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Im Winter mit Skiern

Die Schulzeit vor 70 Jahren

16.02.2011 | 15:42 Uhr
Die Schulzeit vor 70 Jahren
Hermann Knoche mit seinen Nachbarskindern und Schulfreunde der Familie Grüber in Kesbern.

Iserlohn. Welche Schule soll unser Kind besuchen? Viele Eltern stehen heute vor dieser Entscheidung. Das war früher kein Problem. Man besuchte die Volksschule und konnte nach vier Jahren zum Gymnasium oder zur Realschule wechseln. Vorausgesetzt, die Leistungen waren gut und die Eltern konnten das Schulgeld bezahlen. Leider haperte es bei vielen am Letzteren.

Ganz anders erlebte Hermann Knoche seine Schulzeit. 1934 in der Untergrüne geboren zog die Familie später Richtung Kesbern „Vorm Heu“. Im Jahr 1940 wurde der kleine Hermann in Dahlsen eingeschult. Um 7 Uhr mussten er und seine Geschwister losgehen, denn der Schulweg über Feldwege dauerte eine Stunde. Am Schulgebäude trafen dann alle Kinder der umliegenden Orte wie Hegenscheid, Wixberg, Attern, Kesbern usw. gegen 8 Uhr ein. Im Winter kamen sie mit ihren Skiern oder Schlitten. Die Schülerzahl schwankte zwischen 50 und 65. Diese wurden alle in einem einzigen Raum unterrichtet. Die Mädchen saßen links, rechts die Jungen. Dazwischen stand ein großer Kanonenofen. Für diesen mussten die Schüler in der Freizeit das Anmachholz sammeln. Bis zum fünften Schuljahr wurden sie vom Lehrer Dellbrüge unterrichtet. Er war bei den Schülern nicht beliebt. Schläge waren an der Tagesordnung. Er besaß ein Sortiment von zehn „Nußstöcken“, die er auch fleißig einsetzte. Der nachfolgende Lehrer Wiesendahl war bei den Schülern beliebter. Auf meine Frage, wie man 8 Klassen in einem Raum unterrichten kann, erklärte mir Hermann Knoche: „Wir halfen uns gegenseitig. Während die i-Männchen ihre ersten Buchstaben unter der Aufsicht der Fünftklässler schrieben, unterrichtete der Lehrer die älteren Schüler. Lesen, Schreiben, Rechnen, alles in einer Klasse. So war das eben in der Dorfschule. Alle vier Wochen wurde in dem Schulgebäude auch ein Gottesdienst abgehalten. Dann mussten wir Schüler abwechselnd die Glocken läuten, welche sich in einem Turm auf dem Gebäude befanden, erinnert sich Hermann Knoche. Ein Harmonium war auch vorhanden. Höhepunkte in der Schulzeit waren die Ausflüge zur Burg Altena und zum Danzturm. Trotz der widrigen Umstände in meiner Schulzeit haben wir alles für unser weiteres Leben gelernt. Respekt, Disziplin, Achtung, Ordnung und Fleiß. Doch das Wichtigste ist, sagt Hermann Knoche stolz: „Wir haben es fast alle in die berufliche Selbstständigkeit geschafft.“

Erika Reichel

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