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Nach anfänglicher Sorge kam Stolz

18.04.2009 | 00:00 Uhr
Nach anfänglicher Sorge kam Stolz

Iserlohn. ZEUS spricht über „Mein erstes Mal”: So heißt die Serie, in der unsere Reporter von ihren ganz eigenen ersten Erfahrungen verschiedenster Art erzählen. Diesmal schreibt Laura Strelzyk über ihre Premiere bei der Messdiener-Ausbildung.

Ich weiß noch: Es war an einem Sonntag. Da kam der Pastor nach der Messe zu mir und fragte mich, ob ich wohl Lust hätte, mit noch ein paar anderen die Kommunionkinder zu neuen Messdienern für unsere Gemeinde auszubilden.

Ich war skeptisch - es war nämlich vor drei Jahren und da war ich gerade mal selber ein Jahr Messdienerin - aber ich wollte es versuchen. „Kann ja nicht schaden! Eine Erfahrung mehr”, dachte ich mir. Also sagte ich dem Pfarrer zu. Kurz darauf erfuhr ich auch, wer das mit mir machen würde. So setzten wir uns in Kontakt und machten einen Termin aus, damit einmal alle an einem Tisch sitzen.

Als wir die zukünftigen Messdiener vor den Sommerferien kennen lernten, stellte der Pastor uns erst mal vor und wir waren doch überrascht. Ich kannte zum Beispiel schon vorher einige, denen ich das gar nicht zugetraut hätte. Aber man kann sich ja auch in Menschen täuschen. Wir drei waren schon besorgt, wie die „Kleinen” denn sein würden, ob sie uns Schwierigkeiten machen oder ob sie nett sein würden. So etwas schwirrte uns dann die ganzen Ferien über im Kopf herum, denn das erste richtige Übungstreffen war erst nach der Unterrichts-Pause. Und dann waren die Ferien schon wieder vorbei, und es ging los. Das, was ich dann aber sah, hätte ich gar nicht erwartet. Viele vom ersten Treffen waren gar nicht mehr erschienen, dafür ganz andere. Schon komisch. Aber trotzdem wollten wir es versuchen. So trafen wir uns dann immer einmal in der Woche, dienstags, und übten mit den „Neuen”. Das ging dann bis zu den Herbstferien. Sie lernten immer mehr, anfangs noch mit unserer Hilfe, später konnten sie schon vieles alleine. Was folgte, war wiederum eine zweiwöchige Pause. Ich war wirklich zufrieden mit meinen Schützlingen. Echt Klasse, was die alles schon hinbekommen. War ich selber auch so schnell?

Leider hatten manche mitten in der Ausbildung keine Lust mehr und kamen einfach nicht mehr. Über so etwas könnte ich mich richtig aufregen. Dann hätten sie ja von Anfang an nicht kommen müssen, aber es hat ja jetzt auch keinen Zweck mehr, sich aufzuregen.

Als es wieder losging, hatten wir noch zwei Stunden Zeit für den so genannten letzten Schliff. Aber auch das hat einigermaßen geklappt. Plötzlich brach schon die letzte Woche vor der entscheidenden Messe an. Die Aufnahme der Messdiener stand unmittelbar bevor. Der Pastor kam, um mit uns für diese Messe zu proben, und das war auch eine Herausforderung für das Ausbilderteam. Ich muss sagen, wir waren wirklich ein gute Team. Immerhin machten wir das alle zum ersten Mal, und diese Messe war jedes Jahr in gewisser Weise anders. Dabei spreche ich aus Erfahrung, denn dieses Jahr gehe ich in mein viertes Ausbilderjahr. Aber auch das hat geklappt, und nach der Messe gingen wir dann in die Begegnungsstätte, um mit den frisch gebackenen Messdienern und deren Angehörigen ein bisschen zu feiern.

So eine Gruppe habe ich bis heute nicht noch einmal erlebt, was auch daran liegen kann, dass es von Jahr zu Jahr leider immer weniger Kommunionkinder aus unserer Gemeide gibt, die Messdiener werden wollen. Aber trotzdem ist es jedes Jahr Klasse, denn jede Gruppe hat etwas Besonderes an sich, sodass es immer wieder Spaß macht.

Laura Strelzyk

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