Futter für die rote Kehle
21.11.2011 | 17:29 Uhr 2011-11-21T17:29:00+0100
Hola amigos, waren das bis jetzt nicht herrliche Tage? Blauer Himmel, klare Luft, kein Matsch unter den Füßen. So kann der Winter weitergehen. Ich habe sogar schon meine erste Kneippsche Anwendung morgens auf der Wiese machen können. Frauchen schickt mich ja morgens immer in den Garten, damit ich erst einmal prüfen soll, ob noch alles im Lot ist.
Und dabei wird es dann schon am frühen Morgen auch irgendwie ganz drollig, denn eigentlich ist unsere Wiese ja ziemlich grün. Nur manchmal ist sie auch ganz weiß. Und knackekalt. Dann mache ich das so, dass ich mich erst einmal genüsslich hinlege. Zuerst auf den Bauch. Das ist nämlich ein unglaublich erotisches Gefühl, wenn der Frost so langsam bis nach - Ihr wisst schon - zieht. Und dann drehe ich mich auf den Rücken, einmal, zweimal, dreimal, viermal, vorwärts, rückwärts und noch eine Doppelrolle.
Amigos, ich sage immer, das reinigt die Seele und das Fell. Herrchen sagt, das wäre auch dringend erforderlich und meine Pulgas, also meine Flöhe, würden zum Glück die Kälte nicht vertragen und einfach abfallen. Ich sage, dass er sie nicht alle auf der listón, also auf der Latte hat, denn ich habe gar keine Flöhe. Ich kratze mich, weil Kratzen knorke ist und sich alle Hunde kratzen. Außerdem kratzt Herrchen sich auch ziemlich oft, und ich habe ihn noch nie morgens im Garten liegen gesehen.
Kommen wir zum nächsten Thema, zu unseren petirrojos, also zu den Rotkehlchen, also zu den gleichnamigen Vögeln, die im Moment offenbar mit Kleinbussen zu unserer Hütte gebracht werden. Ich glaube, ich habe schon einmal am Rande erwähnt, dass Frauchen jedes Jahr hart daran arbeitet, dass aus unseren Rotkehlchen stattliche Rotkugeln werden. Zu diesem Zweck muss Herrchen immer Säcke mit Unmengen Körnern, Rosinen und Nüssen kaufen. Ich habe übrigens gehört, wie er mal jemandem erzählt hat, wir wären offensichtlich die einzige, öffentliche Piepmatz-Futterstelle zwischen Skagerak und Marokko. Was ich jetzt so auch nicht bestätigen kann, weil ich auch gehört habe, dass man im Garten von meiner Cousine Puri nur noch auf Körnern und Nüssen läuft und dass dort statt Rindenmulch Vogelfutter auf die Beete kommt.
Vale, das muss auch jeder selbst wissen, aber bei uns soll jetzt eine ganz neue Variante eingeführt werden: Fleisch. Beziehungsweise getrocknetes Fleisch. Beziehungsweise getrocknete Insekten. Was für eine Sauerei ist das denn? Und warum? Weil petirrojos das nun einmal gern essen? Unglaublich? Normalerweise macht Frauchen immer den Max, wenn sich ein Brummtierchen in ihre Nähe verirrt. Und jetzt? Jetzt wird das Zeug bei uns eingelagert und morgens mit dem Eierlöffel ans Büffet getragen. Ich fasse es nicht. Ich glaube Herrchen und ich können froh sein, dass es im Moment relativ wenige Seeadler und Pelikane in Dröschede gibt. Die essen nämlich auch im Winter am liebsten morgens frischen Fisch. Herrchen und ich sind uns sicher: im Zweifelsfall bekämen sie bei uns auch frischen Fisch.
Na dann, vielleicht ja bis Montag beim Küttel-König im Parktheater. Wobei ich noch gar nicht sicher weiß, ob ich hingehen soll. Meistens kommt - zumindest aus meiner Sicht - ja ohnehin nichts Gescheites dabei herum.
Hasta luego!
Euer Toni
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