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Kreuzschmerzen

Wie man bei der Gartenarbeit Rückenschmerzen vermeidet

18.07.2012 | 08:45 Uhr
Häufig führt Gartenarbeit zu einer Überbelastung des Rückens. Mit einfachen Tipps lässt sich dagegen vorbeugen.

Waldem/Wuppertal.  Viele Hobbygärtner plagt bei der Gartenarbeit der Rücken. Doch mit der Beherzigung einiger einfacher Maßnahmen lässt sich der Überbelastung des Rückens nicht nur vorbeugen sondern die Muskulatur sogar stärken.

Eigentlich geht es um Entspannung: Wer einen Garten bewirtschaftet, sucht darin oft auch eine Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen und zur Ruhe zu finden. Wenn aber der Rücken zwickt, ist es mit der Entspannung schnell vorbei. Das muss nicht sein, denn schon mit wenigen Kniffen lässt sich die Arbeit rückenschonend gestalten - oder ein Garten von vornherein so planen, dass er dem Rücken guttut.

Vor der Gartenarbeit aufwärmen

Richtig ausgeführt, ist Gartenarbeit nicht nur harmlos für den Rücken - sie kann diesen sogar stärken. "Die Pflege der Blumenbeete und andere Gartenarbeit kann sogar als Fitnesstraining auch für den Rücken angesehen werden. Jede Form der Bewegung tut dem Rücken gut", sagt Ursula Marschall, Leiterin des Kompetenzzentrums Gesundheit bei der Barmer GEK in Wuppertal. Wie bei einem normalen Fitnesstraining auch, sollte man aber darauf achten, die kalte Muskulatur nicht zu überlasten.

"Dehn- und Aufwärmübungen am Anfang gehören also dazu." Läuft bei der Gartenarbeit etwas falsch, liegt das viel seltener an einer falschen Haltung als man meinen könnte. So sei es nicht schlimm, sich hin und wieder zu bücken, sagt Ursula Marschall. Komme es zu Rückenschmerzen , liege das weit häufiger daran, dass eine immergleiche Bewegung zu oft wiederholt werde, etwa beim Schaufeln. "Besonders das wiederholte Vorbeugen des Oberkörpers mit gleichzeitiger Drehbewegung kann zu einem einschießenden Schmerz führen - dem Hexenschuss."

Entgegenwirken könne man solchen Überlastungen, indem man die Arbeit abwechslungsreich gestalte. "Also nicht das gesamte Blumenbeet auf einmal mit vielem Bücken bepflanzen, sondern zum Beispiel zwischendurch im Stehen die Pflanzen gießen", rät die Expertin. Darüber hinaus gelte im Garten das, was auch im Haus gilt: So sei es zum Beispiel wichtig, zu schweres Heben zu vermeiden - indem man eine Schubkarre einsetzt oder die Transportmengen aufteilt, sagt Ursula Marschall. Sie empfiehlt, statt einer Zehn-Liter-Gießkanne eine Fünf-Liter-Gießkanne zu verwenden. Wer bei einer Arbeit länger stehen müsse, solle die Knie etwas vorbeugen, andernfalls sorge der runde Rücken für Muskelverspannungen - ganz besonders bei Menschen, die sonst den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen. "Das Zaubermittel ist, auf den eigenen Körper hören! Schmerzen zeigen an, wenn die Belastung übertrieben wird", sagt die Expertin.

Rückenschonendes Arbeiten fängt bei der Gartenplanung an

Nicht nur durch richtiges Verhalten lassen sich bei der Gartenarbeit Rückenschmerzen vermeiden. Wer einen Garten neu anlegt oder umbaut, kann sich durch geschickte Planung das Leben leichter machen. "Die meisten schweren Gartenarbeiten fallen nur deshalb an, weil der Boden nicht richtig vorbereitet ist", sagt Brigitte Kleinod im hessischen Waldems

Kleinod hat sich unter anderem in ihrem Buch "Gärten für Senioren - praktisch und pflegeleicht" (Ulmer) mit einer rückengerechten Gestaltung des Gartens befasst. Oft gebe es gerade bei neu gebauten Häusern im Garten nur eine dünne Schicht lockeren Mutterbodens, sagt Kleinod - die Erde darunter sei durch die vorangegangenen Bauarbeiten stark verdichtet. "Dann darf man sich über Rückenschmerzen nicht wundern. Bauherren können sich schützen, indem sie Gartenteile für diese Arbeiten absperren", rät die Expertin.

Gegen ein falsches, einseitiges Bewegungsmuster schützt auch ein Hochbeet. "Es muss an der Oberkante so hoch sein, dass es genau zur Oberkante des Beckenbodens reicht. Und es darf nur die Tiefe einer doppelten Armlänge haben", sagt Brigitte Kleinod. Auch ein Hochbeet, das sich im Sitzen pflegen lässt, ist möglich. Man sollte sich aber entscheiden: "Stehen oder sitzen", sagt Kleinod. Bei etwa 50 Zentimetern liege die ideale Randhöhe für ein Sitz-Hochbeet, bei der Tiefe gebe es keinen Unterschied. "Ein Hochbeet ist etwas Herrliches. Man muss sich nicht mit Schnecken herumplagen , außerdem strömt einem der Blumenduft direkt ins Gesicht."

Auf Prüfsiegel achten

Beim Gerätekauf sollten Hobbygärtner die Augen offen halten. Buchautorin Kleinod empfiehlt Produkte mit dem Prüfzeichen der "Aktion gesunder Rücken", einem Verband von Ergotherapeuten. Welche Art von Geräten man braucht und auf welche man besser verzichtet, dafür will Kleinod aber keinen Tipp geben - zu verschieden seien die Menschen und auch ihre Gärten. "Wichtig ist vor allen Dingen, dass man das Gerät im Gartengeschäft einmal in die Hand nimmt und den Arbeitsablauf simuliert. Dann merkt man meistens schon, ob es gut in der Hand liegt oder eben nicht", sagt Kleinod. (dapd)

Rückenschmerzen - was tun?

 



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