Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Unfall

Dreijähriger fällt über Bord und ertrinkt

13.06.2012 | 19:35 Uhr
Dreijähriger fällt über Bord und ertrinkt
Großeinsatz für die Hilfskräfte, doch zu spät: Der Junge konnte nur tot geborgen werden. Foto Dirk Schuster

Emmerich.   Tragischer Unfall in Emmerich: Ein dreijähriger Junge ist am Dienstag im Hafen von Emmerich ertrunken. Taucher fanden das Kind nach zweistündiger Suche auf dem Grund unter dem Schiff, auf dem er sich zuvor aufhielt. Für die Eltern und die Retter waren es Stunden des Hoffens und Bangens.

Tragischer Unfall in Emmerich: Ein dreijähriger Junge ist am Dienstag in einem Emmericher Hafen von einem Motorschiff gefallen und ertrunken. Taucher fanden das Kind schließlich nach zweistündiger Suche unter dem Schiff. Für die 29-jährige Mutter, den 32-jährigen Vater und die Retter waren es Stunden des Hoffens und Bangens.

Das Frachtschiff „Kavenga“ aus Eisenhüttenstadt hatte am Ruheplatz im Hafen neben einem Tankschiff festgemacht. Die Familie wollte in der Stadt Einkäufe erledigen. Während der Schiffsführer kurz zur Toilette gegangen war, muss der kleine Sohn die Kabine verlassen haben. Als der Vater das bemerkte, rannte er hinaus und sah nur noch Luftblasen im Wasser. Er sprang sofort hinterher. Doch er fand den Jungen nicht und alarmierte die Feuerwehr, die sofort eine große Rettungsaktion einleitete. Hubschrauber mit Wärmebildkamera, die Wasserschutzpolizei, sowie die DLRG und die Taucherstaffel der Berufsfeuerwehr Duisburg suchten das Kind. Kann es hinaus auf den Rhein getrieben sein? Gibt es hier eine Unterströmung? Viele Fragen galt es für Polizeipressesprecher Manfred Jakobi zu beantworten. „Wir lassen nichts unversucht“, versicherte er.

Bald schon war ein Notfallseelsorger vor Ort, der die Mutter während der endlos erscheinenden Wartezeit betreute, und obwohl allen Beteiligten klar war, dass das Kind nur tot geborgen werden konnte, ließen die Einsatzkräfte in ihrem Bemühen nicht nach. Zuvor war das Schiff durchsucht, waren Klappen und Luken geprüft worden, in der Hoffnung, dass der Junge irgendwo an Bord spielen wollte.

Ein Versuch der Wiederbelebung

Die Taucherstaffel war es schließlich, die nur Minuten nach ihrem Eintreffen das Kind unter dem Schiff auf dem Grund fand und es den Rettungskräften an Bord übergab. An Deck wurden sofort Reanimationsversuche eingeleitet. Bange Minuten, die an den Nerven aller Einsatzkräfte zehrten und tiefe Betroffenheit auslösten.

Vergebens: Nach 20-minütigen Reanimationsversuchen waren keine Lebenszeichen auszumachen. Die Polizei hatte den Einsatzbereich weiträumig gesperrt, später auch für Passanten. So kam für die Einsatzkräfte, die am Ufer ausharrten, der traurigste Moment, als sie erkennen mussten, wie die Reanimationsversuche endeten.

Auf Wunsch der Eltern wurde der kleine Junge zum Abschiednehmen ins Deckshaus getragen. Es waren Stunden, die jedem am Einsatzort nahe gingen.

Elisabeth Hanf


Kommentare
Aus dem Ressort
Polizist vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen
Vergewaltigungsprozess
Ihr Mann habe sie in der Trennungsphase vergewaltigt: Deshalb hatte eine 41-Jährige den Polizisten angezeigt. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre Haft mit Bewährung beantragt - doch die Richterin sah in der Aussage der Frau zu viele Widersprüche und sprach den Mann frei.
Aldi-Gründer Albrecht ging, wie er lebte - in aller Stille
Aldi
Bis zuletzt hat er nicht viel Aufhebens um seine Person gemacht. Erst nach dessen Beisetzung am Montag, hat Karl Albrechts Familie den Tod des Aldi-Firmengründers bekanntgegeben. Mit seinem Bruder Theo schrieb Karl Unternehmensgeschichte. Aus einem Tante-Emma-Erbe formten sie ein Discounter-Imperium
Hitzeschäden auf Autobahnen - A44, A30, A1 und A3 gefährdet
Hitze
Sommerliche Temperaturen können sich auf Autobahnen zur Gefahr entwickeln. Dann nämlich, wenn die Temperaturen dafür sorgen, dass die Fahrbahndecke aufplatzt: So wie am Samstag auf der A57. Wann es aber zu einem sogenannten "Blow Up" kommt, können selbst Experten kaum vorhersagen.
34-Jähriger ertrinkt im Angermunder Baggersee in Düsseldorf
Unglück
Ein 34-Jähriger ist am Sonntagnachmittag im Angermunder Baggersee ertrunken. Einen weiteren Rettungseinsatz gab es bereits am Morgen: Eine Frau war von der Theodor-Heuss-Brücke in den Rhein gesprungen. Sie konnte gerade noch gerettet werden. Wie es zu den Unglücken kommen konnte, ist unklar.
Das Schicksal der Abschuss-Opfer bewegt die Niederländer tief
Tragödie
Sie wollten zu einer Konferenz oder einfach in den Urlaub: Niederländer an Bord der über der Ostukraine abgeschossenen MH 017. Ganz Holland nimmt Anteil an diesen herzzerreißenden Schicksalen.
Umfrage
Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?

Ein Gericht hat erlaubt , dass chronisch Kranke zu Hause Cannabis anbauen. Wie stehen Sie zu Cannabis?

 
Fotos und Videos