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Toni

Wenn du denkst, du denkst, dann . . .

30.07.2010 | 16:54 Uhr
Wenn du denkst, du denkst, dann . . .

Hola amigos, schnell mal auf unverbindliches Bitten von Herrchen ein paar Worte zur Klarstellung meiner letzten amtlichen Mitteilungen: Ich liege selbstverständlich in aller Regel freiwillig in der Sonne, heißt, dass ich mich bei klarem Verstand und in Vollbesitz meiner geistigen Kräfte der Wärmestrahlung aussetze. Und dass ich dabei so heiß laufe, dass Herrchen mich noch nicht einmal anfassen kann, ist natürlich mal wieder total übertrieben.

Und ich hätte auch sagen sollen, dass mir in unserer Hütte natürlich auch ein eigenes Stück Schatten gehört, über das ich jederzeit frei und nach meinem Willen verfügen. Eigentlich lege ich sogar Wert auf die Feststellung, dass mir das, was ich beim letzten Mal geschrieben habe, ziemlich doll leid tut. So, und jetzt hoffe ich, dass Herrchen das liest und mir endlich wieder diesen bekloppten Sonnenschirmständer vom Halsband abmacht.

Bis es soweit ist, aber kurz zu einem anderen Thema. Neulich war ich Frauchen mal wieder zu Besuch in der Avenida del Jardin, also in der Gartenstraße. Die Senora, die dort wohnt, wohnt unten, also en la planta baja, also Parterre. Und weil die Senora ganz schön Zaretten schnörgelt, muss ich hin wieder mal zum Lüften auf den kleinen Balkon.

Jetzt, würde mein alter amigo JoJo sagen, müsst Ihr Euch das so vorstellen. Der Balkon der senora geht eigentlich ziemlich direkt in den Balkon der Nachbar-Senora über. Und wenn das schon einmal so günstig ist, ist es doch wohl klar, dass auch der Don Antonio de Hasta Luego mal kurz zu der Nachbar-Senora geht. Das gebühren schon Anstand und Höfklichkeit. So weit, so unkompliziert.

Nun war das aber irgendwie so, dass der Besuch von der Nachbar-Senora nicht mitbekommen hat, dass ich in Wirklichkeit der „Mann von Nebenan“. Die haben gedacht, ich wäre von der Straße über das kleine Vorbeet gekommen. Natürlich haben die sich auch total gefreut, dass ich da plötzlich im Saal stand, aber die haben auch sofort gedacht, dass ich vielleicht von jemandem irgendwo auf der Welt vermisst würde. Also haben sie eine Leine genommen, mich drangemacht und sind Richtung Straße marschiert, um zu gucken, wo ich hingehöre. Ich habe übrigens immer nur gedacht: „Macht Ihr mal ruhig, am Ende werden wir ja sehen...!“

In der Zwischenzeit hat Frauchen allerdings gedacht, dass ich jetzt aber nun wirklich genug gelüftet wäre und ist auch auf den Balkon gegangen. Auf dem ich aber nicht mehr war. Also hat sie gedacht, dass ich ich schon mal gegangen wäre. Und zwar nach draußen. Nun ist Frauchen ja für Ihre Blitzstarts bekannt, und so stand sie auch Sekundenbruchteile später auf dem Vorplatz. Wo ich ja auch stand. Und der Mann auch. Weil ich ja an dem Mann dran war.

Muss ich noch viel sagen? Der Mann hat gesagt, was er gedacht hat. Frauchen hat gesagt, was sie gedacht hat und ich habe mir meinen Teil gedacht. Und schwups war der Fall mal wieder gelöst.

Mal ganz ehrlich, amigos, habt Ihr nicht manchmal auch das Gefühl, dass selbstständiges Denken und Handeln in dieser Gesellschaft eher bestraft wird?

Hasta luego!

Euer Toni

(30. Juli 2010)

Toni



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