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Knaller und Ernüchterung: Besuch bei der „gamescom“

26.08.2010 | 16:06 Uhr
Knaller und Ernüchterung: Besuch bei der „gamescom“
ZEUS-Reporter Robin bei der gamescom.

Köln.Letztes Jahr feierte die größte Videospielmesse Europas ihre fulminante Premiere in der Domstadt. Nun sollte alles größer und besser werden.

Rückenwind bekam die Messe vor allem durch die anstehenden Technologien 3DS, Move und Kinect. Was dahinter steckt? Neue Möglichkeiten, um die Spielerfahrung zu bereichern.

Nintendo verblüfft zum Beispiel mit seinem DS-Nachfolger. Der bietet echte 3D-Funktionen ohne den Gebrauch einer Brille. Sony hatte seine neue Move-Peripherie im Gepäck. Ähnlich wie bei der „Wii“-Konsole kann man damit gewisse Spiele mit einer Art Fernbedienung steuern. Es funktioniert um einiges präziser als bei der Konkurrenz. Gänzlich ohne etwas in der Hand zu haben, spielt man mit Microsofts Kinect für die Xbox 360. Ein spezielles Kamerazubehör filmt dabei den Körper des Spielers und überträgt alle Aktionen, aber auch Sprachkommandos ins Spiel. Was sich futuristisch und bahnbrechend abhört, wollte auf der Messe aber nicht so recht gelingen. Beim Testen eines Kinect-Spiels tat sich die vorliegende Version schwer, viele der Kommandos anzunehmen. Man darf gespannt sein, wie die neuen Technologien beim Verbraucher ankommen. Eine offizielle „games­com“-Jury hat allerdings bereits die Playstation-Move-Technologie mit einem Award ausgezeichnet.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde „Gran Turismo 5“ für die Playstation 3. Das ultrarealistische Rennspiel ließ fast fünf Jahre auf sich warten und konnte bei der „gamescom“ endlich in einer fast fertigen Fassung gespielt werden. Wir bekamen sogar einen Platz an der 3D-Version und waren begeistert. Das Fahrverhalten ist sehr gut gelungen, die Grafik sowieso und der angebotene 3D-Effekt war nicht viel mehr als Spielerei, aber dennoch sehr gut gemacht. Ein anderes Rennspiel ist der neueste „Need for Speed“-Ableger. Die letzten Teile der beliebten Reihe konnten nicht so recht begeistern und haben auch einige hartgesottene Fans abgeschreckt. Mit neuem Entwickler und neuem Spielkonzept geht es nun wieder aufwärts. Das Spiel machte auf der Messe einen sehr guten Eindruck. Hübsche Grafik gepaart mit kurzweiligem Gameplay - das riecht nach einem potenziellen Hit.

Apropros Hits. Auch die Musikspiele blieben dieser Messe nicht fern. Allen voran der große Auftritt von „Rock Band 3“. Erstmals kann man hier neben Gitarre, Schlagzeug, Mikrofon und Bass auch mit einem Keyboard musizieren. Vorbei die Zeiten, in dem man als Gitarrist die Klavierklänge einer 70er-Jahre-Rockballade übernehmen musste. So sehr wir uns auf das neue Instrument gefreut haben, so ernüchternd war der erste Test. Letzten Endes sind es doch nur Tasten, die man drücken muss und das ohne großartige Show. Mit der Gitarre hat man das einzigartige Gitarrengefühl. Spielen im Sitzen ist tabu, beim Solo kann man richtig die Sau rauslassen. Dasselbe gilt bei Schlagzeug und Mikrofon. Das Keyboardspielen geriet im Vergleich dazu zum Reaktionstest.

Die „gamescom“ 2010 lieferte nun also einen guten Eindruck von dem, was Videospieler in den kommenden Monaten erwartet. Einige Knaller waren dabei, manche Spiele blieben aber auch hinter den Erwartungen zurück. Jedoch war die Anzahl der angekündigten Spiele so enorm, dass es auf alle Fälle ein guter Start ins Spielejahr 2011 wird. Das steht fest!

Robin Uhlmannund Riko Uhlmann

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