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NRW-Ministerin regt Geschlechtertrennung an Schulen an

05.06.2012 | 20:18 Uhr
NRW-Ministerin regt Geschlechtertrennung an Schulen an

Düsseldorf.   Man diskutiert wieder über Geschlechtertrennung in den Schulen. NRW-Schulministerin Löhrmann schlägt vor, in einigen Fächern Jungen und Mädchen wieder getrennt zu unterrichten. Das soll Benachteiligungen beheben. Manche Experten sind skeptisch.

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hat mit dem Vorschlag, Jungen und Mädchen in einzelnen Schulfächern getrennt zu unterrichten, eine heftige Debatte ausgelöst. Löhrmann will mit dem getrennten Unterricht geschlechtsspezifische Benachteiligungen vermeiden. Sie verwies auf Studien, die zeigten, dass sich Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern besser in getrennten Gruppen entwickelten als in gemischten Klassen. Im Ge­genzug profitierten Jungen etwa von der Leseförderung in getrennten Gruppen.

Die Reaktionen von Betroffenen und Experten auf den Vorschlag sind extrem unterschiedlich. Wenig Zustimmung gibt es von Lehrern aus der Region. Die Tendenz bei den meisten Befragten: Ja, es gibt tendenziell Benachteiligungen für beide Geschlechter in verschiedenen Fächern. Aber diese kann und sollte man heutzutage auch im gemeinsamen Unterricht beheben.

„Ein bisschen gleichberechtigt gibt es nicht“

Leo van Treeck, leitender Gesamtschulrektor der Erich Kästner-Gesamtschule in Essen, wird deutlich: „Ein bisschen schwanger gibt es nicht. Und ein bisschen gleichberechtigt auch nicht. Mit getrenntem Unterricht gehen wir 50 Jahre zurück. Tendenzielle Nachteile muss man anders auffangen. Das geht auch.“

Bettina Heil, Koordinatorin der Mint-Fächer am Bertha-von-Suttner-Gymnasium Oberhausen, glaubt auch nicht an Geschlechtertrennung als Lösung. Robert Paternoga, der Leiter der Mint-Organisation am Gymnasium Goetheschule in Essen, teilt ihre Überzeugung. Die Unterschiede seien pubertätsbedingt, daran ändere getrennter Unterricht nichts.

Die Landeselternschaft der Gym­nasien hingegen hat aufgrund positiver Erfahrungen an einzelnen Schulen wie an einem Gymnasium in Bonn, das sich von einem reinen Mädchen- zum gemischten Gymnasium entwickelte und dann doch zurückkehrte zum getrennten Unterricht, nichts gegen Löhrmanns Anregung. Es sollte aber keine allgemeine Weisung sein, sondern ein Angebot für Schulen, so Katharina Kols-Teichmann, Geschäftsführerin der Landeselternschaft.

Kommentare
15.06.2012
17:47
NRW-Ministerin regt Geschlechtertrennung an Schulen an
von GrafVonDingelstein | #66

Damit würde sich eine "Forderung" der konservativen Moslems erfüllen. Wollen wir diesen Rückschritt? Auf der einen Seite reden wir immer von der...
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2012-06-05 20:18
Schule,Koedukation,Geschlechtertrennung,Sylvia Löhrmann,NRW
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