Zwischen Krabbeltieren und Matschhaufen
08.04.2009 | 10:35 Uhr 2009-04-08T10:35:00+0200
Iserlohn. Einen aufregenden und arbeitsreichen Tag im Wald hatte jetzt die Klasse 8d des Gymnasiums An der Stenner. Die Chance dazu gab der Lumbricus-Umweltbus. ZEUS-Reporterin Lisa Birko mischte sich unter die Schüler und schaute ihnen über die Schultern.
Die eifrigen Mädchen und Jungen kommen mit dreckverschmierten Händen, Gesichtern und Anziehsachen am Umweltbus an. Mit dabei: kleine Krabbeltierchen in Plastikdosen und ein Haufen Erde. Was ist denn wohl mit denen passiert? Die Schüler der Klasse 8d des Stennergymnasiums haben die Gelegenheit, mit dem Lumbricus-Umweltbus der Natur- und Umweltschutzakademie des Landes Nordrhein-Westfalen den Boden zu untersuchen. Die 24 Schüler erforschen mit ihrer Biologielehrerin Mareen Ritter und Umweltpädagogin Regina von Oldenburg aus dem Lumbricus-Team den städtischen Wald am Danzturm.
Die begeisterten Mädchen und Jungen wurden dazu in drei verschiedene Gruppen eingeteilt: die Tier-, die Pflanzen- und die Bodengruppe. Die Tiergruppe sammelt Ringelwürmer, Schnecken, Kellerasseln, Spinnen und Insekten. Keine Angst: Sie werden natürlich alle nach den Untersuchungen mit dem Mikroskop wieder freigelassen. Die Schüler dokumentierten ihre Arbeit mit einem selbst gedrehten Film. Die Pflanzengruppe hat es mit weniger „krabbeligen” Aufgaben zu tun - die Mitglieder fertigen Skizzen an, die so genannte Kartierung, eine Aufnahme von Pflanzen und Moosen. Anhand gesammelter Pflanzen kann so der Zustand des Bodens bestimmt werden, das heißt, ob er sauer oder trocken ist. Die Bodengruppe nimmt mit Hilfe von Bohrstock und Hammer Erdproben. Zum Einsatz kommen auch andere Geräte wie Schaufeln, Maßbänder, ein Thermometer und ein pH-Meter zum Ermitteln des Säuregehaltes im Boden. Die Schüler der Gruppe demonstrieren die verschiedenen Bodenschichten in einer aus Stöcken gebauten Leiter, angefangen mit der alten, zu Humus gewordenen Erde bis hin zum frischen Laub.
Nach getaner Arbeit haben sich die dreckbeschmierten Schüler eine kleine Frühstückspause verdient, bevor sie ihre Funde unter dem Mikroskop untersuchen und ihre ihre Daten analysieren können. Viele wirbellose Tiere und vor allem Tausendfüßler haben die Nachwuchsforscher gefunden. Mit einer Indikator-Flüssigkeit kann der pH-Wert des Bodens festgestellt werden: Er liegt bei fünf, der Boden ist also recht sauer. Zum Schluss müssen benutzte Geräte und Tierschalen gesäubert werden. Die Tiere werden wieder freigelassen, und jeder Stein kann wieder an seinen „alten” Platz. Die Ergebnisse werden bald auch auf der Schul-Homepage des Gymnasiums An der Stenner vorgestellt.
Beim Forschen und dem Kennenlernen der Natur hatten die Schüler sichtlich viel Spaß. Die Kinder sollten ein Gespür für die Natur bekommen und Erfahrungen sammeln. Das Klassenprojekt fand im Rahmen des Biologie-Unterrichts statt und konnte mit Hilfe der Natur- und Umweltschutzakademie ermöglicht werden. Die Schüler sollten zum Thema Ökologie am Beispiel Wald praktisch arbeiten. Seit 1992 ist Lumbricus, der Umweltbus als rollendes Klassenzimmer in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs, seit 2001 mit zwei Fahrzeugen.
Alle Altersgruppen und Schulklassen ab der Jahrgangsstufe 5 können den Bus für einen Tag kostenlos anfordern. Man bekommt eine technisch hochwertige Ausrüstung und einen der Umweltpädagogen des Lumbricus-Teams zur Seite gestellt und kann mit ihm einen Lebensraum und das unmittelbare Umfeld untersuchen. Die Ergebnisse werden dann wie ein Puzzle zusammengefügt, und der Zustand und die Entwicklung des untersuchten Lebensraums werden mit Hilfe von Videos, Plakaten und selbst verfassten Berichten dokumentiert. Mehr unter www.nua.nrw.de.
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