Wie Verbraucher Genprodukte beim Einkaufen erkennen können

Wer Lebensmittel kaufen möchte, die nicht gentechnisch verändert sind, sollte sie die Deklarierungen genau anschauen.
Wer Lebensmittel kaufen möchte, die nicht gentechnisch verändert sind, sollte sie die Deklarierungen genau anschauen.
Foto: Thinkstock
Was wir bereits wissen
Auch in deutschen Supermärkten finden sich im Regal Lebensmittel, die gentechnisch verändert sind. Vor allem bei Produkten aus dem Ausland wie Süßigkeiten aus den USA, sollten Verbraucher, die auf gentechnisch veränderte Lebensmittel verzichten möchten, vorsichtig sein.

Berlin.. Immer mehr Lebensmittelhersteller nutzen das vor einigen Jahren eingeführte einheitliche Siegel "Ohne Gentechnik". Es bietet die Gewissheit, dass Produkte vollkommen ohne die Nutzung von gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen hergestellt wurden. Verbraucher müssen davon ausgehen, dass Gentechnik schon längst im Supermarktregal zu finden ist. In welchen Produkten im Supermarkt steckt bereits Gentechnik? Bislang gibt es im Handel laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nur wenige Produkte mit direkt gentechnisch veränderten Zutaten.

Bei den Ausnahmen handelt es sich einer Greenpeace-Erhebung zufolge meist um Lebensmittel aus dem Ausland wie Schokoriegel und andere Süßigkeiten aus den USA. Reine Genprodukte wie etwa Gengemüse, Obst oder Fleisch gibt es nicht. Genpflanzen dürfen aber an Tiere verfüttert werden, wodurch Gentechnik in den Nahrungskreislauf gelangt. Dies kann unter anderem bei Milchprodukten oder Eiern der Fall sein. Sind Lebensmittel mit Genzutaten speziell gekennzeichnet? Ja, allerdings mit Einschränkungen. Hersteller sind grundsätzlich dazu verpflichtet, alle gentechnisch veränderten Lebensmittel-Bestandteile in den Zutatenlisten auf den Verpackungen abzudrucken.

Tierprodukte sind von der Kennzeichungspflicht ausgenommen

Ausgenommen von der Pflicht sind aber Tierprodukte wie Milch, Eier und Fleisch oder Zusatzstoffe, die von gentechnisch veränderten Bakterien erzeugt wurden. Das freiwillige Siegel "Ohne Gentechnik" des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik bekommt nur, wer nachweisen kann, dass Tiere nicht mit Futter wie Gensoja gefüttert wurden oder dass keine gentechnisch veränderten Bakterien eingesetzt wurden. Sind Bioprodukte gentechnikfrei? Grundsätzlich ja, jedoch können auch hier teils Einschränkungen bestehen.

[kein Linktext vorhanden] Zwar sieht die EU-Ökorichtlinie vor, dass bei der Herstellung von Bioprodukten keine Gentech-Zutaten verwendet werden dürfen. Spuren gentechnisch veränderter Bestandteile aber - etwa verursacht durch den Pollenflug von Feldern mit Genpflanzen - müssen auf Lebensmittelverpackungen bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent nicht gesondert ausgewiesen werden. Die Hersteller von Bioprodukten sind jedoch gehalten, alles technisch Mögliche zu tun, um Verunreinigungen auszuschließen. Müssen Gaststätten auf Speisekarten Gerichte mit Genzutaten kennzeichnen? Ja. Nach Angaben von Greenpeace allerdings fehlen solche Hinweise in der Praxis aber oft. Den Angaben zufolge werden etwa Pommes Frites in einigen Fällen in Speiseöl aus Genpflanzen frittiert. Für den Verbraucher ist dies oft nirgends nachzulesen. (afp)