Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Vorsorge

Wenn die Ohren nachlassen - Hören kann man verlernen

13.02.2012 | 08:45 Uhr
Wenn die Ohren nachlassen - Hören kann man verlernen
Regelmäßige Hörtests sind wichtig - nicht nur für Senioren.Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Fachleute raten zu einem jährlichen Check des Gehörs, auch schon im Kindesalter. Der Hörsinn schwindet nämlich oft langsam - und die Gefahr, mit der Zeit das Hören regelrecht zu verlernen, ist groß.

Dunkelheit, Nebel, starker Regen und Glätte am Morgen – gerade im Winter müssen sich Verkehrsteilnehmer auf ihre Sinne verlassen können. Denn nur wer Augen und Ohren offen hält, kommt auch bei besonders widrigen Wetterverhältnissen sicher von A nach B.

Doch egal, ob man mit dem Fahrrad, dem Auto oder zu Fuß unterwegs ist – viele Menschen unterschätzen die Bedeutung ihres Hörsinns im Straßenverkehr. Dabei ermöglicht das räumliche Hören, Schallquellen genau zu orten und in Sekundenbruchteilen zu bestimmen, woher ein akustischer Reiz kommt, um dann auch entsprechend reagieren zu können.

Einmal jährlich zum Hörtest beim Akustiker

UMFRAGE
Angst vor Verlust des Gehörs

Eine bundesweite Umfrage der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) im vergangenen Jahr brachte folgende Ergebnisse:

76 Prozent der Befragten haben sich bereits mit dem Thema Hörverlust auseinandergesetzt.

56 Prozent fürchten, dass das eigene Hörvermögen nachlässt oder bereits nachgelassen hat.

66 Prozent haben schon einen oder mehrere Hörtests absolviert.50 Prozent denken, dass das Hörvermögen durch die allgemeine Lärmeinwirkung am stärksten beeinträchtigt wird.

25 Prozent machen den natürlichen Alterungsprozess verantwortlich.

21 Prozent stufen Stress, Bluthochdruck oder Mittelohrentzündungen als größte Belastungsfaktoren für das Hörvermögen ein.

38 Prozent haben im Falle eines Hörverlusts Angst um ihre sozialen Kontakte, 21 Prozent würden sich im Straßenverkehr nicht mehr sicher fühlen und 19 Prozent erwarten negative Auswirkungen auf die berufliche Leistungsfähigkeit.

Weil sich die Hörfähigkeit jedoch langsam aber sicher verschlechtern kann, sollte mindestens einmal jährlich ein kostenloser Hörcheck beim Hörgeräteakustiker anstehen. Dazu rät die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH).

Auch wenn es schwer fällt, den Jahresrhythmus einzuhalten – die Gefahr, das Hören zu verlernen ist andernfalls groß: Werden die Hörbahnen im Gehirn nicht mehr mit Höreindrücken versorgt, vergessen sie die Verarbeitung des Gehörten. Fähigkeiten wie selektives Hören oder das unbewusste Ausblenden von Störgeräuschen gehen verloren und müssen bei verspäteter Anpassung von Hörsystemen unter Umständen wieder mühsam erlernt werden.

Annika Lautz

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6335596/create

Aktuelle Fotos und Videos
Clowns im Krankenhaus
Video
Video
Mobiler Lebensretter
Bildgalerie
Fotostrecke
Leben mit Schuppenflechte
Bildgalerie
Fotostrecke
Fragen zur Schuppenflechte
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Bundestag stimmt für neue Organspende-Regelung
Organspende
Bürger in Deutschland müssen sich künftig mehr Gedanken über eigene Organspenden machen. Der Bundestag hat dazu an diesem Freitag mit Mehrheit einem Gesetzentwurf zugestimmt. Die Deutsche Hospiz-Stiftung reagiert enttäuscht.
Mülheim kommt auf 210.156 Krankentage im Jahr
Medizin
Trauriger Rekord für die Stadt Mülheim: Die Stadt kommt auf 210.156 Krankentage im Jahr. Damit ist der Krankenstand hier deutlich höher als im Umland. Das liegt auch daran, dass psychische Erkrankungen hier besonders hartnäckig sind.