mit einem Passagiervolumen von 2100 Gästen rangiert die Eurodam in etwa auf dem Niveau der neuen Aida -Schiffe. Doch knallbunt geht es an Bord nicht zu. Ungemein dezent und geschmackvoll wirkt das Interieur des Schiffes, welches ja in erster Linie für den amerikanischen Markt konzipiert wurde. Warme Sand- und Brauntöne, edle Materialien, wenig Kitsch. Die Kabinen und auch die Kabinengänge sind großzügig geschnitten.

 Ein geräumiges Bad und viel Stauraum gehören zur Grundausstattung. Ebenso wie Service-Annehmlichkeiten, auf die man an Bord deutscher Schiffe der gehobenen Vier-Sterne-Kategorie meist verzichten muss. Wie etwa der kostenlose Schuhputzservice oder die Möglichkeit, sich jederzeit kostenfrei Speisen auf die Kabine bringen zu lassen. Besonders angenehm ist der Frühstückservice, gerade für Gäste einer Balkonkabine. Bei einer Tasse Kaffee, einem Rührei mit Speck und etwas Obst lassen sich die frische Luft und die ersten Eindrücke des gerade angelaufenen Kreuzfahrtziels perfekt genießen. Den einzig leckeren Kaffee gibt es allerdings nur auf Deck elf im „Explorations Cafe“ – gegen Zuzahlung.

Was das Thema Kulinarik und Genuss angeht, ist der Kaffee zum Glück der einzig negative Ausreißer. Gut, die Käseauswahl zum Frühstück könnte üppiger sein und deutsche Brotspezialitäten sucht man vergebens. Aber abgesehen davon verdient die gastronomische Vielfalt und Qualität das Prädikat „ausgezeichnet“. Gespeist wird etwa im zweistöckigen Hauptrestaurant „Rembrandt“, hier sind sowohl feste Tischzeiten als auch freie Platzwahl möglich.

 Außer dem eiskalten Wasser, das bei jeder Mahlzeit serviert wird, sind alle Getränke kostenpflichtig. Ein Bier liegt umgerechnet bei etwa fünf Euro, die Flasche Wein kostet rund 20 Euro. Zuzahlungspflichtig sind ebenfalls die beiden Spezialitätenrestaurants „Tamarind“ (asiatisch, 15 Dollar, mittags kostenlos) und „Pinnacle Grill“ (Steak- und Fischspezialitäten, 25 Dollar, mittags zehn Dollar) – ein lohnendes Investment. In allen Restaurants gleichermaßen hoch ist die Servicequalität des Personals. Die Kellner aus Indonesien oder Vietnam sind augenscheinlich gut ausgebildet und agieren unaufgeregt und professionell.

Das Leben an Bord lässt sich als gepflegt und gleichzeitig locker beschreiben. Pro Kreuzfahrt wird ein Gala-Abend durchgeführt, darüber hinaus existiert kein formales Korsett, welches als beengend empfunden werden könnte.

Deutschsprachige Ausflüge finden nicht immer statt

Die Passagiere, zu über 80 Prozent sind es Amerikaner, treten ungemein höflich auf, stocksteif geht es aber nie zu. Der zivilisierte Umgang miteinander ist wiederum ein enormer Vorteil gegenüber manch deutschem oder italienischem Schiff. Drängeleien an Buffet oder Pool sind die Ausnahme. Außerdem angenehm: Bord-Durchsagen sind auf ein Minimum reduziert und erfolgen in dezenter Lautstärke.

Das gebotene Unterhaltungsprogramm gestaltet sich vielfältig, inhaltlich geht es aber eher bedächtig zu. Teilweise wird auch nur ein aktueller Kinofilm gezeigt. Dieser sowie die gesamte Verständigung an Bord läuft auf Englisch ab. Immerhin wird für deutschsprachige Gäste das Tagesprogramm und die Informationen zu den Reisestationen in deutsch verfasst und täglich auf die Kabine gebracht. Für die wenigen deutschsprachigen Ausflüge gibt es leider keine Durchführungsgarantie, mitunter werden sie mangels Anmeldungen abgesagt. Das Preisgefüge für die Ausflüge ist dabei recht hoch, was sicher der amerikanischen Gästestruktur geschuldet ist.

Dank der strategischen Mission der Reederei, sich vom boomenden deutschen Kreuzfahrtmarkt einen Teil zu sichern, kommt jedoch zunehmend Bewegung ins Preisgefüge. In der laufenden Saison sind viele Aktionen zu beobachten, mit denen HAL die deutsche Kundschaft (fast um jeden Preis) an Bord locken möchte. Mit neuerdings regelmäßigen Abfahrten ab Rotterdam (MS Rotterdam) und Amsterdam (MS Eurodam, MS Prinsendam, MS Ryndam) rückt die Schifffahrtsgesellschaft zudem aus rein logistischen Gründen in den Fokus interessierter Kreuzfahrturlauber aus NRW.

Wie gravierend der Preisverfall ist, zeigt ein Blick in das Archiv. Wurde im Premierenjahr 2008 eine zehntägige Ostseekreuzfahrt auf der Eurodam noch für 2493 Euro (Außenkabine) verkauft, verlangt die Reederei in diesem Sommer für die nun elftägige Ostseereise in der gleichen Kategorie nur noch 948 Euro. So lange dabei die Qualität auf dem derzeitigen Premiumniveau bleibt, darf man die Angebote guten Gewissens als echtes Fundstück für Kreuzfahrt-Entdecker bezeichnen.

Von PASCAL BRÜCKMANN


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