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Intersexualität

Zwitter   leiden  unter dem Tabu

19.09.2011 | 19:31 Uhr
Zwitter   leiden  unter dem Tabu

Dortmund.Wann ist ein Mann eine Frau? Wenn er nicht den Pullover am Kragen packt und über den Kopf zieht, sondern mit gekreuzten Armen vom Bund her hochlupft? Lucie Veith lacht, als sie die Szene aus dem „Tatort“ vom Sonntag sieht, einem Krimi, der das Thema Intersexualität, wie sie findet, gut aufgegriffen hat. Lucie Veith muss es wissen. Die 55-Jährige ist selbst intersexuell. Passt mit ihren körperlichen Geschlechtsmerkmalen nicht eindeutig in die Norm „männlich“ oder „weiblich“. Sie ist ein Zwitter.

Allerdings hat sie davon erst sehr spät erfahren. Als sie als junge Frau in ein Krankenhaus kam, „wurde ich wie ein Monster bestaunt, 25 Ärzte versammelten sich bei der Untersuchung um mich“, hat sie noch diesen schrecklichen Moment vor Augen. „Man sagte mir, ich hätte das falsche Geschlecht. Ich sei ein Mann.“ Mit Operationen und Medikamenten wurde an ihrem Körper gearbeitet – danach ließ man sie mit dem Urteil, „nicht richtig“ zu sein, allein.

"Zeig Dich nicht"

„Heute kann ich mich annehmen, weiß, dass ich ein besonderer Mensch bin“, sagt die Vorsitzende des Vereins Intersexueller Menschen. Doch so hart der Weg für sie bis zu diesem Eingeständnis war, so hart und manchmal auch nicht enden wollend ist er für viele andere Betroffene. Sie wachsen mit dem Tabu auf, mit dem Geheimnisbelegten: Zeig dich nicht – sonst gerätst du ins gesellschaftliche Abseits. Die Folge für viele intersexuelle Menschen ist große Vereinsamung, ein geringes Selbstwertgefühl und Verlust der eigenen Identität.

Seit wenigen Jahren versuchen Betroffene, das Tabu zu brechen. Denn immer noch werden Menschen ohne umfassende Aufklärung operiert, um sie zu einer Frau oder einem Mann zu machen. Werden intersexuelle Kinder kastriert, „um sie in eine gesellschaftliche Norm zu pressen“, kritisiert Lucie Veith. Sie klagt, dass Mediziner „Menschenversuche“ unternehmen, wenn sie gesunde Organe entfernen, um eine sexuelle Entwicklung zu unterbinden. Und Lucie Veith kritisiert den Staat, der das zulässt.

In Australien führt die Regierung jetzt einen Pass ein, in dem neben dem männlichen und weiblichen Geschlecht auch ein „X“ angegeben werden kann für ein „weder-noch“. Lucie Veith begrüßt das. „Dann würde man unabhängig von der Norm sehen, dass es sich hier einfach um einen Menschen handelt.“

Hilfe für Betroffene: www.xy-frauen.de und www.intersexuelle-menschen.net.

Heinz Krischer

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Kommentare
20.09.2011
15:07
Zwitter??leiden?unter dem Tabu
von SoIstEsNunMal | #7

Ich finde es richtig, dass solche Probleme nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden.
#1 Wenn Sie zu der Minderheit gehören würden ware der Kommentar nicht entstanden. Seien Sie froh, dass sie normal sind. Auch dabei konnten die Betroffenen sich ihr Schickal nicht aussuchen. Das sollte man nicht vergessen.

20.09.2011
10:47
Zwitter?? leiden ?unter dem Tabu
von vantast | #6

@carhol: Sie haben kein Gefühl für die Komplexität des Lebens, Sie haben nur Angst um Ihre Steuergelder?

20.09.2011
09:41
Blockierter Kommentar.
von tiptel160 | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.09.2011
09:16
Blockierter Kommentar.
von tiptel160 | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.09.2011
09:05
Zwitter??leiden?unter dem Tabu
von tiptel160 | #3

was bitte hatte die Moderation an meinem Beitrag zu editieren? Teilt die Moderation die unsägliche Aussage von #1?

20.09.2011
07:33
Zwitter??leiden?unter dem Tabu
von tiptel160 | #2

#1 ich finde es unverschämt von ihnen schon morgens betrunken zu schreiben. Oder sind sie etwa nüchtern und haben diesen menschenverachtenden Schwachsinn bei vollem Bewusstsein geschrieben?

20.09.2011
07:16
Zwitter??leiden?unter dem Tabu
von carhol | #1

Juhuu, wir haben wieder eine neue Minderheit ausgemacht.
Welche Segnung können wir denen den antun? Vielleicht eigene Toilettenanlagen bauen?

Bald ist die Mehrheit in allen möglichen Minderheiten verschwunden und wir alle bekommen irgendwelche Privilegien.

mfg

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