Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Himmelsgruß

Freud und Leid zur Winterzeit

22.01.2011 | 06:00 Uhr
Freud und Leid zur Winterzeit
Wann gab es zuletzt eine solche Schneepracht wie in diesem Jahr im Winterzauber in Kesbern? Foto: Josef Wronski

Iserlohn. Nass und ungemütlich startete das neue Jahr. Die hoch aufgetürmten Schneeberge zerschmolzen mit den ansteigenden Temperaturen und lassen die Reste des Silvesterfeuerwerks sowie den in die Landschaft geworfenen Müll wieder sichtbar werden. Graue Schneeberge am Straßenrand und störender Split unter den Schuhen tragen nicht gerade zum Wohlbefinden bei.

Die meisten Menschen aber sind froh über das Ende des Schneechaos. Für ältere, behinderte und kranke Personen war es besonders schwierig. Sie waren auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen und konnten die Wohnung für lange Zeit nicht verlassen. Autofahren wurde zum Balanceakt, Schneeberge belegten die Parkplätze und die Müllabfuhr erreichte viele Container nicht mehr.

Schneeschaufeln war täglicher Frühsport, doch leider hielten sich nicht alle Hausbewohner daran. Viele Mitmenschen, die auch sonst die Bequemlichkeit vorziehen handelten nach dem Motto: „Ohne mich!“ Nicht aber der Winterdienst der Stadt. Fast rund um die Uhr sorgte er für freie Straßen. Auch den Zeitungs-, Brief und Paketzustellern gebührt ein großes Lob. Sie alle sind die Helden dieses Winters. Er zeigt uns mal wieder unsere Grenzen. Doch der Wintermonat Dezember hatte auch seine schönen Seiten. Wann gab es zuletzt eine solche Schneepracht? Schlitten und Ski fahren sowie lange Waldspaziergänge im Schneegestöber erfreuten alle Naturliebhaber. Unvergesslich ist mir der Heiligabend. Bei Einbruch der Dunkelheit war ich auf dem Weg nach Hause.

Der hohe Schnee knirschte unter meinen Füßen und glitzerte wie Kristall. Kaum ein Auto störte die angenehme Ruhe. Unwillkürlich dachte ich an das Gedicht „Weihnachten“ von Joseph von Eichendorff. (Markt und Straßen steh’n verlassen, still erleuchtet jedes Haus …) Als ich kurze Zeit später auf meinem Balkon stand, erblickte ich die erleuchtete, standfeste, 35 Meter hohe Fichte auf dem Mühlenberg. Das war wie ein Himmelsgruß.

Im leicht aufziehenden Nebel bewegten sich die Zweige hin und her und es war, als ob ein strahlender Engel über dem Mühlenberg schwebte. Dieses Erlebnis werde ich nicht vergessen. Ein großer Dank dafür an alle Personen, die dieses schöne Geschenk ermöglichten. Allen Lesern wünsche ich ein gesundes, gutes neues Jahr und die „Standfestigkeit“ der 120 Jahre alten Fichte vom Mühlenberg.

Erika Reichel

Kommentare
Funktionen
Lesen Sie auch
Aus dem Ressort
Heuer Hammer war ein Begriff
Industriegeschichte
Wer kennt noch das Traditionsunternehmen mit „Schlagkraft“, in dem in der Untergrüne ganz berühmte Ampeln hergestellt wurden?
Bismarckturm war für mich „Ritterburg“
Erinnerungen
Im Vorfeld des 100-jährigen Bestehens des Bismarckturmes erinnert sich Seniorin Erika Reichel an ihre Kindheit im Seilerwald.
Erinnerungen an Oskar Escherich und den Eselsbrunnen
Stadtgeschichte
Von dem Eselsbrunnen ist nur noch der Esel aus Stahlrohr übrig geblieben. Wie schade.
Für Gespräche bleibt oft zu wenig Zeit
Altenpflege
Leider verfügen Heigen viele Altenpflegeeinrichtungen über zu wenig Personal.
Von den Erscheinungen des Alters
Senioren
Der Menschen entwickelt im Laufe seines Lebens drei Gesichter. Von den Spuren und „Abdrücken“ des Lebens.
Fotos und Videos
Lichtgarten verzaubert Sauerlandpark
Bildgalerie
Fotostrecke
Auftakt des ZEUS-Projektes 2011
Bildgalerie
Fotostrecke
Sommerlicher Herbst im Sauerlandpark
Bildgalerie
Fotostrecke
Bürgerball Letmathe
Bildgalerie
Fotostrecke
article
4185920
Freud und Leid zur Winterzeit
Freud und Leid zur Winterzeit
$description$
http://www.derwesten.de/ikz/ikz-start/biss/freud-und-leid-zur-winterzeit-id4185920.html
2011-01-22 06:00
BISS