Die Zusteller sind die wahren Helden des Winters
20.02.2010 | 09:22 Uhr 2010-02-20T09:22:00+0100
Iserlohn. „Der Winter ist ein rechter Mann”, heißt es in einem Volkslied. Seine Herrschaft kostet er in diesem Jahr so richtig aus. Der verspätete Schnee zu Weihnachten will nun nicht mehr weichen und der starke Frost verwandelt ihn zu Eisflächen. Was nun?
Viele junge Leute haben so einen Winter noch nicht erlebt. Das Fernsehen zeigt Sondersendungen vom Schneechaos und schlimmen Unfällen. Viele Unverbesserliche fahren mit Sommerreifen oder halten sich für die besten Fahrer der Welt.
Die Räumfahrzeuge sind Tag und Nacht im Einsatz um die Hauptstraßen freizuhalten. Verantwortungsbewusste Bürger befreien den Gehweg in den frühen Morgenstunden vom Schnee. Leider gibt es viele Mitbürger (auch Geschäftsleute), die dieser Pflicht nicht nachkommen. Unsere Innenstadt glich zeitweise einer Rutschbahn.
Die wahren Helden dieses Winters sind für mich die Zeitungs- und Postzusteller. Sie quälen sich mit ihren Wagen durch hohe Schneemassen und Eisflächen manch steile Anhöhe hinauf. Nicht einen Tag habe ich auf die Zeitung und Post verzichten müssen. Ein großes „Dankeschön” an die Zusteller!
Auch dem Betriebshof gebührt eine Anerkennung für seine Arbeit rund um die Uhr, wenn auch manche Nebenstraße nicht gleich geräumt werden konnte und das Streusalz aufgebraucht ist. Was wären wir ohne den Räumdienst! Danke, sage ich auch den Busfahrerinnen und -fahrern, die bei einer solchen Witterung eine hohe Verantwortung tragen. Nur Egoisten und Besserwisser beschweren sich bei der MVG, wenn diese ihren Betrieb wegen zu hohem Risiko für ihre Fahrgäste einstellen muss.
Der Februar ist bald vorüber und der Frühlingsmonat März beginnt. Wir haben mal wieder einen echten, strengen Winter erlebt. Doch wer mal genau hinhört, kann morgens schon ein leises Vogelgezwitscher wahrnehmen. „Gott sei dank, dass diese Katastrophe bald vorbei ist”, höre ich eine Frau an der Bushaltestelle sagen. „Katastrophe”! Hat sie noch nie etwas von „Haiti” gehört?
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