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Toni

Niemals versteht man so ganz...

22.06.2012 | 15:58 Uhr
Niemals versteht man so ganz...

Hola amigos, ich hatte mir ja diesmal geschworen, mich nicht wieder aufzuregen, aber dann gibt es eben doch plötzlich Situationen, in denen ich einfach nicht an mich halten kann. Der letzte Sonntag ist das Thema, also der Tag des Tiergottesdienstes. Es ist ja offensichtlich inzwischen schon eine gute Tradition, dass ein gewisser senor mosca, als ein Herr Fliege, und natürlich auch der Hundeversteher zu uns in die Hütte kommen, um sich von Herrchen erklären zu lassen, was sie hinterher sagen sollen. Und um zur Stärkung ein paar muslos de pollo, also Hühnerbeine, zu essen. Also von pollos, die nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen wollen.

Vale! Zuerst kommt immer der /die Fliege. Und der/die fragt jedes Mal, ob ich noch der „gleiche Typ“ wäre wie beim letzten Mal. Und er sagt, dass - wenn er da wäre - ich nicht aufs Sofa dürfe. Da wäre er knallhart. Das könnte ich mir total abschminken, das gäb’s gar nicht. Und dann erklärt ihm Herrchen, dass mich diese Ansage vermutlich nicht sonderlich beeindrucken würde, weil ich auch nicht aufs Sofa gehen würde, wenn kein Pastor draufsitzen würde. Aber was soll ich mich darüber aufregen, bis zum nächsten Jahr hat der Mann das sowieso wieder vergessen.

So, und dann schellt es noch mal, und es erscheint der vornehme Herr Versteher. Bleibt erst mal an der bzw. vor der Tür stehen und wartet darauf, dass ich sage, dass er reinkommen soll. Und dann wird sofort die immer gleiche Platte aufgelegt: „Mein Gott, was macht der denn für ein Theater! Das wird ja immer schlimmer! Ich könnte Euch da einen guten Hundetrainer empfehlen!“ Der Mann steht da, hält seinen Vortrag und merkt gar nicht, dass ich längst wieder im Wohnzimmer bin, um mein Spielzeug in Sicherheit zu bringen. Wenn einer mit solch einer Laune vor der Tür steht, dann sollte man Wertgegenstände vorsichtshalber wegräumen.

Aber es kommt noch besser: Weil der feine Herr Versteher merkt, dass er mit dem Spruch nicht richtig durchkommt, teilt er auch noch ungefragt mit: „Mein lieber Mann, Du bist aber dick geworden!“ Mal ganz abgesehen davon, dass ich figürlich eher was von einem tiefer gelegten Windhund als von einem Mops habe. . . Ist er jetzt auch noch dietista? Also Ernährungsberater? Gibt es irgendetwas, was der Herr Versteher nicht zu meckern haben?

Eine Stunde später dann der Höhepunkt und wahrscheinlich auch das höchste Lob, das der Mann über seine Lippen bringt. Die Hühnerbeine sind bereits geschreddert und die ganze Truppe sitzt noch am Tisch. Herrchen versucht es auf die vorsichtige Tour: „Aber sonst ist er doch ganz in Ordnung, oder? Er bettelt nicht, sagt nichts und rührt sich nicht unterm Tisch.“ Der Versteher nimmt sich lange Zeit, bevor er schließlich leise und etwas widerwillig sagt: „Okay, er beruhigt sich tatsächlich irgendwann wieder. Von mir aus könnt Ihr ihn so lassen.“

Amigos, ich spare mir an dieser Stelle jeden weiteren Kommentar. Vielleicht nur so viel: Seine lockigen Rennfahrer-Tanten, fülligen Abnehme-Holländer und bayrischen Brustvergrößerer kann er mit seinen Sprüchen vielleicht beeindrucken, den Don Antonio nicht. Nicht heute und nicht nächstes Jahr. Überhaupt wächst mit jedem Gottesdienst mein autoconfiancia, also mein Selbstbewusstsein. Im nächsten Jahr setze ich mich neben Fliege aufs Sofa und mache ein Theater, dass dem Herrn Versteher die Krümmel aus dem Futterbeutel fliegen. Amén! Also, Amen!

Hasta luego! Euer Toni

Toni


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