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Transplantationen

Womöglich mehr Fälle als gedacht bei Göttinger Organspende-Skandal

15.01.2013 | 05:45 Uhr
Womöglich mehr Fälle als gedacht bei Göttinger Organspende-Skandal
Ein Göttinger Transplantationschirurg steht unter Verdacht Patientenakten manipuliert zu haben. Foto: dapd

Berlin.  Nach der Festnahme eines Transplantationschirurgen aus Göttingen ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig derzeit in elf Fällen. Wie viele Manipulationen es tatsächlich gegeben hat, ist noch unklar. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass es bis zu einer völligen Aufklärung noch Monate dauern könnte.

Der in Göttingen festgenommene Transplantationschirurg hat möglicherweise in mehr Fällen manipuliert als bisher bekannt. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte am Sonntag einen Bericht des Magazins "Spiegel", wonach es bei bis zu 60 Transplantationen Auffälligkeiten gegeben haben soll.

Ob Straftaten vorlägen, müsse noch geklärt werden. Die Behörde ermittelt derzeit offiziell in elf Fällen. Der 45-jährige Chirurg war am Freitag wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags in neun Fällen sowie der schweren Körperverletzung und der Körperverletzung mit Todesfolge in zwei Fällen festgenommen worden.

Strafvorschriften stehen auf dem Prüfstand

Er soll Krankenakten manipuliert haben, so dass bestimmte Patienten bevorzugt eine Spenderleber erhielten. Nach Angaben der Sprecherin der Staatsanwaltschaft könnte es Monate dauern, bis Klarheit vorliegt, wie viele Manipulationen es gab.

Das Bundesgesundheitsministerium stellt derweil die bestehenden Strafvorschriften auf den Prüfstand. Im Januar werde ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, "um zu klären, ob und welche Änderungen in den bestehenden Straf- und Bußgeldnormen sowie den berufsrechtlichen Regelungen der Bundesärzteordnung und der Länder notwendig sind, um in der Vergangenheit festgestellte Verstöße entsprechend sanktionieren zu können", erklärte ein Ministeriumssprecher am Sonntag auf Anfrage.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der Berliner "tageszeitung" dazu, solange Ermittlungsverfahren liefen, "ist es schwierig, in dem konkreten Fallkomplex eine Gesetzeslücke auszumachen". Dies schließe aber nicht aus, dass es richtig sein könne, das Strafrecht in Nebengesetzen zu verschärfen wie etwa dem Transplantationsgesetz . (afp)



Kommentare
15.01.2013
10:40
Wer sucht der findet auch...
von HilmarHirnschrodt | #1

Neutrale Information und transparente Aufklärung über die Vorgehensweise rund um die Organentnahme ist dringend von Nöten, denn leider kann die Organe von frisch Verstorbenen niemand mehr gebrauchen. Von wegen "Organspende" nach dem Tod! Die Organe müssen leben und in einem aufwändigen Verfahren dem noch lebenden Körper entnommen werden, wenn sie transplantationsfähig sein sollen. Das ist der Grund, warum dazu passend der Kunsbegriff "Hirntod" erfunden wurde. Dieser bedeutet eigentlich so etwa "Halbtod" - das Gehirn und dessen Funktionen soll angblich tot sein, aber der Körper lebt noch. Diese Deffinition ist bei weitem nicht so sicher und klar, wie uns das die Ärzteschaft glauben machen möchte. Von Seiten der Organspende-Befürworter wird zwar immer wieder spitzfindig betont, es gäbe keinen Fall eines Hirntoten, der wieder aufgewacht wäre. Dieser Behauptung ist vordergründig auch nicht zu widersprechen, denn wer wieder aufwacht, kann kein Hirntoter gewesen sein. Folglich muß bei einem

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