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Polizei fasst mutmaßlichen Auftragsmörder aus Dortmund

29.06.2012 | 17:59 Uhr
Polizei fasst mutmaßlichen Auftragsmörder aus Dortmund
Die Polizei hat einen mutmaßlichen Auftragsmörder aus Dortmund gefasstFoto: AP

Dortmund/Berlin.   Plötzliche Wendung im Fall der getöteten Pferdewirtin in Berlin-Lübars: Die junge Frau ist wohl nicht das Opfer einer Beziehungstat geworden. Viel mehr soll ihr Ex-Freund den Mord aus Habgier in Auftrag gegeben haben - an einen 22-jährigen Mann aus Dortmund.

Es ist ein Mord aus Liebe, aus Liebe zum Geld, ein Mord aus Gier: Um die Lebensversicherung seiner Ex-Freundin Christin R., deren Leben er erst Anfang Juni auf rund eine Viertelmillion Euro versichert hat, zu kassieren, hat Robin H. (23) die junge Frau umbringen lassen. Der Tatort: ein Parkplatz im gut situierten Berliner Bezirk Reinickendorf. Der mutmaßliche Mörder: Ein 22-jähriger Dortmunder, der von hinten die Hände um den schlanken Hals der blonden Frau legt und sie eiskalt erwürgt. Für 1000 Euro.

Den Auftragskiller soll Tanja L., eine 26-Jährige aus Dorsten, vermittelt haben – offenbar getrieben von der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit dem  um dann 245 000 Euro reicheren Robin H. So jedenfalls rekonstruieren die Ermittler den Fall der ermordeten Christin R., deren Leiche am frühen Morgen des 21. Juni in der Nähe des Freibads im Berliner Stadtteil Lübars gefunden wurde.

Mord für 1000 Euro

Die Handschellen klickten in der Nacht: Ein Ermittlerteam mit Polizeibeamten aus Berlin, Dortmund und Dorsten schlägt zu und nimmt den 22-jährigen Dortmunder und einen 23-jährigen Freund in der Westfalenmetropole fest.

Das Opfer: die 21-jährige Pferdewirtin Christin R. aus Berlin.

Der 23-jährige Sven ist Tanja L.’s Bruder. Den Killer kennt er aus einer gemeinsamen Zeit, die beide hinter Gittern verbracht haben. Als Tanja L. im Auftrag von Robin H. einen Mörder sucht und ihren Bruder um Mithilfe bittet, weiß der daher schnell, wen er fragen kann. Für 1000 Euro ist der 22-jährige Dortmunder bereit, den Mord in Berlin zu begehen.

Tanja L. nehmen die Ermittler schließlich in Dorsten fest. Gegen alle drei hat das Amtsgericht Dortmund Haftbefehle erlassen: wegen gemeinschaftlichen Mordes bzw. Anstiftung zum Mord.

"Kaltblütiges Vorgehen aus Habgier"

„Die drei Festgenommenen haben bereits Geständnisse abgelegt“, erklärte Stefan Redlich, Sprecher der Berliner Polizei. Allein Robin H., den die Polizei bereits am 21. Juni in Brandenburg unter dringendem Tatverdacht festgenommen hatte, schweigt zu den Vorwürfen. Für die Ermittler ist Robin H. der Hauptbeschuldigte: „Er hat den Mord in Auftrag gegeben“, so Polizeisprecher Redlich, der von einem „unglaublich kaltblütigen Vorgehen aus Habgier“ spricht: keine Beziehungstat aus einem Streit heraus, wie die Polizei anfangs vermutet hatte, sondern gezielt geplant und durchgezogen. Eine Verschwörung, ein Mordkomplott.

Auf die Spur der drei jetzt in Dortmund und Dorsten Festgenommenen kam die Polizei durch die Auswertung von Funkdaten aus dem Berliner Handynetz: Die Ermittler stellten fest, dass in der Tatnacht nicht nur die Mobiltelefone des Opfers und ihres Ex-Freundes in der Funkzelle am Tatort eingeloggt waren. Als sie die Funkdaten checken und abgleichen, stellen sich die Verbindungen zu Tanja L., ihrem Bruder Sven und dem 22-jährigen Dortmunder heraus.

Fataler Fehler

Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass Robin H. und Tanja L. das Opfer in der Nacht zum 21. Juni unter einem Vorwand auf den Parkplatz unweit des Freibads in Berlin-Lübars, einer dörflichen Gegend der Hauptstadt, bestellt haben, um sie dort ermorden zu lassen. Christin R. bringt aber überraschend eine Freundin mit: Das Treffen geht daher belanglos auseinander.

Eine Dreiviertelstunde später locken sie die junge Frau wieder telefonisch zu diesem Parkplatz; Christin R. erscheint jetzt alleine – ein fataler Fehler, denn die tödliche Falle schnappt zu. Als Robin H., Tanja L. und deren Bruder Sven die junge Frau bitten, unter ein Auto zu schauen, nähert sich der Auftragsmörder von hinten und erwürgt die junge Pferdewirtin. Die Leiche schleifen sie in ein nahes Gebüsch. Spaziergänger finden den leblosen Körper dort am frühen Morgen.

Carsten Menzel



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Kommentare
Kommentare
29.06.2012
23:10
Polizei fasst mutmaßlichen Auftragsmörder aus Dortmund
von ffolkes | #2

Durch die Funkzellauswertung wurde ein Motfrd geklärt und die Verantwortlichen ermittelt. Schön.
Aber es interessiert offenbar niemanden, dass durch die die Speicherung dieser Daten die Persönlichkeitsrechte vieler tausend Mitmenschen beeinträchtigt wurden.
Wielange soll dies denn noch hingenommen werden?
Da soll die FDP-Schnarre doch endlich mal zu Potte kommen!

Ironie aus!

29.06.2012
20:56
Polizei fasst mutmaßlichen Auftragsmörder aus Dortmund
von speedy123 | #1

für 1000 euro ist ja ein richtiges schnäppchen
das passt ja zu deutschland ein mensch ist in diesem land nichts mehr wert

2 Antworten
Polizei fasst mutmaßlichen Auftragsmörder aus Dortmund
von ulenfrau | #1-1

gehts noch geschmackloser? sie sollten sich schämen!

Polizei fasst mutmaßlichen Auftragsmörder aus Dortmund
von Biker72 | #1-2

Es scheint zu viele Menschen zu geben die nicht in der Lage sind, glücklich leben zu wollen. Der "Wert eines Menschen" wird in diesem Land von oben herab sowieso herabgestuft, damit die Kriminalität gesteigert.

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