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Islamisten wollen Zerstörung von Weltkulturerbe-Stätten fortsetzen

01.07.2012 | 17:29 Uhr

Islamistische Rebellen haben in Timbuktu im Westen Malis mehrere zum Weltkulturerbe erklärte Grabstätten zerstört. Ein Sprecher der dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehenden Gruppe Ansar Dine kündigte am Sonntag an, die Extremisten würden die Verwüstung fortsetzen. Die UNESCO verurteilte die Aktion, und Malis Regierung drohte mit einem harten Vorgehen gegen die Islamisten.

Timbuktu (dapd). Islamistische Rebellen haben in Timbuktu im Westen Malis mehrere zum Weltkulturerbe erklärte Grabstätten zerstört. Ein Sprecher der dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehenden Gruppe Ansar Dine kündigte am Sonntag an, die Extremisten würden die Verwüstung fortsetzen. Die UNESCO verurteilte die Aktion, und Malis Regierung drohte mit einem harten Vorgehen gegen die Islamisten.

Ein Augenzeuge berichtete am Wochenende, die Extremisten hätten damit begonnen, die Grabstätten mit Schaufeln zu beschädigen. Den Islamisten sei die Verehrung der Heiligengräber ein Dorn im Auge, erklärte er.

UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova bestätigte, dass die jahrhundertealten muslimischen Mausoleen von Sidi Mahmud, Sidi Moctar und Alpha Moya zerstört worden seien. Die UNESCO rief zum sofortigen Stopp der Verwüstungen auf. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich verurteilte die "vorsätzliche Zerstörung". Malis Regierung teilte mit, die Verwüstungen seien ähnlich schlimme Vergehen wie Kriegsverbrechen und kündigte an, die Täter national und international zu verfolgen.

Auch die Bewohner von Timbuktu wollten nicht tatenlos bei der Zerstörung zusehen. "Die Jugend von Timbuktu bereitet sich darauf vor, Vergeltung für die Entweihung der Gräber unserer Heiligen zu nehmen", sagte der Augenzeuge. "Gegen die Waffen der Islamisten werden wir mit Stöcken und Steinen kämpfen", sagte er. In Timbuktu gibt es mehr als 300 Heiligengräber, 16 von ihnen werden von der UNESCO als Weltkulturerbe geführt. Timbuktu war lange Zeit ein Zentrum der islamischen Lehre und Forschung.

Extremisten der Gruppe Ansar Dine, die der Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) nahesteht, hatten nach eigenen Angaben die Kontrolle über die nördliche Hälfte Malis übernommen, nachdem sie säkulare Rebellenkämpfer der Volksgruppe der Tuareg vertrieben hatten. Die Islamisten nutzten nach einem Putsch im März das Chaos im Land aus und eroberten gemeinsam mit den Tuareg weite Teile des Nordens. Zuletzt kam es aber zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Rebellengruppen.

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