Keine Achtung mehr vor den Lebensmitteln
15.06.2011 | 17:28 Uhr 2011-06-15T17:28:00+0200
Iserlohn.Nun haben wir den Salat, im wahrsten Sinne des Wortes. Nach BSE, Gammelfleisch und Dioxinskandal ist nun EHEC an der Reihe. Die Suche nach den Schuldigen ist ein Puzzlespiel, denn keiner will es gewesen sein.
Die Profitgier unseriöser Erzeuger bezahlen viele Verbraucher mit ihrer Gesundheit, ja sogar dem Tod. Immer mehr und günstiger sollen die Lebensmittel produziert werden. Da wundert es nicht, wenn sie mit Ersatzstoffen, Chemie und Aromen versehen werden. Viele Verbraucher schauen nur auf „billig, billig“. Katastrophale Legebatterien, Geflügelaufzucht und im Eiltempo gezüchtete Schweine sind das Ergebnis. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe bei den Lebensmitteln würde vieles erklären. Aber wer geht schon mit Taschenrechner und Lupe einkaufen? Wieder ist der Ehrliche der Dumme, denn auch die heimischen Ökobauern beklagen große Verluste.
Vernichten, untergraben, ab in die Mülltonne, so ein Anblick schmerzt, gerade bei der Generation 70 Plus. Sie hat die Kriegsjahre erlebt und in dieser Zeit Hunger und Entbehrungen ertragen. Aber was zählt das heute noch? Laut Statistik landen jedes Jahr pro Person 120 kg Lebensmittel auf dem Müll, insgesamt sind es in Deutschland 20 000 000 Tonnen! Unvorstellbar! Viele Frauen kennen nicht einmal heimische Gemüsesorten und können sie erst recht nicht zubereiten. Tiefkühlkost, Fast Food Ketten und die Microwelle sind ja viel bequemer. Die TV Sender wetteifern mit ihren Kochsendungen, immer feiner und edler. Manch einer kann sich schon die Zutaten für ein solches Gericht nicht leisten. Auf die Idee, eine solche Sendung für die regionale Küche, wie man Suppen und Hausmannskost zubereitet, ist leider noch kein Sender gekommen. Immer mehr Haushalte mit kleinerem Einkommen würden davon profitieren. Glücklicherweise gibt es seit einigen Jahren auch die Tafel. Supermärkte und Bäckereien spenden Milchprodukte, Obst und Gemüse sowie Brot, bevor es verdirbt. Viele Menschen sind leider auf diese Zuwendungen angewiesen. Da kann man es kaum verstehen, wenn Brot auf der Straße oder in der Mülltonne zu finden ist.
Wir Europäer leben im Überfluss. In Afrika und Asien schuften viele Menschen für einen Hungerlohn oder eine Handvoll Reis unter oft unvorstellbaren Bedingungen. Wir Europäer möchten doch alles billig, billig haben. Und erst recht im Urlaub.
Auf den Kreuzfahrtschiffen schlemmt man rund um die Uhr und in den Hotels ist meist „all inclusive“. Da muss man doch zuschlagen, schließlich hat man doch bezahlt. Schmeckt es nicht, dann weg damit, es ist ja alles in Hülle und Fülle zu haben. Kaum ein Tourist beachtet die einheimischen Angestellten, die freundlich lächelnd jeden Wunsch erfüllen. Wie mag es wohl in ihrem Innern aussehen? Sie sind froh, einen Job zu haben, um ihre meist große Familie zu ernähren. Manchmal nur mit einer Mahlzeit am Tag. Es wird sich nicht viel ändern, solange wir nicht umdenken und die Entwicklungshilfe zum großen Teil in dunkle Kanäle verschwindet. So werden weiterhin die „Wohlstandsbäuche“ am Strand spazieren und belustigt auf die kleinen „niedlichen Schwarzen“ herabschauen, die mit aufgeblähtem „Mangelernährungsbauch“ um ein paar Cent bitten.
Schon der berühmte Albert Einstein sagte: „Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.“
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Tiere sind Lebewesen, keine Lebensmittel!