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Der Wonnemonat

Allerlei im Monat Mai: Von der Bowle bis zum Käfer

18.05.2011 | 18:47 Uhr
Allerlei im Monat Mai: Von der Bowle bis zum Käfer
Das Aufstellen des Maibaumes am Pfarrheim Burggräfte in Sümmern hat schon eine lange Tradition. Foto: Manuela Radigk

Iserlohn. „Grüß Gott du schöner Maien, da bist du wied’rum hier.“ So lautet eine Volksweise aus dem 18. Jahrhundert. Schon immer wurde der Wonnemonat von den Menschen sehnlichst erwartet.

Auch, wenn in diesem Jahr der April ihm mit seinen Sommertemperaturen, dem sprießenden Grün und der bunten Blütenpracht zuvorgekommen ist. Mai, der dritte Frühlingsmonat, vollendet das Erwachen der Natur. Schon die alten Germanen feierten sein Erscheinen.

Mit dem „Tanz in den Mai“ wird diese Tradition fortgesetzt. Gerade in ländlichen Gegenden „pflanzt“ man einen Maibaum, der dann mit örtlichen Symbolen behangen wird. Zur Zeremonie gehört auch ein Glas Maibowle, in dem das Aroma des frischen Waldmeisters duftet. Mit ihren weißen Glockenblüten erfreuen uns nun die Maiglöckchen. Ihr betörender Duft darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie sehr giftig sind.

In der katholischen Kirche ist der Monat Mai der Gottesmutter geweiht. Seit dem 19. Jahrhundert werden dort die Maiandachten gefeiert. Der 1. Mai ist auch der „Weltfeiertag der Arbeit“. Er wurde 1889 auf dem „Internationalen Sozialistenkongress“ beschlossen. In vielen Städten finden an diesem Tag die „Maikundgebungen“ statt.

Auch die Standesämter haben im Mai etwas mehr zu tun. Es ist der Wunsch vieler Paare, sich im Wonnemonat das Ja-Wort zu geben. Hat die Sonne ein Einsehen, gibt es ja auch kein schöneres Ambiente.

Was wäre der Mai ohne Maikäfer. Obwohl er ein Schädling ist, wird er doch besonders von den Kindern herbeigesehnt. In manchen Jahren machen sie sich rar, da ihre Larven (Engerlinge) drei bis fünf Jahre brauchen, bis sie als Maikäfer durch die Lüfte fliegen. In großen Massen können sie dann zur Plage werden. Aber, wer hat sie als Kind nicht geliebt? Es gab sie damals noch massenhaft.

Heute schafft es der erste gesichtete Maikäfer auf die Titelseite der Zeitung. Zum Thema Maikäfer erzählt meine Tante folgende wahre Geschichte: Mein Vater hatte mit seiner Schwester in einem leichten Pappkarton unzählige Maikäfer gesammelt. Stolz brachten die beiden sie mit nach Hause. In der Nacht wurde meine Großmutter von einem merkwürdigen Geräusch geweckt. Sie stand auf, drehte das Licht an und erschrak: Hunderte Maikäfer schwirrten durch die Wohnung, in allen Ecken und Winkeln krabbelte es. Zu allem Unglück hingen die meisten Krabbler in den Gardinen fest. (frei nach Wilhelm Busch, Max und Moritz, 5. Streich) Welche Gardinenpredigt sich die Verursacher dann anhören mussten, ist leider nicht bekannt.

Ich glaube, meiner Großmutter hätte das Lied von Reinhard May „Es gibt keine Maikäfer mehr“ sehr gefallen. Nachdem ich diese Zeilen geschrieben hatte, flatterte am Abend ein dicker Maikäfer um unsere Stehlampe. Das war am 23. April. Eine „Ironie des Schicksals“?

Erika Reichel

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