Mehr über sich selbst lernen
27.04.2009 | 11:36 Uhr 2009-04-27T11:36:00+0200
Iserlohn. Die Schüler Hüseyin Simsek (17) und Jacqueline Nolting (18) der Stufe 12 der Gesamtschule am Nußberg erlebten ganz besondere Osterferien. Anstatt in den Urlaub zu fahren, nahmen sie an den „LernFerien Nordrhein Westfalen” teil.
Initiiert wurde das Projekt vom Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, der Stiftung Partner für Schule in Kooperation mit der Stadt Iserlohn und Fusion Deutschland. Landesweit wurden die drei Förderbereiche „Versetzung sichern”, „Berufsorientierung” und „Begabtenförderung” geboten. Im Haus Ortlohn am Nußberg war das Hauptthema „Begabtenförderung”, dabei ging es besonders um „Begabung und Verantwortung”. Ziel der so genannten Osterakademie war es, die Persönlichkeit, Motivation und das Verantwortungsbewusstsein engagierter und begabter Schüler zu fördern, die von ihrer Schule im Voraus empfohlen wurden. Die Schüler sollten ihre Talente erkennen, um diese verantwortungsvoll und zielorientiert in die Gesellschaft einbringen zu können.
Die beiden Iserlohner Schüler waren eine Woche vor Beginn von ihrer Stufenleiterin angesprochen und zur Teilnahme ermutigt worden und beide hatten direkt zugesagt. Hüseyin Simsek, der sich in der Schülervertretung der Gesamtschule engagiert, sah in dem Ferienprojekt eine „gute Chance” und hielt es für „zukunftsorientiert”. Er persönlich freute sich am meisten auf das Filmprojekt, in dem die Schüler an Projektmanagement, Präsentationstechnik und Rhetorik herangeführt werden sollten. Seine Mitschülerin Jacqueline Nolting, die sich außerschulisch unter anderem als Wahlhelferin engagiert, wollte ebenfalls „alle gebotenen Möglichkeiten ausschöpfen”.
Die Schüler erwartete neben dem Filmprojekt auch eine Reihe weiterer Angebote: eine Exkursion zu einem Klettergarten, den „KompetenzChecker”, ein Onlineprogramm zur Berufsfindung, individuelle Förderung durch Coaching-Gespräche, die Einführung in angewandtes Projektmanagement am Beispiel „Schulmensa” und als lokales Highlight zwei Impulsreferate von Matthias Dornbracht, Geschäftsführer des Armaturenherstellers Dornbracht, und nicht zuletzt von NRW-Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke.
„Das angewandte Projektmanagement hat uns am besten gefallen”, bilanzierten die beiden kurz vor Abschluss der „LernFerien”. „Wir haben viel über Rhetorik gelernt und wie man selbstsicher vor einer Gruppe auftritt”, erklärt Hüseyin und ergänzt: „Uns wurden auch die Augen geöffnet, wie sich die Arbeitswelt entwickeln wird und dass wir in Zukunft verstärkt Eigeninitiative zeigen müssen.” Dabei bezieht er sich auf den Vortrag von Matthias Dornbracht, der ihn „sehr beeindruckt” hat.
In den Räumlichkeiten von Fusion und besonders in der Gruppe mit den anderen Schülern haben sich die beiden sehr wohl gefühlt. „Das Gruppenerlebnis im Klettergarten hat uns alle zusammenwachsen lassen”, schwärmt Jacqueline und gibt zu, dass sie jetzt offener geworden sei für neue Leute und Erfahrungen. Deswegen allein lohne es sich schon dorthin zukommen. Insgesamt haben Jacqueline und Hüseyin viele nützliche Tipps für ihre Zukunft sammeln können. Und eins ist für beide das Wichtigste: Sie haben mehr über sich selbst gelernt. Dies sei auch die Philosophie des Projektes, so der Verantwortliche Jan Weinreich von Fusion, der hinzufügt: „Wir wollen das Augenmerk auf den Einzelnen richten und jeden individuell fördern.” Marc Grete, Geschäftsführer von Fusion Deutschland, rundete den Gedanken ab: „Es ist wichtig, dass junge Leute ihre Talente identifizieren und ihre Begabungen leben. Das hilft bei der Berufswahl und verspricht Erfolg.”
Die beiden Iserlohner Schüler hat die Begeisterung längst gepackt: „Wir würden gerne noch länger bleiben.” Die Inhalte der „LernFerien NRW” könnten sich beide auch gut auf ihrem regulären Stundenplan vorstellen.
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