Dreijähriger fällt über Bord und ertrinkt
13.06.2012 | 19:35 Uhr 2012-06-13T19:35:00+0200
Emmerich. Tragischer Unfall in Emmerich: Ein dreijähriger Junge ist am Dienstag im Hafen von Emmerich ertrunken. Taucher fanden das Kind nach zweistündiger Suche auf dem Grund unter dem Schiff, auf dem er sich zuvor aufhielt. Für die Eltern und die Retter waren es Stunden des Hoffens und Bangens.
Das Frachtschiff „Kavenga“ aus Eisenhüttenstadt hatte am Ruheplatz im Hafen neben einem Tankschiff festgemacht. Die Familie wollte in der Stadt Einkäufe erledigen. Während der Schiffsführer kurz zur Toilette gegangen war, muss der kleine Sohn die Kabine verlassen haben. Als der Vater das bemerkte, rannte er hinaus und sah nur noch Luftblasen im Wasser. Er sprang sofort hinterher. Doch er fand den Jungen nicht und alarmierte die Feuerwehr, die sofort eine große Rettungsaktion einleitete. Hubschrauber mit Wärmebildkamera, die Wasserschutzpolizei, sowie die DLRG und die Taucherstaffel der Berufsfeuerwehr Duisburg suchten das Kind. Kann es hinaus auf den Rhein getrieben sein? Gibt es hier eine Unterströmung? Viele Fragen galt es für Polizeipressesprecher Manfred Jakobi zu beantworten. „Wir lassen nichts unversucht“, versicherte er.
Bald schon war ein Notfallseelsorger vor Ort, der die Mutter während der endlos erscheinenden Wartezeit betreute, und obwohl allen Beteiligten klar war, dass das Kind nur tot geborgen werden konnte, ließen die Einsatzkräfte in ihrem Bemühen nicht nach. Zuvor war das Schiff durchsucht, waren Klappen und Luken geprüft worden, in der Hoffnung, dass der Junge irgendwo an Bord spielen wollte.
Ein Versuch der Wiederbelebung
Die Taucherstaffel war es schließlich, die nur Minuten nach ihrem Eintreffen das Kind unter dem Schiff auf dem Grund fand und es den Rettungskräften an Bord übergab. An Deck wurden sofort Reanimationsversuche eingeleitet. Bange Minuten, die an den Nerven aller Einsatzkräfte zehrten und tiefe Betroffenheit auslösten.
Vergebens: Nach 20-minütigen Reanimationsversuchen waren keine Lebenszeichen auszumachen. Die Polizei hatte den Einsatzbereich weiträumig gesperrt, später auch für Passanten. So kam für die Einsatzkräfte, die am Ufer ausharrten, der traurigste Moment, als sie erkennen mussten, wie die Reanimationsversuche endeten.
Auf Wunsch der Eltern wurde der kleine Junge zum Abschiednehmen ins Deckshaus getragen. Es waren Stunden, die jedem am Einsatzort nahe gingen.
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