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Erholung vor der Haustür

Urlaub genießen und Kraft tanken

20.08.2011 | 06:00 Uhr
Urlaub genießen und Kraft tanken
Das Felsenmeer in Hemer war früher ein Abenteuerspielplatz. Foto: Martina Dinslage

Iserlohn.Ab in die Sonne, so lautet das Motto vieler Mitbürger. Den wohlverdienten Urlaub genießen und neue Kraft tanken. Der Flugverkehr und die Bahn haben Hochsaison.

Auf den Autobahnen ist mancher Stau vorprogrammiert. „Wann sind wir endlich da?“ Das ist die meistgestellte Frage der Kinder. Doch auch die Daheimgebliebenen können ihren Urlaub trotz des wechselhaften Wetters genießen. Viele Veranstaltungen locken in die Innenstadt oder Umgebung. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Der Regen sollte kein Hindernis sein, schließlich gibt es ja Schirme und passende Kleidung. Ein Spaziergang im Wald unter tropfenden Blättern und den Duft der Pflanzen und Kräuter genießen, ist ein besonderes Erlebnis. Leider wissen viele Mitbürger nicht, welch hohes Gut wir direkt vor der Haustür haben, unseren Wald. Nur wenige begegnen einem bei den Waldspaziergängen. Auswärtige Besucher beneiden uns um unsere schöne Umgebung. Meine frühen Kinderjahre habe ich fast nur im Wald verbracht. Bei Wind und Wetter war er für uns Kinder ein wundervoller Abenteuerspielplatz. Der Stille Weg, die Klippen, der Rupenteich und der Danzturm waren unser Reich. Als Räuber, Gendarmen, Ritter, König, Prinzessin oder Zauberhexe durchstreiften wir den Wald. Unserer Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Und wir Kinder hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Der Wald im Wechsel der Jahreszeiten war ein guter Lehrmeister. Dank meiner Eltern, die uns drei Kinder von klein auf bei unseren Waldspaziergängen die Namen der Bäume, Pflanzen und Vögel erklärten, ist unsere Liebe zur Natur gewachsen. Auch in den Schulferien habe ich mit gleichgesinnten Freundinnen schöne Wanderungen gemacht. Sehr oft ging es zum Hemeraner Felsenmeer, mit Mutters Kartoffelsalat und Frikadelle als Proviant. Kaum einer von uns konnte „richtig“ in Urlaub fahren, es sei denn, er hatte Verwandte oder Opa und Oma auf dem Lande wohnen. Aber wir waren auch so glücklich und zufrieden. In den 80er und 90er Jahren habe ich mit meinem Mann die fünf Erdteile besucht. Wir haben viel Schönes und Gutes erlebt, aber auch die Armut, Ungerechtigkeiten und Ausbeutung vieler Menschen. Glitzernde Fassaden, hinter denen Arroganz und Dummheit herrschten, und kleine Hütten, die Geborgenheit und Wärme gaben. Diese Erfahrungen machen mich noch dankbarer, in Deutschland geboren zu sein. All die vielen Meckerer in unserem Land sollten mal über den Tellerrand hinaus schauen, dann würden sie schnell verstummen.

Unseren Abenteuerspielplatz besuche ich auch als Seniorin noch regelmäßig. Besonders in den Klippen wird es mir warm ums Herz, ist es immer noch so geheimnisvoll wie vor 70 Jahren.

Erika Reichel

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