Öffentliche Kunst
16.03.2011 | 17:39 Uhr 2011-03-16T17:39:00+0100
Iserlohn.Ich mag sie, die Figuren aus Bronze, die sich in der Iserlohner Öffentlichkeit präsentieren. Da steht Engelbert Kaps „Steinebrecher“ in Letmathe, gegenüber von Dierkes, wie ich immer noch sage, weil dann jeder weiß, was ich meine, in seiner kraftvollen Art. Ein Stückchen die Straße weiter rauf in Richtung Dom befinden sich die tuschelnden Marktfrauen von Hubert Löneke an der Sparkasse, die gerade darüber tratschen, was die Herrschaften wieder alles angestellt haben.
Eberhard Linkes „Kopf und Hand“ an der Post in Iserlohn: Der Mann, der nur wenig aus der Erde herausschaut und nur Kopf und Unterarm herzeigt, ist faszinierend, weil man fast um ihn herumgehen kann und immer seine Gesichtszüge erkennt, auch wenn diese gewöhnungsbedürftig sind. Und dann diese ausdrucksvolle Hand!
Unterhalb des Schillerplatzes, im „Bankenviertel“, wie ich es mal nennen möchte, befindet sich der Brunnen „Lebensfreude“ von Bonifatius Stirnberg. Drum herum eine musikalische Gruppe: Ein Hornist, der sich die Noten zeigen lässt und zwei Tanzpärchen. Man kann sie sich zurechtstellen, da sie bewegliche Gelenke haben. Apropos Tanz: Karl-H. Seemanns „Schwingendes Paar“ auf dem Werner-Jacobi-Platz vor dem Rathaus II stellt sich in schwungvoll dynamischer Haltung dar.
Da ist dann noch der „Harmonie-Brunnen“ im Poth mit dem Füllhorn, aus dem die Münzen locker herausfallen. Wer wünscht sich nicht solch ein Füllhorn? Gordon Browns Zeitung lesenden, bebrillten Mann, der auf einer Bank sitzt, hat man von der Bombe vor die Sparkasse umquartiert. Leider hat man ihm seine Brille geklaut. Wenn’s nicht so traurig wäre, dass diese wunderschöne Figur von Vandalen misshandelt worden ist, könnte man sich fragen, ob er denn noch lesen kann, so ohne Brille, oder ob er nur so tut?
(Eine Fortsetzung der Impressionen zu Kunst im öffentlichen Raum folgt.)
Übrigens … Optimismus ist nur Mangel an Information.
Bis die Tage …
Wolfram Cosmus
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