Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Zensur

Pakistan sperrt Twitter wegen Mohammed-Karikaturen

21.05.2012 | 12:13 Uhr
Pakistan sperrt Twitter wegen Mohammed-Karikaturen
Pakistan hat den Twitter-Zugang am Sonntag gesperrt. Foto: afp

Islamabad.   Pakistan hat am Sonntag vorübergehend Twitter geblockt. Der Grund für die Sperrung sei ein Aufruf an die Nutzer, Karikaturen des Propheten Mohammed ins Netz zu stellen. Die Telekommunikationsbehörde des Landes spricht von „Blasphemie“.

Wegen eines Wettbewerbs zur Verbreitung von Mohammed-Karikaturen hat Pakistan am Sonntag vorübergehend den Kurznachrichtendienst Twitter gesperrt. Die pakistanische Telekommunikationsbehörde PTA habe die Website auf Anordnung des Ministeriums für Informationstechnologie geblockt, sagte PTA-Sprecher Mohammad Younis Khan. Der Zugang sei jedoch etwa zwölf Stunden später wieder hergestellt worden.

Grund für die Sperrung war Khan zufolge „blasphemisches Material“. Es habe sich um Aufrufe zu einem Wettbewerb des sozialen Netzwerks Facebook gehandelt, bei dem Nutzer „Karikaturen des Propheten Mohammed ins Netz stellen“ sollten. Die für den Facebook-Wettbewerb Verantwortlichen hätten versucht, „die Gefühle von Muslimen zu verletzen“. „Sowohl Facebook als auch Twitter waren involviert“, sagte Khan. Facebook habe schließlich eingewilligt, das Material zu entfernen, Twitter habe jedoch nicht auf die Aufforderungen reagiert.

Twitter in Pakistan besonders beliebt

Am Sonntagabend erklärte Khan dann, dass der Zugang zu Twitter etwa zwölf Stunden nach der Sperrung wieder hergestellt worden sei, nachdem es eine entsprechende Anordnung des Ministeriums für Informationstechnologie gegeben habe. Den Grund für die Entscheidung kenne er nicht, sagte Khan. Weder das Ministerium noch Twitter waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Twitter erfreut sich in Pakistan großer Beliebtheit bei Prominenten, Kricketspielern und Politikern. Pakistan hatte Mitte 2010 bereits die Websites von Facebook und des Video-Portals YouTube wegen blasphemischer Inhalte blockiert. Der Islam verbietet jede bildliche Darstellung der Propheten als gotteslästerlich.

Die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ im Jahr 2005 hatte in der muslimischen Welt eine Welle der Empörung ausgelöst. In Pakistan wurden 2008 acht Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf die dänische Botschaft getötet. Zu dem Attentat hatte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida bekannt, das die Veröffentlichung der Karikaturen rächen wollte. (afp)



Kommentare
22.05.2012
08:48
Pakistan sperrt Twitter wegen Mohammed-Karikaturen
von Kernow | #1

so ganz langsam reichts....weder Mohammed noch Gott noch sonst irgendein Angebeteter haben jemals gelebt und wenn, dann sind sie heute tot...

Wenn wir als "Ungläubige" bezeichnet werden, müssen wir das auch hinnehmen und selbst in unserem aufgeklärten Land gibts ja genug, die an all diesen Unsinn glauben...aber bitte...muss ja jeder sehen, wie er voran kommt... und schlußendlich kann ja auch jeder glauben, was er will...solange er seinen Glauben nicht mit Waffen als den "einzigen" durchsetzen möchte...

Toleranz wäre das Wort

Aus dem Ressort
NRW-Landesregierung will Handwerker entlasten
Tariftreuegesetz
Mindestlohn, Frauenquote, Umwelt: Die Regeln bei der Vergabe von Landesaufträgen an Firmen sollen gelockert werden. Die rot-grüne Landesregierung reagiert damit auch auf EU-Vorgaben.
"Sondermilliarde" finanziert Brücken-Sanierung in Duisburg
Infrastruktur
Die Autobahnbrücken in NRW sind marode, auch in Duisburg gibt es einige Problemfälle. Allein die Sanierung der Berliner Brücke schlägt mit 51 Millionen Euro zu Buche. Für Sanierungsmaßnahmen stellt das Bundesverkehrsministerium nun eine "Sondermillarde" bereit, von der auch Duisburg profitiert.
SPD-Chef Gabriel knöpft sich Kritiker vom linken Flügel vor
SPD
SPD-Chef Sigmar Gabriel kämpft für das umstrittene Handelsabkommen TTIP mit den USA. Der Ärger über seinen Wirtschaftskurs wächst. Doch Gabriel stellt seine Kritiker zur Rede: Sie hätten eine unnötige Debatte provoziert und sich grundlos gegen die Parteispitze gestellt.
Jeder zweite Hubschrauber der Deutschen Marine ist kaputt
Marine
Die Deutsche Marine hat Probleme mit ihren Hubschraubern. Laut einem Medienbericht sind 22 Marine-Helikopter derzeit nicht einsatzbereit, weil Risse in den Modellen entdeckt wurden. Damit ist die Hälfte der Hubschrauberflotte der Marine lahmgelegt. Als Ersatz werden nun auch Flugzeuge eingesetzt.
Hunderttausende demonstrieren weltweit für den Klimaschutz
Klimawandel
Am Dienstag beraten Politiker beim UN-Klimagipfel über den Klimaschutz. Für weltweit über 300.000 Menschen ein Grund, gegen die Klimapolitik der Staatschefs zu demonstrieren. Allein in Berlin beteiligten sich 10.000 Menschen an der wohl größten Klimademonstration aller Zeiten.
Umfrage
Jeder dritte Deutsche fordert ein Verkaufsverbot für Weihnachtsgebäck im Spätsommer . Und Sie?

Jeder dritte Deutsche fordert ein Verkaufsverbot für Weihnachtsgebäck im Spätsommer . Und Sie?

 
Fotos und Videos