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Italien-Studienfahrt des...

Entspannt am Strand und hektisch durch die Großstadt

19.05.2009 | 11:27 Uhr
Entspannt am Strand und hektisch durch die Großstadt

San Felice Circeo. Auf nach Italien hieß es jetzt wieder für die Stufe 9 des Gymnasiums An der Stenner. Denn dorthin geht es im Rahmen einer Studienfahrt seit 2004 jedes Jahr traditionell in den Osterferien.

Endlich war es so weit: 40 aufgeregte Jungen und Mädchen und das Fahrt-Leiterteam, bestehend aus Sonja Holwe, Mascha Senf, Remo Licandro sowie Claudia und Thomas Faßhauer, versammelten sich am Ostersonntag bei strahlendem Sonnenschein - schon mal eine Einstimmung auf Italien - am Hemberg-Parkplatz, um sich auf die lange, lange Fahrt nach San Felice Circeo zu begeben. Zehn aufregende Tage lagen vor uns, und der erste Höhepunkt sollte schon auf der Hinfahrt stattfinden.

Denn nach 15 Stunden Fahrt hatten wir die erste Besichtigungstour vor uns: Siena stand auf dem Programm. Übermüdet und teilweise auch etwas lustlos streiften wir durch die kleine Stadt, bestaunten den Dom und den großen Platz, auf dem zweimal im Jahr ein großes Pferderennen stattfindet. Hinterher waren wir alle froh, wieder im Bus sitzen zu können, um auf der letzten Etappe zum Ziel vielleicht noch einmal ein kleines Schläfchen zu halten.

Um 16 Uhr wuchs die Spannung im Bus, denn wir hatten unser Ziel erreicht und hatten sogar schon die Chance, aus dem Bus etwas von San Felice Circeo und dem Meer zu sehen. Angekommen im „Centro Ferie Salvatore”, so hieß unser Domizil, wurden das Gelände erkundet und natürlich die Koffer ausgepackt. Viele schmusten auch mit den Hunden, die im Handumdrehen unsere Herzen eroberten. Dabei allen voran die Cacarella, die wahrscheinlich verwöhnteste Hündin Italiens bei so vielen Streicheleinheiten. Beim Abendessen erlebten wir eine Überraschung, denn das Essen schmeckte im Vergleich zu den Mahlzeiten bei unserer Skifreizeit in Jochgrimm richtig gut. Das gesamte Gelände gefiel uns. Die Anlage ist behindertengerecht gestaltet, mit dem Ziel, dass auch Leute im Rollstuhl Urlaub am Meer machen und ihn auch uneingeschränkt genießen können. Völlig erledigt fielen alle schließlich ins Bett.

Wasserschlachten im Meer

Unser erster, richtiger Tag sollte noch entspannt bleiben, denn vormittags machten wir einen kleinen Spaziergang durch Alt-Felice, wobei wir auch die Aussicht von einer Klippe auf das Mittelmeer genossen. Nachmittags ging es zur Freude vieler an den Strand, der zu dem Ferienzentrum gehört. Trotz eiskalten Wassers ließen es sich die meisten nicht nehmen, eine Wasserschlacht im Meer zu veranstalten, und einige bekamen schon einen heftigen Sonnenbrand.

Mittwoch stand das erste große Ziel auf dem Programm: Rom. Dort brachte uns unser Bus hin, der mit den zwei Fahrern Willi und Peter die ganzen zehn Tage bei uns in Italien blieb. In Rom ging es mit der Metro, die dieses Mal noch einigermaßen leer war (was sich noch ändern sollte) zum Vatikan-Museum. Es war etwas ganz Besonderes für die Lehrer, mit solch einer Gruppe dort hinein zu kommen, da es sonst immer zu voll war. Aber diesmal war das Glück auf unserer Seite und wir konnten das riesige eindrucksvolle Museum besichtigen und unter anderem viele Bilder Michelangelos' sehen.

Aber das sollte nicht das Einzige bleiben, was wir an dem Tag in Rom bewundern durften. Danach ging es nämlich zum Petersplatz. Alle bestaunten die Säulen, Brunnen und natürlich den Dom, waren aber schockiert, als es hieß, dass wir uns in die lange Schlange stellen sollten, die um den ganzen Platz reichte, um in den Dom zu gelangen. Aber laut Mascha Senf sollte es ganz schnell gehen. Hoffentlich! Zu unserem Erstaunen waren wir dann wirklich schnell im Dom, und was wir dort sahen, war überwältigend: Gold, Schmuck, Bilder - einfach einmalig! Das muss man einfach gesehen haben.

Gegen Abend ging es nach einem ereignisreichen Tag zurück zum Ferienzentrum. Viele Füße schmerzten. Um das auszukurieren, wurde der Donnerstag wieder etwas entspannter gestaltet: Am Morgen ging es zum Shoppen auf den Markt nach Sabaudia, wo viele so manchen Euro ließen. Danach fuhren wir zum Strand nach Sperlonga. Wieder hatten wir die Gelegenheit, ein Sonnenbad zu nehmen, im Meer (natürlich immer noch kalt) zu baden, ein leckeres italienisches Eis oder Ballspiele zu spielen, es war ein super Nachmittag! Auch an diesem Abend fielen alle glücklich ins Bett.

Am Freitag hieß es für uns: früh aufstehen und ab nach Pompeji. Die Stadt ist bekanntlich 79 nach Christi bei einem Ausbruch des Vesuvs untergegangen und wurde im 18. Jahrhundert wieder ausgegraben. Es ist sehr interessant gewesen zu sehen, wie die Leute in der Antike gelebt haben und wie die Häuser und Straßen gebaut waren. Wir konnten sogar das Amphitheater und das alte Bordell sehen!

Quetschen in der Metro

Jedoch war es ziemlich anstrengend, stundenlang über das alte Kopfsteinpflaster zu laufen, sodass wir froh waren, endlich wieder im Bus sitzen zu können.

Denn gleich am nächsten Tag stand schon der nächste große Ausflug an, nämlich wieder nach Rom. Wir quetschten uns dort in die volle Metro und fuhren zum Circus Maximus. Auf dem Weg zum Kolosseum sahen wir noch das Kapitol und das Forum Romanum, aber das Kolosseum übertraf alles, es war gigantisch! Nach diesen Besichtigungen hatten wir Freizeit, wobei das nicht wenige „nutzten”, um sich zu verlaufen, was nämlich ohne Stadtplan eigentlich die Regel war. Sehr viele verloren auch an diese Stadt viel Geld . . .

Sonntag sah unser Programm nicht ganz so wild aus, es ging „nur” nach Monte Cassino, ein abgelegenes Kloster zwischen Rom und Neapel. Es wirkte sehr eindrucksvoll auf uns, und auch diese Basilika muss man einfach gesehen haben. Auf der Rückfahrt hielten wir noch auf dem Soldatenfriedhof an, wo 20 057 deutsche Soldaten begraben sind, die in der Schlacht um Monte Cassino ums Leben kamen. Dort fing es an zu regnen, während der Fahrt schüttete es dann richtig. Der Bus hielt dem Regen nicht stand: Der Notausgang war undicht, immer mal wieder fiel ein Regentröpfchen auf die Lehrer hinab, was für einige Lacher im Bus sorgte.

Montag war unser letzter richtiger Tag, und es ging zum Abschluss noch einmal nach Rom. Wir konnten die Spanische Treppe, den Trevi-Brunnen (natürlich blieb das Münzewerfen nicht aus), das Pantheon und einige Plätze Roms bewundern. Das Wetter war prima und viele waren traurig, dass wir schon ziemlich früh wieder nach San Felice zurück mussten, um noch zu packen.

Abends fand das „Grande Fest” statt, bei dem gelacht, getanzt, gegessen und von den verschiedenen Zimmer kleine Theaterstücke aufgeführt und Gedichte vorgetragen wurden, die die letzten Tage Revue passieren ließen. Auf der Rückfahrt machten wir Halt in Parma. Allerdings nahmen viele diese Stadt kaum noch wahr, da sie einfach nur nach Hause wollten. Und dort waren wir dann auch wie der Blitz, die Busfahrer brausten die ganze Nacht durch. An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich bei Willi und Peter bedanken, ohne die diese tolle Zeit in Italien gar nicht möglich gewesen wäre! Aber auch ein Lob an die Lehrer, die uns mit so viel Geduld zehn Tage lang ertragen haben. Alles in allem war es eine wunderschöne Fahrt, die wir gerne noch einmal erleben möchten!

Hanna Kowalski

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