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Raus aus der Stube

Der Frühling in den Startlöchern

16.03.2011 | 17:56 Uhr

Iserlohn. Endlich, der Frühling steht in den Startlöchern. Zwar sträubt sich der Winter noch mit starken Nachtfrösten und kalten Winden, doch die immer wärmer werdenden Sonnenstrahlen beenden seine Herrschaft.

Schneeglöckchen leuchten um die Wette und die Krokusse erblühen in lila und gelb. Der Huflattich bahnt sich seinen Weg durch das trockene Laub, während der Forsythienstrauch mit seinen gelben Blüten unser Auge erfreut. Die Natur erwacht, und auch wir Menschen blühen im wahrsten Sinne des Wortes auf.

Raus aus der Stube, hinein in Wald und Flur. Die ersten Tische und Stühle vor den Geschäften in der Innenstadt laden die Käufer zu einem Plausch in der Sonne ein. Freundlich dekorierte Schaufenster zeigen die neueste Frühjahrsmode für Jung und Alt. Nur raus aus den Winterklamotten. Sie sind reif für die Reinigung oder Waschmaschine.

In den Gärten herrscht emsiges Treiben, alles wird für die schönste Jahreszeit hergerichtet. So manche Hecke muss noch bis zum 30. März geschnitten werden. Danach ist Schluss, unsere gefiederten Freunde brauchen schließlich Ruhe für ihren Nestbau. Leider, so finde ich, werden es von Jahr zu Jahr immer weniger. Der Gesang in den frühen Morgenstunden wird leiser und leiser. Liegt es an den vielen Elstern, die die Brut aus den Nestern holen oder an der Umwelt? Vielen Tieren wurde ihre Lebensgrundlage schon entzogen, sei es aus Profit oder Gedankenlosigkeit. Schade! Was gibt es Schöneres als die Natur! Sie gibt uns alles, was wir brauchen. „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“, heißt ein Sprichwort.

In der Kriegszeit haben diese Kräuter sowie Beeren, Pilze und andere Waldfrüchte unseren kargen Speiseplan sehr bereichert. Alles zum Nulltarif! Der köstliche Holunder und Brombeersaft, den meine Mutter zubereitete, war das beste Mittel gegen Fieber und andere Erkältungskrankheiten. Doch jetzt freue ich mich auf den Anblick der duftend weißen Holunderblüten, der gelben Narzissen und bunten Tulpen sowie den anderen Frühlingsblühern, die nun nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wie heißt doch eine rheinische Volksweise aus dem 19. Jahrhundert, „jetzt fängt das schönste Frühjahr an, und alles fängt zu blühen an auf grüner Heid und überall.“ P.s.: Für meine gefiederten Freunde habe ich einen Nistkasten aufgehängt, garantiert „elsternsicher“.

Erika Reichel

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