Das US-Gefangenenlager Guantanamo bekommt einen Fußballplatz
05.03.2012 | 07:37 Uhr 2012-03-05T07:37:00+0100
Washington. Im Hochsicherheitsgefängnis auf Kuba bekommen die als Terroristen geltenden Häftlinge einen Fußballplatz. Das 750 000 Dollar teure Projekt stößt in den USA auf heftige Kritik. Das US-Militär begründet, man müsse die Gefangenen bei Laune halten.
Die Toiletten fehlen noch. Und die Tore. Aber sonst ist der neue, rundum eingezäunte Fußball-Platz neben Camp 6 so gut wie fertig. Nach der Einweihung im April werden dort, so die karibische Sonne nicht zu sehr brennt, Menschen Sport treiben, die Amerika als gefährliche Terroristen ansieht, wie Staatsfeinde behandelt und gegen jedes Rechtsstaatsprinzip zum Teil seit fast zehn Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis auf der US-Marinebasis Guantanamo auf Kuba festhält.
Dass den 170 Inhaftierten, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums jährlich pro Kopf 800 000 Dollar verursachen (im Vergleich zu 26 000 Dollar in einer Justizvollzugsanstalt auf dem Festland) nun für 750 000 Dollar auch noch ein Bolzplatz gebaut wurde, erfuhren Journalisten nach einem Bericht des „Miami Herald“ kürzlich per Zufall am Rande eines Militärgerichtstermin von Kommandeur David Brooks persönlich. Dessen lapidare Begründung: Man müsse die Gefangenen eben bei Laune halten.
Dennis Ross, republikanischer Kongress-Abgeordneter aus Florida, wittert einen Skandal. „Guantanamo darf kein Übungsplatz für die Fußball-Weltmeisterschaft sein.“ Die US-Marine sieht das anders. Einmal in der Woche wird kooperationswilligen Häftlingen auf freiwilliger Basis sogar ein 90-minütiger Fitness-Kurs angeboten. Titel: „Bereichere dein Leben“. Menschenrechtsorganisationen sehen damit den letzten Beweis für die Vermutung erbracht, dass Guantanamo entgegen den Versprechungen von Präsident Obama so bald nicht geschlossen wird.

16:15
Ich hätte nie gedacht, das der Zynismus der braunen Zeit getoppt werden könnte...
Ich auch nicht!
"Dass den 170 Inhaftierten, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums jährlich pro Kopf 800 000 Dollar verursachen.."
ist ja auch geil. vieleicht machen die so abrechnungen wie in der mobilen altenpflege nur statt "1mal kaffeekochen: €1,25, " heisst es "einmal bis zur bewustlosigkeit foltern mit anschliessendem fitspritzen um weiterfoltern zu können: $1000,"
..jaja, the land of the free...
15:45
Nette Geste der Amis. Vielleicht gibt es irgendwann die Möglichkeit an einem Spiel gegen eine US-Auswahl anzutreten.
14:48
"Das US-Militär begründet, man müsse die Gefangenen bei Laune halten."
Wie zynischist das denn? Nach der Vormittags-Folter ein wenig beim Fußball entspannen, dann sind die Terrorverdächtigen (denn sie wurden nie angeklagt, geschweige denn in einem fairen Prozess schuldig gesprochen) fit für die nächste
sadistische Folter sind???
12:58
...macht frei...
(In Anlehnung an einen ähnlich zynischen Spruch aus deutschen Landen...)
12:23
Ein besseres Land als Kuba hätten sich die Amerikaner für ihr Gulag gar nicht wählen können
11:42
Gab es da nicht schon mal einen "Politiker" aus Österreich, nein ich meine nicht Schwarzenegger, mit dem die "göttliche Vorsehung" war? Auffällige Ähnlichkeit, oder?
Stimmt!
Gruss
wohlzufrieden
11:33
Offenbar können sich nur die USA erlauben einen Fußball -Platz in einem Internierungslager zu bauen ,welches auf fremden Territorium liegt!
Angeblich kämpfen die USA dort einen heroischen Kampf für die "Freiheit!"
Die fragwürdige rechtliche Grundlage ihres Terror -Lagers zur Bekämpfung des Terrors basiert aber auf der Grundlage eines Vertrages mit dem ehemaligen kubanischen Diktator Batista!
Die USA - als letzte angeblich verbliebene Führungsmacht- nutzen ihre angebliche moralische Instanz sehr freizügig aus ,um zu definieren mit welchen Diktatoren man Geschäfte macht ,mit welchen nicht ,was Terror ist ,was nicht und vor allem stecken die USA den Begriff "Freiheit" -und was dieser bedeutet- sehr freizügig ab!
Jetzt fehlt nur noch ,dass irgend ein republikanischer Präsidentschaftskandidat behauptet , er sei entsprechend -direkt von Gott - inspiriert ,dann relativieren die großen westlichen Relativierer auch noch den Begriff des "Taliban!"
11:09
In einem KZ, ich glaube es war Theresienstadt, gab es eine Kapelle...
10:04
"US-Terrorlager"
ein freudscher Versprecher? Der Titel steht dem Lager aber durchaus zu.