Grab in Nähe der Familie
17.11.2010 | 19:47 Uhr 2010-11-17T19:47:00+0100
Letmathe.Passend zum Trauermonat November referierte Dirk Bertelt, Inhaber des Bestattungsinstituts Grüber, vor Senioren / -innen, die sich an jedem ersten Freitag im Monat in den „Poststuben“ treffen, über die heutige Trauerkultur.
Dirk Bertelt wies darauf hin, dass bereits zu Lebzeiten von den Verstorbenen für die Zeit über ihren Tod hinaus vieles geregelt und Vorkehrungen und Wünsche für die eigene Bestattung getroffen werden sollten. Zu beachten ist dabei, dass ein formales Testament als Überschrift „Mein letzter Wille“ oder nur das Wort „Testament“ tragen muss. Es muss eigenhändig geschrieben, mit Datum und Ortsangabe versehen und unterschrieben sein. Dagegen reicht für ein notarielles Testament ein ausgefülltes Formular und eine eigenhändige Unterschrift.
Um die Hinterbliebenen nicht mit den doch zum Teil sehr hohen Bestattungskosten zu belasten, ist eine finanzielle Vorsorge sinnvoll. Je nach persönlicher Lage bietet sich die Anlage eines Sparbuches oder der Abschluss einer Sterbeversicherung an.
Im Trauerfall ist es für die Hinterbliebenen und für den Bestatter eine große Hilfe, wenn sowohl persönliche Urkunden wie Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, gegebenenfalls das Scheidungsurteil oder die Sterbeurkunde des Partners als auch sonstige Dokumente griffbereit zur Verfügung stehen.
Grundsätzlich kann zwischen zwei Bestattungsarten, der Erd- und der Feuerbestattung gewählt werden. Darüber hinaus gibt es die Sonderformen der See- und Baumbestattung, denen jeweils eine Feuerbestattung vorausgeht. Hilfreich ist es für die Hinterbliebenen und das Bestattungsunternehmen, wenn schon zu Lebzeiten die gewünschte Trauerfeier und Bestattungsart bestimmt worden sind.
Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung beklagt, dass für viele Menschen der Wunsch einer angemessenen Trauerstätte unerfüllt bleibt. Wie wichtig für viele Angehörige neben einer persönlich geregelten Bestattung der Wunsch nach einem Grab in Familiennähe ist, zeigt eine Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2009. Demnach wollen 42 Prozent der Bundesbürger bei bereits Verstorbenen, ihren Angehörigen sowie in der Nähe ihrer Kinder bestattet werden. 24 Prozent bevorzugen ihren aktuellen Wohnort und 17 Prozent das Meer oder den Wald. 12 Prozent ist der Bestattungsort egal.
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