Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Kunst

Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug

05.06.2012 | 14:50 Uhr
Der Kadaver der toten Katze "Orville" wurde von ihrem Besitzer Bart Jansen zum "Orivillecopter", einem kleinen Propellerflugzeug, gebaut.Foto: Reuters

Amsterdam.  Eine tote Katze als Mini-Flugzeug? Für Tierfreunde hört da der Spaß auf. Dass der Niederländer Bart Jansen seinem toten Kater Propeller verpasste und ihn jetzt als Kunst präsentiert, sorgt für Entsetzen bei Katzenfreunden.

Bart Jansen ist ein Katzenfreund. Bart Jansen ist aber auch Künstler. Seine künstlerischen Installationen seien meistens neue Erfindungen, die sinnlose Funktionen hätten, verrät der niederländische Künstler auf seiner Webseite. Sein neuestes "Kunstobjekt" erfüllt für ihn ganz persönlich jedoch eine besondere Funktion: Mit der Verarbeitung seiner toten Katze "Orville" zu einem Flugobjekt wolle er seine Trauer über den Tod des geliebten Stubentigers verarbeiten. Die Kunstrai At St. Art Gallery zeigt den toten Flugkater nun in einer Ausstellung.

"Einfach nur geschmacklos"

Der "Orvillecopter" sorgt bei YouTube für rege Diskussionen: Darf ein Tierhalter sein totes Haustier auf diese Art betrauern? Das Video, in dem Jansen sein neues "Kunstprojekt" vorstellt, scheint auf den ersten Blick eine überdimensionale Spielzeug-Fledermaus zu zeigen, die mittels Fernbedienung durch die Luft gesteuert wird. Tatsächlich aber ist es "Orville", der bei einem Autounfall gestorbene Kater des Künstlers. Nach einer "Zeit der Trauer" habe Orville seine Propeller bekommen, erklärt Bart Jansen auf seiner Seite. Damit war "Orvillecopter" geboren.

"Ich bin entsetzt, das finde ich einfach nur geschmacklos", regt sich Eveline Müller von der Katzenhilfe Oberhausen über die "Kunst" des Niederländers auf, "wie kann man denn so etwas machen?" Die Katzenfreundin hat keinerlei Verständnis für diese ungewöhnliche Trauerarbeit. "Da gibt es doch wirklich bessere Möglichkeiten." Mittlerweile gebe es gute Krematorien, die auch Tierverbrennungen professionell und auch pietätvoll übernehmen.

 

"Orvillecopter" bekommt zum Geburtstag größere Propeller

Bart Jansen scheint die ungewöhnliche Form zu bevorzugen - und denkt sogar schon weiter: Auf seiner Internetseite kündigte er an, "Orvilllecopter" demnächst größere Propeller und stärkere Motoren zu verpassen. So wirklich lange durch die Lüfte kann "Orville" offenbar noch nicht gleiten, das Video zeigt lediglich sanfte Schwebeversuche über dem Boden. "Sei froh, dass dein Haustier kein Rottweiler war, wie hättest du den ans Fliegen bekommen?", fragt auch ein Nutzer in den Kommentaren zu Jansens Video auf YouTube.

Eveline Müller findet die Aktion alles andere als lustig. Die Leiterin der Katzenhilfe Oberhausen ärgert die in ihren Augen pietätlose Darstellung der toten Katze: " Da kann man ja auch seinen Opa ausstopfen und durch die Gegend fliegen lassen", empört sich Müller. Sie persönlich kenne noch nicht einmal Menschen, die ihre Katzen nach deren Tod ausstopfen lassen. "Das allein finde ich schon merkwürdig, aber diese Aktion ist einfach nur unglaublich." 

Halb Katze, halb Maschine

 

Anna Gemünd



Kommentare
12.06.2012
07:39
Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug
von w_wacker | #24

Na, da haben die Bessermenschen doch wieder was zum Aufregen. Sonst wird denen auch langweilig.....

07.06.2012
07:10
Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug
von indi1234 | #23

.....wenn ein ausgestopfter Mensch für solche Spielchen benutzt würde, wäre ich mir ganz sicher, einen weltweiten Aufschrei der Empörung zu hören, und Kommentare über den menschenverachtenden Missbrauch von Leichen.

Es kann nichts menschenverachtendes geben, was sich der Mensch nicht selbst antut.

Insofern ist der Mensch das Schlimmste was die Evolution jemals hervorgebracht hat.
Da der Mensch vor Nichts und Niemandem Respekt hat, muss er sich auch nicht beklagen, wenn man ihm keinen Respekt entgegen bringt, auch nicht seinem jämmerlichen Leben.

06.06.2012
18:10
Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug
von Lappschmier | #22

Wer Katze und Opa vergleicht kann auch nicht mehr ganz frisch sein .. alle ausweisen.

05.06.2012
19:45
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.06.2012
19:34
Da kann man ja auch seinen Opa ausstopfen und durch die Gegend fliegen lassen
von Onky | #20

Die Idee mit dem Opa finde ich gut.

1 Antwort
Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug
von HansiwurstI | #20-1

aber vorher bitte den langen Bart abschneiden, damit der sich nicht unterwegs irgendwo verheddert.

05.06.2012
19:34
Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug
von bausparer | #19

@ #17: Ihren "witzigen" Einfall hat schon Kommentator #2 wesentlich pointierter in die Tastatur gestümpert.

05.06.2012
19:09
Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug
von AusHamborn | #18

Ja, die lieben Tierfreunde... Wie geschmacklos sind eigentlich die Körperwelten... Diese "demokratisieren" nicht die Anatomie sondern kommerzialisieren diese... das ist noch viel abartiger...

1 Antwort
Vergleich hinkt
von Kodiak | #18-1

Der Vergleich mit den Körperwelten passt schon deshalb nicht, weil die dort ausgestellten Toten im Normalfall vorher ihre Einwilligung gaben. Außerdem gehen die Betrachter dort freiwillig hin. Ich möchte jedoch nicht unvorbereitet beim Spaziergang einer fliegenden Katze begegnen.

Die Aktion ist meiner Ansicht nach absolut geschmacklos!

05.06.2012
19:04
Tierfreunde entsetzt über tote Katze als Mini-Flugzeug
von donfernando | #17

Tote Mäuse sehen auch nicht gut aus. Sie lassen sich meistens nicht mal zu Kunst verarbeiten, wenn sie vorher einer Katze begegnet sind.
Aber aus der Sicht der Maus gesehen sind nun wirklich die Tierfreunde gefragt: Was ist mit der Psyche von Mäusen, die feststellen müssen, dass es nunmehr fliegende Katzen gibt?
Also da müssen drastische Flugbeschränkungen her: Nur in TÜV-geprüften garantiert Maus-freien Regionen und so weiter. Und das sollte Euronorm werden! Merke: Die durchschnittliche Lebensdauer von Elefanten hat sich enorm erhöht, seit sie nicht mehr zu Klaviertasten verarbeitet werden dürfen. Also bitte: Es wird da doch wohl auch möglich sein, zum Wohle der Mäuse die fliegenden Katzen zu verbieten.

Und dann gibt es noch eine ganz andere Sicht der Dinge: Was ist mit dem ausgestopften Auerhahn. Der sollte nach seinem Ableben doch nun wirklich fliegen können und nicht nur im Flur hängen! Es wäre auch viel natürlicher!


05.06.2012
19:03
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #16

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.06.2012
18:55
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Medien: Studentin nach Prügelattacke für hirntot erklärt
Kriminalität
Gut elf Tage nachdem eine junge Türkin in Offenbach bei einer Prügelattacke lebensgefährlich verletzt wurde, ist die Frau von Ärzten nun für hirntot erklärt worden. Das jedenfalls wird in örtlichen Medien berichtet. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.
Stuttgart 21 - Prozess um Wasserwerfer-Einsatz eingestellt
Bahnhof
Mehrere zum Teil schwer Verletzte und kein Urteil: Gut vier Jahre nach dem harten Wasserwerfereinsatz gegen Stuttgart-21-Demonstranten ist der Prozess gegen zwei Polizisten eingestellt worden. Die Gegner des Bahnprojekts sprechen von einem "Justizskandal".
Kino-Spots von Hanf-Lobbyisten werben für legales Kiffen
Hanf
Der Deutsche Hanfverband will im Kino zeigen, welche Nachteile ein Verbot der Droge angeblich hat. Möglich wurden die Werbe-Spots, weil Hanfverbands-Chef Wurth in einer TV-Show eine Million Euro gewann. Bei der "Millionärswahl" versprach er, das Geld für die Cannabis-Legalisierung einzusetzen.
Bizarrer Auftritt von AC/DC-Schlagzeuger vor Gericht
Drogen-Prozess
AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd hat einen Gerichtstermin zum Spektakel gemacht: Unrasiert und ungekämmt erschien er nach Androhung eines Haftbefehls. Rudd erzürnte den Richter, irritierte Reporter und baute fast einen Unfall. Dabei waren größere Anklagepunkte gerade wieder fallengelassen worden.
Jeder dritte Jurastudent würde die Todesstrafe einführen
Todesstrafe
Junge Jurastudenten am Anfang ihrer Ausbildung würden die Todesstrafe wieder einführen. Laut einer Studie wächst bei ihnen insgesamt der Wunsch nach höheren Strafen. Auch bei den Ermittlungsmethoden können sich die angehenden Juristen vorstellen, zu drastischen Maßnahmen zu greifen.
Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?