Kandidat der Muslimbruderschaft erreicht offenbar die Stichwahl
25.05.2012 | 17:55 Uhr 2012-05-25T17:55:14+0200Im Rennen um die ägyptische Präsidentschaft ist der Kandidat der Muslimbruderschaft nach Auszählung von Teilergebnissen in die Stichwahl eingezogen. Mohammed Mursi liege bislang mit 26 Prozent der Stimmen in Führung, berichtete die unabhängige Zeitung "Al Masri Al Jum."
Kairo (dapd). Im Rennen um die ägyptische Präsidentschaft ist der Kandidat der Muslimbruderschaft nach Auszählung von Teilergebnissen in die Stichwahl eingezogen. Mohammed Mursi liege bislang mit 26 Prozent der Stimmen in Führung, berichtete die unabhängige Zeitung "Al Masri Al Jum." Um den zweiten Platz lieferten sich der letzte Ministerpräsident des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak, Ahmed Schafik und der linksgerichtete Hamdin Sabahi einen engen Wettkampf. Die Stichwahl ist für den 16. und 17. Juni geplant.
Bis Freitagmittag waren die Ergebnisse von mindestens 25 der 27 Wahlkreise ausgezählt. Um das Amt bewarben sich 13 Kandidaten. Laut "Al Masri Al Jum" kamen Schafik bislang auf 23 und Sabahi auf 20 Prozent der Stimmen. Als Zünglein an der Waage im Kampf um den zweiten Platz könnten sich Kairo und Giseh erweisen, wo rund 20 Prozent der landesweiten Stimmen abgegeben wurden. Es wurde erwartet, dass die dortigen Stimmen bis späten Freitag oder frühen Samstag ausgezählt würden.
Die im Parlament als dominierende Kraft vertretene Muslimbruderschaft hat angekündigt, in Ägypten das islamische Recht, die Scharia, einführen zu wollen. Das sehen allerdings moderate muslimische wie säkulare Ägypter und die christliche Minderheit als Einschnitt in ihre Rechte an. Obwohl Mursi nach den Teilergebnissen klar in Führung liegt, konnte er sich nur weniger als die Hälfte der Stimmen sichern, die seine Muslimbruderschaft bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr eingefahren hatte. Das bewerteten Beobachter als ein Zeichen der wachsenden Unzufriedenheit mit der Gruppierung.
Mehreren unabhängigen Zählungen nach kam der gemäßigte Islamist Abdel Moneim Abolfotoh bei der Wahl auf den vierten und der frühere Außenminister Amr Mussa auf den fünften Platz. Während die Wahlkommission noch keine offiziellen Angaben zur Beteiligung machte, meldeten Tageszeitungen, dass die Hälfte der 50 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hätten.
Das offizielle Ergebnis wird erst in der nächsten Woche erwartet. Der Sieger der Präsidentschaftswahl soll am 21. Juni bekannt gegeben werden.
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