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Gentechnik

Wie Verbraucher Genprodukte beim Einkaufen erkennen können

14.02.2013 | 08:45 Uhr
Wie Verbraucher Genprodukte beim Einkaufen erkennen können
Wer Lebensmittel kaufen möchte, die nicht gentechnisch verändert sind, sollte sie die Deklarierungen genau anschauen.Foto: Thinkstock

Berlin.  Auch in deutschen Supermärkten finden sich im Regal Lebensmittel, die gentechnisch verändert sind. Vor allem bei Produkten aus dem Ausland wie Süßigkeiten aus den USA, sollten Verbraucher, die auf gentechnisch veränderte Lebensmittel verzichten möchten, vorsichtig sein.

Immer mehr Lebensmittelhersteller nutzen das vor einigen Jahren eingeführte einheitliche Siegel "Ohne Gentechnik". Es bietet die Gewissheit, dass Produkte vollkommen ohne die Nutzung von gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen hergestellt wurden. Verbraucher müssen davon ausgehen, dass Gentechnik schon längst im Supermarktregal zu finden ist. In welchen Produkten im Supermarkt steckt bereits Gentechnik? Bislang gibt es im Handel laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nur wenige Produkte mit direkt gentechnisch veränderten Zutaten.

Bei den Ausnahmen handelt es sich einer Greenpeace-Erhebung zufolge meist um Lebensmittel aus dem Ausland wie Schokoriegel und andere Süßigkeiten aus den USA. Reine Genprodukte wie etwa Gengemüse , Obst oder Fleisch gibt es nicht. Genpflanzen dürfen aber an Tiere verfüttert werden, wodurch Gentechnik in den Nahrungskreislauf gelangt. Dies kann unter anderem bei Milchprodukten oder Eiern der Fall sein. Sind Lebensmittel mit Genzutaten speziell gekennzeichnet? Ja, allerdings mit Einschränkungen. Hersteller sind grundsätzlich dazu verpflichtet, alle gentechnisch veränderten Lebensmittel-Bestandteile in den Zutatenlisten auf den Verpackungen abzudrucken.

Tierprodukte sind von der Kennzeichungspflicht ausgenommen

Ausgenommen von der Pflicht sind aber Tierprodukte wie Milch, Eier und Fleisch oder Zusatzstoffe, die von gentechnisch veränderten Bakterien erzeugt wurden. Das freiwillige Siegel "Ohne Gentechnik" des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik bekommt nur, wer nachweisen kann, dass Tiere nicht mit Futter wie Gensoja gefüttert wurden oder dass keine gentechnisch veränderten Bakterien eingesetzt wurden. Sind Bioprodukte gentechnikfrei? Grundsätzlich ja, jedoch können auch hier teils Einschränkungen bestehen.

Welche Auswirkungen haben Genprodukte auf die Gesundheit?

Dazu gibt es unterschiedliche Angaben. Laut BVL gibt es etwa aus den USA oder Kanada, wo Lebensmittel aus Genpflanzen oder Milch von mit Gensoja gefütterten Kühen schon seit über zehn Jahren auf dem Markt sind, "keine Erkenntnisse, dass sich der Verzehr (...) schädlich auf die Gesundheit von Menschen ausgewirkt hat". Greenpeace dagegen sieht beim Verzehr von Genpflanzen ein Risiko, dass diese aufgrund ihrer Genstruktur verstärkt allergische Reaktionen auslösen können. Milch von Kühen, die mit Gensoja gefüttert wurden, dürfte demnach aber risikolos sein.

Weitere Informationen zum Thema Gentechnik bietet Greenpeace unter: http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/lebensmittel/

Zwar sieht die EU-Ökorichtlinie vor, dass bei der Herstellung von Bioprodukten keine Gentech-Zutaten verwendet werden dürfen. Spuren gentechnisch veränderter Bestandteile aber - etwa verursacht durch den Pollenflug von Feldern mit Genpflanzen - müssen auf Lebensmittelverpackungen bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent nicht gesondert ausgewiesen werden. Die Hersteller von Bioprodukten sind jedoch gehalten, alles technisch Mögliche zu tun, um Verunreinigungen auszuschließen. Müssen Gaststätten auf Speisekarten Gerichte mit Genzutaten kennzeichnen? Ja. Nach Angaben von Greenpeace allerdings fehlen solche Hinweise in der Praxis aber oft. Den Angaben zufolge werden etwa Pommes Frites in einigen Fällen in Speiseöl aus Genpflanzen frittiert. Für den Verbraucher ist dies oft nirgends nachzulesen. (afp)



Kommentare
14.02.2013
12:55
Genprodukte?
von KeinKommentar | #3

Genprodukte, Genpflanzen, Gengemüse...
Gibts nicht sogar Genmenschen??? Sind die alle gefährlich???

War es mal wieder zu viel für die Redaktion die richtigen Begriffe zu verwenden???
Es heißt gentechnisch veränderte...Produkte...Pflanzen...Gemüse!
Aber das ist wohl zuviel verlangt, dass Boulevardjournalisten wissenschaftliche Zusammenhänge verstehen und auch korrekt darüber berichten können. Vielleicht sollte man beim Verfasser/in mal eine Genveränderung vornehmen und hoffen, dass eine kognitive Erweiterung stattfindet.

14.02.2013
11:44
Wie Verbraucher Genprodukte beim Einkaufen erkennen können
von Juelicher | #2

Jede Wette - die Gentechnik-Lobby wird früher oder später gentechnisch veränderte Produkte vermehrt in den Markt reindrücken. Und die EU als ganz überwiegend lobbygesteuerte Großorganisation wird dafür irgendwann die Grundlagen schaffen.
ARTE zeigte vor ein paar Tagen noch, wie eine Informelle Gruppe, die große Teile der europäischen Industrie repräsentierte in den 80er extremen Druck auf Politik u. EU-Kommision aufbaute, um den gemeinsamen Binnenmarkt durchzusetzen. Genauso kam es Anfang der 90er nach Regeln, die diese mächtigen Firmen weitgehend vorgaben.

14.02.2013
09:39
Wahrscheinlich ist Gentechnik in Lebensmittel nicht gefährlich
von ruhrgebieti | #1

Blöderweise muß man leider sagen, daß das der Industrie herzlich egal wäre, wenn es doch anders sein sollte. Die gehen über jede Leiche für 5 ct mehr Umsatz.

Vielleicht ist auch Fracking nicht so umweltschädlich wie befürchtet, aber auch da kann man sicher sein, daß die Industrie jede Umweltkatastrophe in Kauf nimmt, wenn sie nur ein Geschäft wittert.

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