Ein Mail-Kontakt mit dem Himmel
21.02.2012 | 15:56 Uhr 2012-02-21T15:56:00+0100
Schwelm/Essen. Wer sich an den Online-Exerzitien „Heaven on line“ (www.heaven-on-line.de)beteiligt, erhält in der Fastenzeit ab dem heutigen Aschermittwoch 42 elektronische Briefe, die als eine Zeit der Erholung, des Innehaltens, als Unterbrechung des Alltags dienen sollen – überall dort, wo Mails empfangen werden.
Wer sich an den Online-Exerzitien „Heaven on line“ (www.heaven-on-line.de) beteiligt, erhält in der Fastenzeit ab dem heutigen Aschermittwoch 42 elektronische Briefe, die als eine Zeit der Erholung, des Innehaltens, als Unterbrechung des Alltags dienen sollen – überall dort, wo Mails empfangen werden.
www.heaven-on-line.deDie Idee ist so naheliegend wie einfach: Junge Menschen sind praktisch überall erreichbar. Nicht zuletzt Pia Kuhnle und Mirco Quint selber. Die Initiatoren des Projektes, Jugendreferentin im Bistum Essen und Kreis-Jugendseelsorger im Ennepe-Ruhr-Kreis, haben genau da angesetzt. „E-Mails empfangen wir jeden Tag, warum also dieses Medium nicht nutzen und damit geistliche Impulse verschicken, die uns die Möglichkeit einer Rückbesinnung auf uns selber und unseren Glauben geben?“, fragt Pia Kuhnle.
Die Sozialpädagogin war vor zwei Jahren dabei, als „Heaven on line“ zum ersten Mal ins Netz ging. 30 Teilnehmer waren es damals, geworben durch Mund-zu-Mund-Propaganda; an eine Internet-Seite war noch nicht zu denken. 2011 dann gab es mehr als zehnmal so viele Interessenten. In diesem Jahr wird die nächste Bestmarke erreicht – schon weit vor der Fastenzeit lagen die Anmeldezahlen über denen des Vorjahres. Und was als Angebot für Jugendliche im Ennepe-Ruhr-Kreis begann, hat sich zu einem Deutschlandweiten, altersübergreifenden Projekt entwickelt.
Das Ganze ist übrigens kostenlos – und die Teilnehmer bekommen auch sogar noch etwas zurück. Neben der Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens besteht nämlich die Möglichkeit, mit einem geistlichen Begleiter die Fastenzeit zu durchgehen: Montags bis samstags gibt es die Impulse – in diesem Jahr unter dem Leitthema „Jesus“ - sonntags erfolgt eine Reflexion mit einem Begleiter. Alles per E-Mail, alles so persönlich wie jeder einzelne es zulässt. „Niemand muss eine Rückmeldung geben“, sagt Jugendseelsorger Mirco Quint. Vielfach sei es jedoch gewünscht, mit einem der 86 Priester, Gemeindereferenten oder anderen Menschen mit theologischem Hintergrund, zusätzlich in einen Dialog zu treten, um so Fragen, die während der Woche auftauchen, beantwortet zu bekommen.
Denkanstöße in den Briefen gibt es durch Lieder, Gedichte, Texte – zumeist interaktiv aufbereitet. „Wir nutzen die ganze Palette des Mediums“, sagt Pia Kuhnle.
Mit dem wachsendem Erfolg wird der Auftritt von „Heaven on line“ immer professioneller. Auf Facebook ist man ebenso vertreten wie es einen QR-Code als zusätzliches Werbemittel gibt. Mittels dieses zweidimensionalen Bildes und eines Smartphones gelangt man direkt auf die Internet-Seite, die mittlerweile professionell programmiert ist. Blaue Lesezeichen werden zudem als Werbung verteilt. Der große Erfolg des vergangenen Jahres hat zu einem zweiten Projekt geführt: Im Advent gab es an jedem Sonntag einen Advents-Impuls.
Nicht die Erfindung von Online-Exerzitien können sich die Macher zugute halten, wohl aber die tägliche Routine während der Fastenzeit. „Gerade in den Wochen vor Ostern besteht immer wieder der Wunsch nach Einkehr und Ruhe“, erfährt Mirco Quint bei seiner Arbeit als Kaplan. „Viele Menschen wissen aber nicht, wie sie dieses Bedürfnis erfüllen können. Mit unseren Impulsen ist das möglich.“
So freuen sich die beiden auf jeden, der Ostern online entgegen geht und dabei feststellen wird: Oft ist der Himmel nur einen Klick entfernt: www.heaven-on-line.de.
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