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Toni

Knödel-Probleme und Hummel-Frust

23.03.2012 | 12:58 Uhr
Knödel-Probleme und Hummel-Frust

Hola, amigos! Ist das ein Wetterchen? Natürlich ist es das! Da werden doch gleich wieder – soweit noch vorhanden – ganz andere Gefühle wach. Aber auch so ist ein schönes Gefühl zu sehen, dass um uns herum alles wieder in Wallung kommt.

Auch die Spät-Merker sind inzwischen bei uns übrigens am Start. Ein Beispiel? Vor unserem Küchenfenster hängt una bola de herrerillos, also ein Meisenknödel. Und seit ein paar Tagen hat den offenbar auch ein petrirrojo, also ein Rotkehlchen, entdeckt. Nun hat der Meister aber offensichtlich seinen Knödel-Führerschein noch nicht lange, und ich bekomme jedes Mal auf meinem Knödel-Kontroll-Küchenstuhl ein ganz großes Schauspiel geboten.

Die rote Kehle landet nämlich nicht an dem Knödel direkt, sondern erst einmal hoch droben an der Knödel-Kette. Dann läuft ihm wahrscheinlich das Wasser im Schnabel zusammen und er lässt sich langsam, Schritt für Schritt, an der Kette herunter. Und wenn er dann endlich am Knödel eingetroffen ist, übermannen ihn offensichtlich die Gefühle der Vorfreude und lähmen seine weiteren Aktivitäten. Also hängt auch er wie ein nasser, zweiter Knödel neben dem ersten Knödel. Amigos, ich sage Euch, das ist ein Bild für die Götter. Ob der Bursche überhaupt schon mal einen Bissen abbekommen hat, kann ich trotz intensiver Beobachtung nicht sagen. Herrchen sagt, so langsam würde es wohl auch knapp für ihn, weil der Meisenknödel in den nächsten Tagen wahrscheinlich ohnehin schmelzen würde.

Womit wir noch einmal bei der Wärme wären. Mir fällt auf, dass mir heute irgendwie durchaus nach tierischen Gedanken zumute ist. Vielleicht, weil ich auf der Terrasse auch bereits eine weitere, hoch brisante Kontrollstelle habe, die ich im Grunde genommen keine Sekunde aus den Augen lassen darf. Weil nämlich die abejorro, also die Hummel wieder da ist. Genauer gesagt müsste man wahrscheinlich sagen: der Hummel - wenn man den Begriff „Riesen-Vieh“ vermeiden will. Zur Vorgeschichte: Wir hatten auf der Terrasse immer mal wieder eine Pfütze. Herrchen hat das Problem auf seine Art höchst praktisch lösen lassen, in dem zwei Löcher in den Fußboden gebohrt wurden. Das war auch ganz lange ganz prima. Bis wir das erste Mal eine Hummel sahen, die in dem Loch verschwand. Bis hierhin fanden wir die Geschichte auch noch ganz drollig und nicht der Rede wert.

Bis zu dem Tag, als die Verwandten der Hummel offenbar auch bei ihr in die Terrassen-Souterrain-Wohnung eingezogen sind. Mit Kind und Kegel. Da hat es selbst Frauchen, sonst immer für einen überraschend genehmigten Asylantrag gut, mit der Angst bekommen. Irgendwann hat Herrchen, als er an der Hummel-Haustür keine Bewegung verspürte und offenbar niemand zu Hause war, von seinem Recht als Vermieter Gebrauch gemacht und zwei Korken in die Tür gekloppt. Finito!

Amigos, da war in den nächsten Tagen aber was gedroschen. Da haben wir nämlich erst einmal gemerkt, wie viele Verwandte bereits bei uns lebten. Die machten nämlich ein Höllentheater und drohten sogar mit dem Hummel-Schutzbund. Egal, es wurde irgendwann Winter und das Thema war vergessen. Bis Mittwoch. Da höre ich ein Gebrumme der etwas anderen Art, Blätter und Staub fliegen rum und eine Monster-Kampf-Giganto-Hummel setzt zur Landung an Loch 1 an. Amigos, ich sage Euch, da ist Frauchen aber flott geworden. Blitzstart in den Keller, Hummel-Korken geholt, Eingang verrammelt – das waren nur Sekunden. Im ersten Moment war auch Ruhe, aber der aparillo kommt immer wieder und schraubt an der Haustür rum. Und wenn ich das richtig gesehen habe, hat sich der Korken sogar bereits etwas bewegt. Ich werde das unbedingt im Auge behalten müssen.

Hasta luego!

Euer Toni

Toni



Kommentare
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