Das aktuelle Wetter NRW 13°C
"gamescom"

Gelungene Premiere in Köln

16.10.2009 | 16:22 Uhr
Gelungene Premiere in Köln

Köln. Europas größte Videospielmesse öffnete in Deutschland erneut für die zahlreichen Interessierten seine Pforten. Dieses Mal jedoch unter geänderten Vorzeichen.

Es ist das Jahr eins nach der „Gamesconvention” in Leipzig. Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolgestandort wurde man in Köln fündig, somit alles beim Alten. Allerdings nicht ganz, unter neuem Namen will die „gamescom” eine neue Ära in Sachen Präsentation von PC-, Konsolen und Handheldspielen starten. Eines vorweg: Die 245 000 Besucher an den vier Tagen der Messe bewiesen einen gelungenen Start und somit dürften auch die über 400 Aussteller aus mehr als 30 verschiedenen Ländern mit der Premiere zufrieden sein.

Schon die ersten Schritte in den weitläufigen Halle lassen vermuten: Es wird abwechslungsreich und vor allem laut. Dafür zuständig sind besonders die auffällig vielen Schlagzeuge, Mikrofone, Turntables und sonstige Instrumente, die die Messehallen mitgestalten. Auch wenn sie meist nur aus Plastik sind, schon nach dem ersten Durchgang über die „gamescom” lässt sich feststellen, dass die in den letzten Jahren aufkommenden Musikspiele der Trend in diesem Jahr sind. Was mit Singstar für die Playstation vor einigen Jahren begann, findet nun bei Spielehersteller „Activision” seinen vorläufigen Höhepunkt. Denn während „Guitar Hero” es erlaubt, seine eigene Band mithilfe von Plastikinstrumenten zu gründen und somit vor dem Bildschirm zum Rockstar werden können, kann man nun mit der neuesten Erfindung „DJ Hero” auch hinter einem - mehr oder weniger - echten Turntable seine virtuelle Karriere als Discjockey starten. Der erste Test auf der „gamescom”, den man in kleinen, passend zum Thema eingerichteten Glasboxen samt eigener Tänzerin absolvieren konnte, war durchaus vielversprechend.

Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und so versuchte auch Electronic Arts ihre Marke „Rockband” mit annähernd gleichem Spielprinzip wie bei „Guitar Hero” so gut wie möglich zu platzieren und erweitert nun ihr Angebot mit den Titeln „LEGO Rockband” und „The Beatles Rockband”. Auch hier gilt es in die Rolle von Paul McCartney, John Lennon und Co. zu schlüpfen und mit originalgetreuen Instrumenten die Karriere der bekanntesten „Pilzköpfe” aller Zeiten nachzuspielen. Um ihre Produkte bestmöglich zu präsentieren, bauten beide Hersteller große Bühnen auf und ermöglichten so den Fans sich kurzzeitig wie große Rockstars zu fühlen.

Mal abgesehen von den auch von anderen Publishern angebotenen - Musikspielen geht der allgemeine Trend immer mehr zu den Gelegenheitsspielern, die mithilfe intuitiver und interaktiver Ideen zu den Konsolen gelockt werden sollen.

Interaktivität und Innovation, diese Begriffe stehen in engem Zusammenhang mit Nintendos populärer „Wii” und so verwundert es nicht, dass in nahezu jeder Halle egal wie klein der Spielhersteller auch ist - weiße Fernbedienungen mit den dazu passenden Nunchuks durch die Gegend bewegt werden. Dabei setzen vor allem kleinere Spielehersteller auf die massentaugliche Konsole in der Hoffnung, dass sie durch ihre hohe Präsenz in den deutschen und europäischen Haushalten Verkäufe der eigenen Titel garantiert. Dagegen scheint Nintendo seine Heimkonsole etwas zu vernachlässigen, wussten die neuen Ankündigungen vor der Messe doch eher zu enttäuschen. Statt viel Neuem gab es Fortsetzungen erfolgreicher Spiele - allen voran „Wii Fit Plus” und „Wii Sports Resort” - sowie mit „New Super Mario Bros.” eine vom Nintendo DS bekannte Neuauflage zu sehen uns spielen. Passend dazu auch der etwas steril wirkende Stand, der nahezu komplett in Weiß gehalten wurde.

Weiß auch der Stand nebenan, das aber aus gutem Grund. Spielehersteller SEGA setzte auf sein neues Spiel „Mario & Sonic bei den olympischen Spielen” und dem dazu passenden winterlichem Design des Standes. Und obwohl Weihnachten noch ein Stück entfernt ist, konnte man auch den einen oder anderen Weihnachtsmann sichten.

Im Gegensatz zu Nintendo hatte der große Konkurrent Sony mehr zu bieten und das auf größerer Fläche. Das Highlight erscheint dagegen relativ klein. Völlig überraschend zeigten die Japaner eine neue, kleinere und leichtere Version ihres Steckenpferdes „Playstation 3”. Ein weiterer Blickfang war ein umgebauter Rennwagen, der dank eingebauter Hydraulik und Bildschirm hinter der Windschutzscheibe das Spiel „Gran Turismo” Realitätsnahe rüberbrachte.

Wo Nintendo und Sony sind, da darf auch der dritte große Hersteller nicht fehlen. Microsoft, die schon seit einigen Jahren mit Macht und ihrer X-Box den Markt der Videospiele erobern wollen, präsentierten in erster Linie den Nachfolger ihres bislang erfolgreichsten Titels, „Halo 3”.

Doch nicht nur die zahlreichen verschiedenen Spiele -Kennern werden auch die auf der Gamescom vorgestellten Titel „Mafia II”, „Bioshock 2”, „Diablo 3” und „Brink” etwas sagen - sorgten für Aufsehen, viele bekannte Stars fanden den Weg in die Hallen der „koelnmesse”. Egal, ob Reiner Calmund, der als Koch auftrat, die Fantastischen Vier, die ihre musikalischen Künste an den Plastikinstrumenten ausprobierten, oder Gladiator Ralf Möller, sie alle bereicherten Europas größte Videospielmesse.

Den ersten Level hat die „gamescom” mehr als erfolgreich gemeistert und die guten Besucherzahlen -gleichzeitig Garant für lange Schlangen an den einzelnen Ständen - sprechen für sich. Die nächsten Jahre scheinen gesichert, Köln erwies sich als mehr als tauglicher Standort. Baut man konsequent auf der Premiere auf, heißt es vermutlich in nächster Zeit im Gegensatz zum Vorgänger Games Convention nicht „Game over”, sondern genau wie in diesem Jahr: „Celebrate the games!”.

Riko und Robin Uhlmann

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1430534/create

Aktuelle Fotos und Videos
Auftakt des ZEUS-Projektes 2011
Bildgalerie
Fotostrecke
Zeus-Forum im Berufskolleg Hansaallee
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Strahlemann Dick Brave „therapierte“ Hemer
50er Jahre-Wochenende im...
Als Highlight des 50er-Jahre-Wochenendes im Sauerlandpark Hemer traten am vergangenen Samstag Dick Brave & the Backbeats auf.
Foto
Tolles Gemeinschaftsgefühl und viel Spaß
Italien-Fahrt des...
Sommer, Sonne, Strand und Meer - so etwas findet man leider nicht hier in Iserlohn. Dafür war es uns, einer Gruppe von 40 Schülern und vier Lehrern des Gymnasiums An der Stenner, auch eine rund 24 Stunden lange Busfahrt wert, um nach Italien zu fahren, wo zu dieser Jahreszeit um die 18 Grad Celsius...